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Gäste sind bis heute traumatisiert Ghislaine Maxwells enthemmte Dinnerpartys: Frauen mussten BH ausziehen und Männer blind tasten, wem die Brüste gehören

Ghislaine Maxwell 
Ghislaine Maxwell: Schon in jungen Jahren überschritt sie die Grenzen anderer
© Courtesy of Netflix © 2022
Die neue Netflix-Doku "Stinkreich" zeichnet ein ebenso verstörendes wie spannendes Porträt von Ghislaine Maxwell. Die Komplizin von Jeffrey Epstein hat schon in jungen Jahren Partys veranstaltet, deren Gäste bis heute verstört sind. 

Schon mit 29 Jahren veranstaltete Ghislaine Maxwell Dinnerpartys, die ihre Gäste nachhaltig verstört und traumatisiert haben. Die neue Netflix-Doku "Ghislaine Maxwell: Stinkreich" dreht sich um die spätere Epstein-Komplizin und beleuchtet ihr Leben und ihren Charakter. 

Zeitlich setzt die Doku in den späten 80er Jahren an und reicht bis in die Gegenwart. Es kommen sowohl Opfer und deren Anwälte zu Wort als auch zahlreiche Wegbegleiter Maxwells. Zum Beispiel Nicola Glucksmann, eine "Bekannte", die von einer Dinnerparty erzählt, zu der Maxwell eingeladen hatte. Es war auf dem Familienanwesen der Maxwells, Ghislaine war damals 29 Jahre alt. Glucksmann erinnert sich an gutes Essen und viel Gelächter, die anderen Gästen seien ebenfalls Ende 20 bis Mitte 30 gewesen.

Nach dem Essen habe Maxwell die volle Aufmerksamkeit ihrer Gäste gefordert. Sie habe Tücher geholt, den Männern sollten die Augen verbunden werden. Die Frauen mussten dann ihr Oberteil und ihren BH ausziehen, damit die Männer die Brüste anfassen konnten. Sie sollten dann anhand von Größe und Gewicht erraten, zu welcher Dame auf der Party die entsprechende Oberweite gehörte.

Ghislaine Maxwell: Sie hat Männer auf Partys ermutigt, sexuell übergriffig zu werden

Glucksmann sagt in der Doku: "Es verfolgt mich bis heute. Die Frauen hatten keine Macht und die Männer wurden von einer Frau ermutigt, übergriffig zu werden." Es sei eine Art "Gruppenzwang für Erwachsene" entstanden, bei dem jeder mitmachen musste, ob er wollte oder nicht.

Auch Journalistin Petronella Wyatt kommt zu Wort. Sie sagt über Maxwell: "Sie kannte keine Grenzen. Sie war offenkundig an Sex interessiert – als Arrangeurin und als Lehrerin. Auf einer Party ergriff sie meine Hand und sagte, sie wolle mir eine Lektion in der Kunst des Oralsex erteilen." Auch soll Maxwell auf Partys die Mädchen ermutigt haben, "mit den anwesenden Männern zu flirten und noch mehr als das, nämlich Sex zu haben", berichtet Wyatt.

Ende Juni hat ein Gericht in New York das Strafmaß für Ghislaine Maxwell verkündet: 20 Jahre muss die Komplizin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ins Gefängnis. Verurteilt wurde sie unter anderem wegen "Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken". Die neue Netflix-Doku zeichnet ein verstörendes, aber dennoch spannendes Porträt von Maxwell. Sie eignet sich deshalb sowohl für diejenigen, die bereits mit dem Fall vertraut sind, als auch jene, die bisher noch nicht viel darüber wissen. 

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