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Nach Kritik am Justizsystem Ägypten droht Amal Clooney mit Verhaftung


Einen Pärchenurlaub bei den Pyramiden kann sich George Clooney erstmal abschminken: Ägypten hat seiner Frau Amal mit Haft gedroht. Die Anwältin hatte in einem Bericht die Justiz des Landes kritisiert.

Ägypten hat der britischen Menschenrechtsanwältin Amal Clooney nach deren Worten mit Festnahme gedroht. Die 36-Jährige, die in dem Al-Dschasira-Prozess den Journalisten Mohamed Fahmy vertritt, wollte demnach im Februar 2014 ihren Bericht für die International Bar Association, die führende internationale Anwaltsvereinigung, präsentieren. Sie sei dann daran gehindert worden, das in Kairo zu tun. "Sie fragten: Kritisiert der Bericht die Armee, das Rechtswesen oder die Regierung? Wir sagten, nun ja: Ja. Sie sagten: Nun ja, dann riskiert ihr Haft", sagte die Frau des Hollywood-Stars George Clooney dem "Guardian". So hätten die Behörden verhindert, dass der Bericht in Kairo veröffentlicht werde.

Den drei in Ägypten inhaftierten Journalisten des Senders Al-Dschasira wird vorgeworfen, die islamistische Muslimbruderschaft unterstützt zu haben. Bei dem umstrittenen Prozess sei die Unabhängigkeit der Justiz nicht gewahrt gewesen, sagte Clooney. Die Anwältin hofft, dass ihr Klient Mohammed Fahmy in seine Heimat Kanada ausgeliefert wird. "Solange beide Seiten wirklich wollen, sehe ich keinen Grund, warum die Überführung nicht ziemlich schnell geschehen kann", sagte sie.

In die beschlossene Neuauflage des Prozesses gegen die drei Reporter setzt Clooney dagegen wenig Hoffnung: "Leider müssen wir zu dem Schluss kommen, dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass diese ägyptischen Gerichtsprozesse ein gerechtes oder zügiges Ergebnis bringen."

AFP/DPA DPA

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