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Erotikindustrie der Zukunft: Eine neue Welt des Sex: Am Set für Virtual-Reality-Pornos

In der Zukunft guckt niemand mehr normale Pornos. Man vögelt selbst mit, in der virtuellen Realität – zumindest wenn es nach hippen Firmen in Los Angeles geht.

Von Sebstian Kempkens

So viel ist klar: Der Dreh von VR-Pornos hat viel mehr mit Technik als mit Sex zu tun

So viel ist klar: Der Dreh von VR-Pornos hat viel mehr mit Technik als mit Sex zu tun

Der Tag ist noch jung, als in einer protzigen Porno-Villa nahe Los Angeles eine entscheidende Frage geklärt wird. Der Regisseur steht am Tresen der offenen Küche und hält eine Ansprache wie ein Fußballtrainer kurz vorm Spiel, es geht um technische Details und Produktionsabläufe. Am Ende fragt er: "Okay, und wer übernimmt heute die Puppe?" Er schaut in die Runde, in die müden Gesichter einer Handvoll Typen mit Kaffeebechern in den Händen. Die meisten rühren sich nicht, manche schauen auf den Boden. "Kommt schon, Leute", raunzt er. Irgendwann hebt ein älterer Herr mit grauen Haaren und Brille zögerlich die Hand, es ist der Tonmann: "Gut", sagt er. "Ich mach’s."

Ich stehe inmitten dieser Pornoprofis und habe keine Ahnung, was es mit dieser Puppe auf sich hat. Das wird sich ändern. Der Termin hier ist die erste Etappe meines Ausflugs in die Erotikindustrie der Zukunft. Die Pornobranche durchläuft zurzeit eine technische Revolution, nie zuvor gab es so viele Experimente. In den nächsten Tagen sollte ich eine Welt des Sex kennenlernen – von der ich zum Glück keine Ahnung hatte, dass es sie gibt.

Die Puppe und der Dildo

Dass ich überhaupt in dieser Villa im Porn Valley Kaliforniens gelandet bin, liegt an der Einladung von Xavi Clos, einem freundlichen Spanier. Der 36-Jährige ist noch ziemlich neu in der Branche, so neu, dass er hier am Set wirkt wie ein Tourist, der sich verirrt hat. Dabei ist er hier eher der Boss. Bis vor Kurzem arbeitete Xavi als Softwareentwickler, heute leitet er die Produktionsabteilung von BaDoinkVR, einem amerikanischen Pornogiganten und führenden Anbieter von Virtual-Reality-Porn.

Als der Regisseur mit seiner Ansprache in der Küche fertig ist, übernimmt die erste Darstellerin des Tages das Reden. Michelle Maylene, eine zierliche, schwarzhaarige Frau mit langen Wimpern und großen Brüsten. Sie sitzt auf einem Hocker und lässt sich schminken. ­Dabei quasselt sie. Alles dreht sich um zwei Neuigkeiten. Gestern hat sie ihren Hund zum Friseur gebracht, jetzt zeigt sie die Bilder von dem rasierten Haustier herum. Und sie hat neue Brüste, vergrößert von B auf Triple C, mit einem Spezial­rabatt für nur 9000 statt 15.000 Dollar. "Das ist der erste Shoot mit den neuen Boobs", quietscht sie. "Eigentlich bräuchten sie noch ein, zwei Tage, um sich zu setzen."

Die Puppe und der Dildo: So funktionieren Pornos in der virtuellen Realität
Es folgt eine JWD-Service-Bildunterschrift. Heute: aussehen wie ein geiler Pornotyp in drei Schritten. Erstens: ein seriöser schwarzer Anzug. Zweitens: eine Kette um den Hals, die das eigene Alter verlässlich anzeigt (22). Drittens: eine tätowierte Glatze. Zack, fertig

Es folgt eine JWD-Service-Bildunterschrift. Heute: aussehen wie ein geiler Pornotyp in drei Schritten. Erstens: ein seriöser schwarzer Anzug. Zweitens: eine Kette um den Hals, die das eigene Alter verlässlich anzeigt (22). Drittens: eine tätowierte Glatze. Zack, fertig

Xavi tritt unsicher von einem Fuß  auf den anderen, auch ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll. Also sprechen wir über den Dreh. Heute shooten sie einen Virtual-Reality-Film. Viele Pornogucker wollen keine echten Penisse sehen (außer ihre eigenen Prachtstücke), aber auch keinen lesbischen Sex. Also vögeln die Frauen mit einem Mini-Torso aus Plastik, an dem ein Dildo baumelt. Im VR-Bereich, erklärt Xavi mir, ist das inzwischen eine etablierte Sparte. Pornodrehs haben sich verändert: Das neue große Ding ist VR, und mit der neuen Technologie sind neue Akteure in die Branche gekommen. Die breitschultrigen Zuhältertypen von früher gibt es zwar noch, aber immer mehr Sets werden von Technikfreaks dominiert – von Leuten, die Pornos zwar mögen, aber für die sie bislang eher eine Freizeitbeschäftigung waren. Es ist eine Revolution der Nerds. Und Xavi Clos ist mittendrin.

Für Innovationen ist die Pornoindustire dabei der perfekte Ort. VHS hätte sich ohne Sexfilme vielleicht nie durchgesetzt, Online-Chats wären ohne die Erotikbranche nicht so schnell so wichtig geworden. Pornos sind die Katalysatoren des technischen Wandels. Fast ein Drittel des gesamten Internet-Verkehrs machen Sex-Clips aus. Seit 2016 bietet die größte Pornoseite Pornhub VR-Videos an – und seit der Einführung haben sich die Abrufzahlen um knapp 300 Prozent gesteigert.

Xavi und ich beschließen, Michelle erst mal plappern zu lassen und auf eine Erkundungstour durch die Villa zu gehen. "Weißt du, was Michelle gesagt hat, als sie mich gesehen hat?", flüstert er, als wir die Treppen in den ersten Stock hochlaufen. "Sie hat gefragt: Bist du der männ­liche Darsteller? Sie dachte, ich bin ein Pornostar!" Xavi grinst. "Seh’ ich aus  wie ein Pornostar, oder was?" Wir laufen durch einen nachgebauten Krankenhausflur in ein Patientenzimmer, das eher nach Sex als nach Behandlung aussieht. Xavi sagt: "Das kommt mir alles bekannt vor", wieder mit diesem Grinsen.

Das intime Girlfriend-Programm

Dann ruft der Regisseur zum Drehbeginn zu sich ins Schlafzimmer. Auf dem ­Doppelbett liegt ein fleischfarbener Plastiktorso mit seinem überdimensionalen  Penis, darüber hängen zwei kleine Gopro-Kameras. Auf Bildschirmen erahnt man das spätere Produkt: ein 180-Grad-Bild aus Sicht des Mannes – beziehungsweise der Plastikpuppe. "Es gibt zwei Regeln", sagt der Regisseur zu Michelle. "Die erste: Augenkontakt. Dieser rote Punkt hier, da guckst du die ganze Zeit hin." Er zeigt auf die beiden Kameras, die wie Augen aufs Bett glotzen. "Die zweite Regel: Intimität und Nähe. Ich will das ganze Girlfriend-Programm." Es geht los, Michelle beginnt mit einem Blowjob, dabei geht sie ganz nah an die Kameras ran, küsst die Linsen, flüstert in die Mikros: "Hey Baby, heute verwöhne ich dich wie nie zuvor."

"Immersion" ist das neue Zauberwort im VR-Pornogeschäft. Die Erfahrungen sollen möglichst intim sein. Wenn es überhaupt noch einen männlichen Darsteller gibt, hat er das Kameragestell auf dem Kopf. Er darf seine Partnerin weder anfassen noch sich bewegen und auch nicht sprechen. Der Nutzer soll das Gefühl haben, allein mit dem Pornostar zu sein. Für VR-Filme werden meist ­Darsteller gebucht, die keine Tattoos oder andere auffällige Merkmale haben. Das Erlebnis soll so normal sein wie möglich. Es gibt Szenen, in denen legt sich die Darstellerin nach dem Sex noch eine Minute auf seine Brust, zum Kuscheln. Aber wie zur Hölle vögelt man mit einer Plastikpuppe, frage ich mich, als ich dem Treiben etwas verstört aus sicherer Entfernung zuschaue.

Die Auflösung kommt, als der Re­gisseur die nächste Szene an­kündigt, eine Doggy-Style-Sequenz. Der grauhaarige Tonmann tritt vor, er trägt Knieschoner. Er nimmt die Puppe, die auf ein Holzbrett geschnallt ist, und klemmt sich hinter sie, als wolle er ein liegengebliebenes Auto anschieben. Dann steckt er diesen riesigen Dildo in Michelle hinein und bewegt das Ding vor und zurück, mal langsam, mal schnell, alles im toten Winkel der Kamera, damit er nicht zu sehen ist. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, dann stöhnt Michelle und täuscht einen Orgasmus vor: "Honey, dein Schwanz ist so geil." Noch Minuten später, als nur noch ein Techniker im Raum ist und abbaut, sitzt der Tonmann zusammengesackt auf einem Sessel in der Ecke. Er schwitzt wie nach einem Dauerlauf, sein Kopf ist rot, und er sagt: "Irgendwie hatte ich mir das Pornogeschäft anders vorgestellt."

Digitales Kamasutra

Am Set hatte mir ein Techniker einen Tipp gegeben: Wenn mich diese Plastikpuppe schon so irritiere, dann solle ich mal zu CamasutraVR gehen. "Das ist das nächste Level, richtig krass", hatte mir der Mann verschwörerisch zugeraunt. Ein paar Tage später bin ich also mit Lisa Houck verabredet, Marketing-Chefin von CamasutraVR, einem Start-up mit dem Slogan "Creating Perfect Reality". Wir treffen uns in Lisas Büro in einem Warehouse in Downtown L.A., es sieht aus, wie es bei Start-ups aussieht: hohe Decken, unverputzte Wände, an denen Skateboards lehnen. Lisa und ihre Kollegen wollen das Spiel mit der Immersion weitertreiben: Wenn sie erfolgreich sind, braucht es irgendwann nicht nur keine Männer mehr an Pornosets – es braucht dann überhaupt niemanden mehr. CamasutraVRs Geschäftsidee klingt wie Science-Fiction: Das Unternehmen fotografiert Pornodarsteller mit Hunderten Kameras tausendfach ab, um sie in täuschend echten 3-D-Simulationen nachzubauen. Zwölf Pornostars sind schon in der Datenbank, viele weitere sollen folgen. CamasutraVR plane eine Art Revolution des Masturbierens, hatte mir der Techniker am Set gesagt. Am Ende des Interviews mit Lisa wird mir klar sein: Es geht ihr um viel mehr. Lisa ist eine zierliche, energische Frau auf ziemlich hohen Schuhen. Genau wie Xavi ist sie neu im Pornogeschäft, vorher hat sie als Promiagentin gearbeitet. Sie fängt gleich an, von einem "Masterplan" zu erzählen, den sie habe. Sie rattert durch die Stufen dieses Plans wie durch die Phasen eines Fiebertraums.

Phase 1: die Porno-Mansion

Um nicht von anderen Anbietern abhängig zu sein, programmiert CamasutraVR zurzeit eine eigene Plattform, die funktionieren soll wie die Welt im Compu­terspiel GTA. Herzstück dieser Welt soll eine Villa sein, die Mansion, in der die Avatare von Pornostars leben. Diese Stars soll man dann besuchen können wie in einem digitalen Nachtclub. Lisa drückt mir eine VR-Brille und zwei Controller in die Hand. Wenig später stehe ich in einem Musterraum der Porno-Villa, ein Rocksong läuft über die Stereoanlage in der Ecke, und vor mir tanzt eine nackte Frau an einer Stange. Das sei die Darstellerin Casey Calvert, erklärt mir Lisa. Wenn ich in ihrem Büro herumlaufe, bewegt sich auch die Figur, deren Hände ich mit den Controllern steuern kann. "Fass ihre Titten an", befiehlt Lisa. Also berühre ich Casey und sehe, wie meine Hand ihre Brust eindrückt. Es sieht erschreckend echt aus.

Phase 2: philippinische Sexarbeiterinnen

Sobald es mehr Scans von Pornostars gibt, sagt Lisa, sollen Nutzer richtige Tête-à-Têtes mit Porno-Avataren buchen und sie nicht nur beim Tanzen beobachten können. Die Avatare sollen dann von echten Menschen gesteuert werden. Ein Kollege von Lisa war kürzlich auf den Philippinen, um Kontakte mit ehemaligen Sexarbeiterinnen zu knüpfen. "Die wissen, wie man sich im Bett bewegt", sagt Lisa. "Die wären die ideale Besetzung." Lisa wirkt begeistert, wenn sie davon spricht, für sie ist das auch ein feminis­tisches Projekt: Die Sexarbeiterinnen könnten Geld verdienen, ohne ihren ­Körper verkaufen zu müssen – und die Pornostars könnten viel länger im Geschäft bleiben als nur die paar Jahre, die sie vor der Kamera Sex haben. Schon 2019 soll Phase 2 beginnen.

Phase 3: Second Life

Statt sich nur mit Avataren zu treffen, ­sollen sich Nutzer in der CamasutraVR-Welt schließlich unabhängig bewegen können, wie bei GTA. Jeder kann dann ein Pornostar sein und muss sich dafür nicht einmal ausziehen. Wieder gibt mir Lisa die VR-Brille und die Controller. Dieses Mal stehe ich inmitten eines antiken Säulengangs. Ein paar Meter entfernt vögelt ein dürrer Kerl im Stehen mit einer Blondine, die auf einem Quader liegt. Wieder befiehlt mir Lisa aus dem Off, was zu tun ist: "Geh' in ihn rein und vögel' sie selbst!" Zögerlich laufe ich auf das Pärchen zu. Als ich nah genug dran bin, werde ich in den Körper des Mannes gezogen und bin dann plötzlich derjenige, der Sex mit der Blondine hat. Stöhnend liegt sie vor mir, nur ihr Blick ist merkwürdig leer. "Daran arbeiten wir noch", sagt Lisa.

CamasutraVR kooperiert mit der ­Firma Kiiroo, die interaktive Sextoys ­produziert. Kiiroo stellt originalgetreue Abdrücke der Vaginas von Pornodar­stellerinnen her. Kunden bekommen ein trichterförmiges Gerät, im Inneren eine Art Strumpf, das sie zum Masturbieren über ihren Penis stülpen. Die Bewegungen aus den Pornos können die Nutzer in der künstlichen Vagina nachspüren. So könnte also die Zukunft aussehen: Ein richtiger Profi-Masturbierer kauft sich die Vagina seiner Lieblingsdarstellerin, setzt eine VR-Brille auf und hat Sex in ­Lisas Porno-Villa mit dem virtuellen ­Abbild seines Schwarms. Es ist eine Zukunft, die man sich eigentlich nicht genauer vorstellen möchte, die hier in L.A. aber greifbar nah scheint.

Als ich später durch die Straßen der Stadt laufe, ruft Lisa an und sagt, sie habe den letzten Teil des Masterplans ganz vergessen. Irgendwann solle das Ganze natürlich eine eigenständige Welt werden, in der – basierend auf künstlicher Intelligenz – auch die Avatare selbstständig interagieren könnten. Als Nutzer könne man dann teilnehmen, wie es einem beliebt.

Die Porno-Oscars

Die Pornhub-Awards ähneln einer großen Pornoparty. Sie werden dieses Jahr erstmals ausgerichtet und auch gleich live auf Pornhub übertragen – natürlich in Virtual Reality. Ich gehe mit Xavi hin, der sie ehrfürchtig "unsere Oscars" nennt. Wir treffen uns in einer Bar in der  Innenstadt von Los Angeles. Xavi wirkt noch nervöser als auf dem Dreh, ständig nestelt er an der Fliege seines Anzugs herum. Ein Bekannter hat ihm am Nachmittag noch eine Nachricht geschrieben: Sieh zu, dass du einen Pornostar flachlegst! Xavi lacht unsicher und ein wenig verschämt: "Mal schauen ..." Dann geht er los, und ein paar Ecken später steht er wie ein verlorener Konfirmand zwischen einem Cowboy mit tätowiertem Nacken, zwei Frauen in Kleidern aus Kondomen und einer Dame, die gleich ganz nackt gekommen ist. Das müssen die Awards sein.

Wir schlendern durch die rosafarben ausgeleuchtete Lobby. Die Decke ist voll mit barocken Ornamenten, die aber sehr nach Plastik aussehen; die Wände sind mit Samtvorhängen abgehängt. Hugh Hefner, denke ich, hätte sich hier zu ­Hause gefühlt. Frauen mit Po-Implantaten flitzen durch die Gegend. Ich starre einen glatzköpfigen Mann an, der eine Axt auf die Stirn tätowiert hat. Aus Versehen starre ich so lange, bis er mich anspricht. "Hey, wie geht’s, kennen wir uns?", fragt er und lächelt.

An der Bar treffe ich Lisa Houck wieder. Sie führt mich herum und stellt mir allerlei Leute vor, die wie sie bis vor Kurzem noch nichts mit Pornos zu tun hatten. Ein Programmierer, ein Journalist, ein ehemaliger Rennfahrer. "Die Branche öffnet sich", sagt Lisa. "Es gibt jetzt viele Außenseiter mit neuen Ansätzen."

In der Pornoindustrie zu arbeiten, so wirkt es hier, ist inzwischen ein bisschen hip. Die Szene ist bunter, diverser, jünger als früher. Die schmierigen, alten Pornotypen in Trainingsanzügen laufen noch rum, aber sie sind in der Minderheit. Eine halbe Stunde später treffe ich Xavi am roten Teppich wieder, der eigentlich rosa ist. Xavi steht hinter den Fotografen. Der Regisseur von gestern ist auch da, er redet in einer Tour und stellt den Mädchen Xavi als einflussreichen Produzenten vor.

Der dreht sich zu mir und sagt grinsend: "Ich habe schon ein paar Silikon­titten angefasst, eben gerade." Das Leben kann so aufregend sein, Wahnsinn!

Dann geht die Show los. Wir sitzen in unseren Sesseln im VIP-Bereich und schauen hinunter auf die Bühne, auf der sich 20 Pornodarstellerinen formieren wie eine Terrakotta-Armee. Xavi kommentiert: "Ich kenne viele der Mädchen. Also, vom Sehen." Kanye West tritt auf die Bühne. Er ist der neue Creative Director von Pornhub. Mit verschränkten Armen stellt er sich einige Minuten wie ein Zuhälter vor die Mädchen, dann haut er wieder ab. Am nächsten Tag sind die Internetseiten voll mit diesem Kurzauftritt. PR-Stunt geglückt, auch wenn die Awards selbst eine ziemliche Katastrophe sind. Es geht schief, was schiefgehen kann. Die wechselnden Moderatorinnen, natürlich oben ohne, kreischen die Gewinnerinnen und Gewinner durch den Saal: "Back Door Beauty: Our top anal per­fomer is Danika Mori!" – "Nicest Pussy: Dillion Harper!" – "Best Cumshot: Danny D!" Dazu blitzen Strobo-Lampen ins Publikum, so hell, dass ich irgendwann einfach meine Sonnenbrille aufsetze. Ständig fällt der Teleprompter aus, und die Damen beginnen einfach wieder von vorn, vier, fünf Mal hintereinander. Es hört ohnehin niemand zu.

Wenig später gewinnt BadoinkVR den Preis für den besten VR-Kanal. Xavi jubelt noch, da sind die Moderatorinnen schon bei der nächsten Kategorie. Als er sich den Preis nach der Show abholt, bekommt er eine Tüte dazu mit allerlei Zeug drin, auch eine E-Zigarette mit Cannabisöl. Xavi bietet an, und ich ziehe so kräftig ich kann, obwohl ich keine Ahnung habe, wie stark das Zeug ist. Endlich ist der Zirkus vorbei.