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TV-Kritik "Günther Jauch": Die Charme-Offensive der eisernen Ursula

Auch wenn sie erstmal Verteidigungsministerin wird - bei Günther Jauch bringt sich Ursula von der Leyen als zukünftige Kanzlerin in Position. Die anderen Gäste hätten auch daheim bleiben können.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Wieder mal mussten ihre sieben Kinder herhalten. Sind sie doch ein beliebtes Argument, um Ursula von der Leyen Kompetenz bei was auch immer zu attestieren. Ob die CDU-Politikerin wohl die Richtige sei für ihr neues Amt als Verteidigungsministerin, grübelte Günther Jauch laut in seinem Polittalk am Sonntagabend. Und fand die Antwort gleich selbst: "Wenn man sieben Kinder hat, versteht man das Prinzip von Befehl und Gehorsam." Man darf hoffen, dass für Angela Merkel andere Gründe ausschlaggebend waren.

Die neue Regierung steht nun. Und hat sich, wie das Hanni-und-Nanni-Pärchen Ursula von der CDU und Andrea von der SPD bei Jauch beispielhaft demonstrierten, so richtig dolle lieb. Dauergrinsen satt. Innerhalb der großen Koalition bestimmt längst im Abo zu haben. Dennoch, mal wieder war zu hören, dieses Mal von Nahles, es handle sich um keine Liebesheirat. "Aber wir meinen es ernst", bekräftigte sie. Eine Drohung? Das ohne nennenswerte Aha-Erlebnisse stattgefundene Belanglosigkeits-Blabla führte nach gut 60 Minuten zu dem vom Quoten-Oppositionellen Gregor Gysi vorgebrachten Fazit, die Große Koalition werde sich "vier Jahre durchwurschteln".

Mit einer Vokabel wie "durchwurschteln" kann allerdings eine Ursula von der Leyen so gar nichts anfangen. In Schulzeiten hätte man sie wohl Streberin genannt, doch wie sie sich mal wieder ins Zeug legte, war auf weiten Strecken durchaus sympathisch und vor allem vielversprechend. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, für den sie auch in der Vergangenheit schon sorgte: Die Frau will wirklich was bewegen. Eine Verve und Entschlossenheit, wie man sie bei Kanzlerin Merkel etwa vergeblich sucht. Im Grunde hätte Jauch die Sendung auch alleine mit von der Leyen machen können, die nämlich parierte bei fast allen Fragen sofort und kompetent. Selbst als Nahles hätte antworten sollen, die aber kein Problem damit zu haben schien, - siehe "Alle haben sich lieb" - dass sie kaum zu Wort kam. Hier hätte Jauch eingreifen können, doch wie gewohnt nahm es der Moderator streckenweise mit seinem Job nicht so sakrisch ernst.

Gemütliche Kaminrunde

Jauch ist sozusagen der Anti-Lanz. Wo sich der ZDF-Showmaster an seine Gäste ranschmeißt und penetrant an ihnen herumzerrt, lehnt sich Jauch beizeiten so gelassen in seinem Sessel zurück als wäre er selbst Gast in seiner eigenen Sendung. Aber auf den Moderationskarten steht nun mal was drauf, und die werden brav abgearbeitet. Das schon. Von investigativ sollte man nicht sprechen, der Talk hatte eher den Charakter einer gemütlichen Kaminrunde.

Jauchs Attitüde schien auch auf die anwesenden Talkgäste und Journalisten Elisabeth Niejahr und Ingo Zamperoni abzufärben, wenngleich sie im Vergleich dann doch einen gewissen Biss zeigten, insbesondere als es in der zweiten Hälfte um die Rentendebatte ging. Auch der SPD-Mitgliederentscheid wurde beanstandet, Zamperoni nannte ihn "nicht mutig genug." Doch so richtig heiße Eisen wollte keiner anfassen. Niejahr bekannte, dass sie sich auf die neue Regierung sogar freue.

Jetzt wird natürlich wieder darüber debattiert, dass eine Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums steht. Etwas, das Gysi Hoffnung macht, denn Männer würden militärisch gesehen "so komisch denken." Sein Appell: "Wenn Sie zu einer Antikriegsministerin werden, das wäre toll." Von der Leyen hat ihre eigene Agenda: "Eine meiner Hauptaufgaben wird sein, für Soldatinnen und Soldaten verständlich zu machen, dass sie den Rückhalt hierzulande haben." Unter anderem eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf solle ermöglicht werden. Und auch, "dass wir ihnen zur Seite stehen, wenn sie mit Schäden nach Hause kommen."

Mögen im Amt der Verteidigungsministerin auch dutzende Fallstricke warten, die Jauch heraufbeschwor, von der Leyen gab sich unerschrocken. Am Donnerstagabend, so erzählte sie, habe sie zwar erstmal tief Luft holen müssen, nachdem ihr das Amt von der Kanzlerin angeboten wurde, aber seit 72 Stunden sei sie nun ununterbrochen damit beschäftigt, sich einzuarbeiten. "Ich habe nicht gedient", witzelte sie, aber in Sachen Einarbeiten sei sie schließlich erprobt: "Innerhalb von zehn Jahren übernehme ich nun das vierte Ministerium." Sie hat also gesprochen. Bravo, Ursula. Gibt eine Eins mit Sternchen. Doch was ist mit den anderen designierten Ministern? Bekommen die demnächst auch ihr Forum bei Jauch? Oder hat der sie etwa nicht so dolle lieb?

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(
  • Sylvie-Sophie Schindler