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Was macht eigentlich ...: Monique Sluyter

Die blonde Niederländerin war eine der drei Assistentinnen des Moderators Hugo Egon Balder in der Strip-Show "Tutti Frutti", die von 1990 bis 1993 bei RTL lief

Zur Person

Die blonde Niederländerin war eine der drei Assistentinnen des Moderators Hugo Egon Balder in der Strip-Show tutti frutti, die von 1990 bis 1993 bei RTL lief. Sluyter wurde während ihres letzten Schuljahres für das italienische Strip-Quiz "Colpo Grosso" entdeckt. Nach vier Jahren als Co-Moderatorin wechselte sie 1990 in gleicher Funktion für drei Jahre zum deutschen Ableger "Tutti Frutti" bei RTL. Anschließend kehrte sie in ihre Heimat zurück, bekam ihre eigene TV-Show "Erotica", nahm eine CD auf, arbeitete fürs Radio und versuchte sich erfolgreich als Multimedia-Unternehmerin. Die 36-Jährige lebt in Haarlem und ist mit dem Musiker und Jazz-Produzenten Humphrey Proeve liiert.

Das Interview mit Monique Sluyter führte Albert Eikenaar.

Wie gerät ein 18-jähriger Teenager frisch vom friesischen Lande in eine TV-Strip-Show?

Ich war in meiner Heimat zur Miss Friesland gewählt worden. Unter den Zuschauern befand sich ein italienischer Talentjäger, der in den Niederlanden auf der Suche nach knackigen Blondinen war. Er bot mir schließlich die Rolle als Assistentin in der damals neuen italienischen Auszieh-Show "Colpo Grosso" an.

Einfach so?

Nur unter der Bedingung, dass ich in einem halben Jahr die Sprache beherrsche.

Und dann zogen Sie aus nach Mailand - weit weg von Kühen und grünen Wiesen.

Zuerst prüften meine Eltern alle vertraglichen Bedingungen. Als sich herausstellte, dass sie okay waren, ließen sie mich gehen.

Hatten die kein Problem damit, dass ihre Tochter in so einer freizügigen Veranstaltung auftritt?

Ich selbst habe mich ja nie vor der Kamera ausgezogen. Ich trug handgemachte Mieder und straffe Höschen, die sehr sexy waren. Alles vom Feinsten, aus Pferdehaar. Sündhaft teuer.

Wie kamen Sie zurecht? Sie hatten ja noch nie vor irgendeiner TV-Kamera gestanden.

Ich war überrascht, wie hart dieser Job ist. Vor allem machte mir das hohe Arbeitstempo zu schaffen. An einem Tag wurden vier Sendungen aufgezeichnet. Von morgens elf bis abends elf. Wenn ich schlafen ging, klebte Blut an meinen Füßen.

Also ein Reinfall?

Das gerade nicht. "Colpo Grosso" wurde ein Hit. Sender aus anderen Ländern standen Schlange, um dieses Konzept zu übernehmen. Auch RTL. Von "Colpo Grosso" bin ich zu "Tutti Frutti" gewechselt, an die Seite von Hugo Egon Balder.

Gab es Unterschiede?

In der deutschen Fassung entwickelte sich das Programm zur Satire. "Tutti Frutti" galt als Kult, eine prüde Persiflage auf die sexuelle Ereigniswelt im deutschen Fernsehen.

Plötzlich waren Sie weg. Hatten Sie die Nase voll?

Ein niederländischer Sender hatte mir eine eigene Erotik-Talkshow angeboten.

Wie sieht's heute aus? Sind Sie immer noch im Sexgeschäft aktiv?

Das Wort Sex riecht zu sehr nach Porno. Damit will ich persönlich nichts zu tun haben. Ich bin ein braves, romantisches Mädchen.

Okay, anders formuliert: Verdienen Sie nach wie vor mit Erotik Ihr Geld?

Unter anderem. Auf meiner Website biete ich gebührenpflichtige, freizügige Texte und Bilder an, wobei der Markt mittlerweile Härteres verlangt, aber so weit gehe ich nicht. Die Zahl der Klicks ist dennoch zufriedenstellend.

Sie sagten unter anderem. Was treiben Sie sonst noch?

Ich male abstrakte Gemälde, ich schreibe, ich produziere Kurzfilme für I-Modem-Anbieter und DVD-Vertreiber, biete Internetinformationen, bin Schauspielerin, Model, Sängerin, TV-Köchin, Moderatorin und meine eigene Managerin.

Trotzdem wird wohl immer das Bild von Ihnen als Pin-up haften bleiben.

Stimmt. Die Visagisten modelten mich damals um zu einer Art Marilyn-Monroe-Kopie mit kräftig gepushten Busen, und die hat sich bei den Männern auf die Netzhaut gebrannt. Der witzige Nebenaspekt meiner Malerei ist ja, dass die meisten, die meine Bilder kaufen, gar nicht wissen, dass ich das "Tutti Frutti"-Mädchen bin. Denn als Malerin in Jeans sehe ich nicht wie ein süßer Bonbon zum Vernaschen aus.

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