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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Keine Chance für die Liebe


Mit leichter Verspätung treffen die Untergangsprognosen der Maya doch noch ein. Risse gehen durch die Promiwelt. Die Wulffs, van der Vaarts, Taylor Swift – alles im Eimer!
Von Ingo Scheel

Konnten die Maya mit ihren apokalyptischen Vorhersagen wirklich so falsch gelegen haben? In Dittsche-Bademantel, mit Pils und Kippe, hatte sich die Welt am 21.Dezember auf die heimische Couch gefläzt, um dem Ende der Welt entgegenzudösen. Der Tag verging, die Erde drehte sich weiter. Nichts passierte, Business as usual. Musste man also fix noch Weihnachtsgeschenke kaufen gehen. Nur zehn Tage später schlägt die Nadel des Seismografen schließlich doch aus. Ganz fein, kaum zu erkennen, die Folgen dennoch unübersehbar. Es fallen die Geweihe von der Wand, springen die Gläser, schlagen die Uhren ein letztes Mal. Butterfly Effect im Wolkenkuckucksheim.

Gezuckt und am Kopf erwischt

In Hamburg etwa. Eben noch Tribünenküsschen, jetzt schon rechter Haken. Alles aus bei den van der Vaarts, dem Vorzeigepärchen von der Elbe. Das Model und der Rüffler. Der Hoffnungsträger des HSV, Rafael van der Vaart, soll seiner Frau Sylvie auf der Silvesterfeier eine Watschn verpasst haben. Und das vor allen Gästen, von Angestellten einer Catering-Firma ist die Rede. Downton Eppendorf. Doch schon am nächsten Tag rückt Sylvie nicht nur die Elisabeth-Flickenschildt-Sonnenbrille über dem Näschen, sondern via "Bild"-Zeitung auch die Wahrheit gerade. Sie habe Rafi wecken wollen, der hätte gezuckt und sie am Kopf erwischt.

Na also, alles halb so schlimm. Aus, aus, aus, die Liebe ist aus – so lautet dennoch das Neujahrsfazit. Letzte Schritte hallen durch die 400qm-Bude der van der Vaarts, eine jener Wohnhallen, in denen die Kinder für den Weg von der Küche ins Spielzimmer Proviantpakete mitbekommen. Ehe auf Stopp, den Wohnraum zähneknirschend halbiert – der kleine Engel wohnt jetzt allein in Winterhude. Auf 260 Quadratmetern. Downsizen liegt im Trend.

Ab sofort wieder getrennte Kasse

Beileibe längst nicht so überraschend wie bei den holländischen Zeitgenossen in der Hansestadt auch das Ende einer anderen Love Story. Im Hause Wulff erklingt der eheliche Zapfenstreich. In Großburgwedel ist die Berliner-Marmelade im Mundwinkel noch nicht ganz angetrocknet, da heißt es auch hier: Abpfiff. Finaler Schlag in der "World of Wulffcraft". Bettina packt die Pullis ein und macht sich wieder auf in die Welt jenseits des Protokolls. Vor Weihnachten hatte man noch telegen zusammen im Supermarkt um die Ecke eingekauft, damit ist nun Schluss. Ab sofort wieder getrennte Kasse, da ist besonders auf Seiten des Ex-Präsidenten wieder Fantasie gefragt. Man weiß: Ihm wird etwas einfallen.

Etwas einfallen lassen wird sich auch Taylor Swift, soviel ist sicher: Des Countrys erotomaner Durchlauferhitzer ist schon wieder solo. Für ihren Ex-Lover, Mädchenschwarm Harry Styles, gibt es nach gerade mal zwei Monaten nur one direction, die entgegengesetzte nämlich. Wie es mit den Chancen auf ein Liebes-Comeback aussieht, davon kann der 18-Jährige sich beim Griff ins Swiftsche Songarchiv ein Bild machen. "We Are Never Ever Getting Back Together" heißt die aktuelle Single der rastlosen Romantikerin.

Ende einer Romanze

Und auch "down under" flaggt die Liebe seit dem Vortage nur noch Halbmast. Helmut Berger musste das Camp verlassen. Wir werden nicht mehr erfahren, wie die zarte Romanze zwischen ihm und Olivia Jones weitergegangen wäre. Die Bilder vom Frankfurter Flughafen hatten warm ums Herz gemacht. Schon vor dem Abflug Richtung Australien, Ziel "Dschungelcamp", fanden sich da zwei. Hier Olivia Jones, der onkelhafte Transenturm von der Reeperbahn, dort Helmut Berger, der schönste Mann der Welt.

Die erste Kakerlake war noch nicht verzehrt, da waren die beiden schon ziemlich beste Freunde. Zart glänzte der Lippenstift auf Bergers Backe, und auch Mister Jones konnte die Vorfreude auf gemeinsame Nächte am Lagerfeuer kaum verhehlen. "Ich werde kämpfen, auch sexuell", hatte er, sie, es der Hamburger "Morgenpost" offenbart. Darauf 'n Döschen Prosecco. Prost, Helmut. Leider bleibt es bei der schönen Idee, die Gesundheit machte dem Schauspieler einen Strich durch die Rechnung. Er verließ nach verkorkstem Medizincheck das Camp. Was bleibt einem da noch? Moment mal - was macht eigentlich Lothar Matthäus?


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