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Vox setzt "Abgewürgt und ausgebremst" ab: Die Trash-Welle fordert das erste Opfer

Absurde Reality-Formate, peinliche Kuppelshows und eine Sendung über Autofahrer: Das Sommerprogramm der Privatsender ist entsetzlich einfallslos. Jetzt haben die Zuschauer einen ersten Sieg errungen.

Bereits mehrfach ist auf dieser Seite das entsetzliche Niveau vieler Sommerformate der Privatsender beklagt worden. Offenbar teilen viele Zuschauer die Bedenken: Keines der beanstandeten Formate ist bislang ein Erfolg geworden.

Inzwischen fordert die Trash-Schwemme sein erstes Opfer: Die Show "Abgewürgt und ausgebremst", in der Vox Deutschlands schlechtesten Autofahrer suchen wollte, wurde nach nur zwei Folgen abgesetzt. Zu schlecht waren die Einschaltquoten. Nachdem die Premiere am 16. Juli zur besten Sendezeit weniger als eine Million Menschen sehen wollten, sank die Quote eine Woche darauf weiter. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen waren es nur noch sechs Prozent Zuschauer. Vox bereitete dem Schrecken ein schnelles Ende und schmiss die Sendung kurzerhand aus dem Programm.

Bei der Konkurrenz sieht's nicht besser aus

Ein Schritt, der manch anderem Sender möglicherweise noch bevorsteht. RTL hat jedenfalls wenig Freude an den beiden Trash-Formaten "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika" und "Mama Mia - Wer heiratet meinen Sohn?". Beide verlieren von Woche zu Woche Zuschauer.

Während "Wild Girls" von 2,6 Millionen Zuschauern zum Start zunächst auf 1,9 Millionen gestürzt ist, hat die Reality-TV-Show in der dritten Woche noch einmal verloren und erreicht nur noch 1,76 Millionen Zuschauer. Und das, obwohl sie zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Ein Debakel! Noch schlimmer sieht's bei "Mama Mia" aus, die Kuppelshow sahen am Mittwoch nur noch 1,56 Millionen Menschen, in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen reichte das nur noch für einen einstelligen Wert von 8,8 Prozent.

Für ProSieben sieht es wenig besser aus. Zwar konnte sich "Catch the Millionaire" in der zweiten Woche auf niedrigem Niveu stabilisieren - absolut verlor die Show noch einmal 30.000, dafür stieg der Marktanteil in der Zielgruppe von 10,8 auf 11,1 Prozent. Um die Quoten zu stützen, mussten allerdings Boulevardmedien mit pikanten Porno-Enthüllungen einspringen. Doch ewig lässt sich die Sex-Spirale auch nicht weiterdrehen.

Vox hat aus dem Quotenabsturz seine Konsequenzen gezogen und setzt dienstags ab sofort auf Spielfilme. Auch wenn es sich allesamt um Wiederholungen handelt: Selbst beim zehnten Wiedersehen macht "Zurück in die Zukunft" mehr Spaß als eine Folge von "Abgewürgt und ausgebremst". Manchmal ist es gar nicht so schwer, den Zuschauer gut zu unterhalten.

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