Ulrich Wilhelm wird Intendant beim BR Der "Robert Redford" der CSU


Mit einer klaren Mehrheit ist Merkels Regierungssprecher Ulrich Wilhelm zum neuen Intendanten des Bayerischen Rundfunks ernannt worden. Der Jurist und Journalist tritt die Nachfolge von Thomas Gruber an, der nach neunjähriger Amtszeit vorzeitig den Intendantenposten freimacht.

Sie strahlen um die Wette, als wäre ihnen soeben ein Bubenstreich gelungen: Der scheidende Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Thomas Gruber, und sein erklärter Wunschnachfolger Ulrich Wilhelm sind am Ziel. Mit 40 von 44 gültigen Stimmen wählte der BR-Rundfunkrat den 48 Jahre alten blonden Regierungssprecher am Donnerstagabend zum neuen Chef des Senders. Und der sprach von einer "Rückkehr in vielerlei Hinsicht" in die geliebte Heimatstadt München.

Kritiker hatten mit Verweis auf die gebotene Staatsferne des Rundfunks moniert, dass der langjährige Regierungssprecher des früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und aktuelle Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einfach von der Spitze des Bundespresseamtes an die Spitze eines öffentlich- rechtlichen Senders wechseln wollte.

Doch Wilhelms Beliebtheit erstickte eine breitere Empörung schon im Keim. Keiner fand an dem wegen seines Aussehens manchmal mit dem US-Mimen Robert Redford verglichenen Wilhelm eine echte Schwäche. Dass der CSU-Mann den Sender Parteiinteressen unterordnen würde, glauben wohl im Grunde nur wenige der Kritiker.

Der Familienvater, der bald wieder mit seiner Frau sowie Sohn und Tochter unter einem Dach in München leben kann - statt im kleinen Berliner Apartment - betonte nach seiner Wahl, dass er zwischen den Posten als Staatsdiener und als Senderchef unterscheide. Die Staatsferne werde von ihm als Intendanten künftig "verkörpert, geschützt und bewältigt", sagte er.

Dass der Sender auch nach den fünf Jahren seiner Amtszeit so gut dastehe wie jetzt, sei ihm "vornehme Aufgabe", sagte der gelernte Journalist, der sich in den 80er Jahren erste Sporen beim BR verdiente. "Ich werde mich mit ganzer Kraft, Leidenschaft und aller Professionalität, die ich aufbringen kann, einbringen."

Außerdem klang bereits eine Absage an allzu leichte Programmkost durch: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist einem seriösen Journalismus verpflichtet", sagte Wilhelm. Und er könne es sich leisten, "im einen oder anderen Fall zugunsten der Qualität statt der Quote zu entscheiden".

Dass seine derzeitige Dienstherrin ihm den Abschied und damit den Verlust des vertrauten Beraters übelnehmen könne, schloss Wilhelm in gewohnter Loyalität zur Kanzlerin aus. Angela Merkel habe anerkannt, dass es für einen Juristen und Journalisten eine schöne, wenn nicht gar ideale Aufgabe sei, die Intendanz eines Senders zu übernehmen. Mit ihr sei das alles längst besprochen.

DPA DPA

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