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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Naddel statt Gsell, Treppe statt Besenkammer


Naddel hat ihr neues Buch vorgestellt. Sie gibt darin Sex-Tipps. Dass er diese nicht nötig hat, bewies Boris Becker in der Besenkammer. Zehn Jahre später stellt er klar: Es war die Treppe.
Von Jens Maier

Nadja Abdel Farrag kennt sich total gut mit Erotik aus. Schließlich hat sie sich einst im Fernsehen öffentlich den Busen wiegen lassen, zog sich für den Playboy aus und war die Nachfolgerin von Verona Feldbusch als Moderatorin der RTL2-Möchtegern-Porno-Sendung "Peep". Gründe genug, warum sie jetzt in noch größere Möpse, äh Fußstapfen, tritt: die von Tatjana Gsell. Die "Busen-Witwe" warb im vergangenen Jahr mit ihren zwei besten Argumenten halbnackt auf Plakaten für die Sex-Messe Venus in Berlin. Vor Schreck dürfte so manchem Autofahrer bei diesem Anblick der Schaltknüppel aus der Hand gefallen sein. Tati, der Schrecken der Straße. In diesem Jahr hat sie eine würdige Nachfolgerin: Naddel.

Die ehemalige Krankenpflegerin, die sich neuerdings als Schlagersängerin ("Kleiner Hai") versucht und bereits für Kunstpalmen Werbung gemacht hat, sorgt dafür, dass deutsche Männer auch weiterhin kräftig mit der Palme wedeln können. Sie ist das neue "Venus-Gesicht". Leider nicht nur das, auch Naddels künstliche Reste sind auf den Plakaten zu sehen - Photoshop sei Dank. Und weil Naddel so eine Erotik-Kennerin ist, stellt sie gleich noch ihr neues Buch "Vernaddelt" vor - nicht auf der Buchmesse, sondern auf der Erotikmesse. Aufatmen in Frankfurt, Stöhnen in Berlin.

Die Hauptstädter dürfen sich auf knorke Beziehungstipps freuen. Wie man per SMS Schluss macht, hat die 44-Jährige ja schon 2001 bei Ralph Siegel gezeigt - jetzt geht's ans Eingemachte: "Ungepflegte Haare, Haut und Füße gehören in professionelle Hände", verrät Naddel fachmännisch. Und auch: "Geben Sie Ihrer Lust nach: Spontane erotische Abenteuer bringen knisternde Spannung in frische und langjährige Beziehungen." Das hat sie offenbar von Ex-Freund Dieter Bohlen gelernt. Der war beim Teppichkauf in einem Hamburger Geschäft mit der Verkäuferin einst auch total spontan zugange.

Spontan ging es vergangene Woche offenbar auch auf Mallorca zu. Und zwar ganz ohne Venus-Messe. Das eher ruhige Hafenstädtchen Port d'Andratx hatten der Boyzone-Sänger Steven Gately und dessen Ehemann Andrew Cowles offenbar mit El Arenal verwechselt. Dort hatten sie ihren eigenen Ballermann. In diesem Fall hieß der Georgi Dochev, ist 25 und stammt aus Bulgarien. Dumm nur, dass Steven Gately sich von dessen Qualitäten, die unlängst auf Badefotos in der englischen Klatschpresse zu sehen waren, wegen Trunkenheit nicht mehr selbst überzeugen konnte. Das tragische Ende: Er soll auf der Couch eingeschlafen sein, während Cowles und der Toy-Boy im Schlafzimmer weiterfeierten, und starb in der Nacht an einem Lungenödem. "Seinen Tod werde ich mir nie verzeihen können", soll Cowles laut der britischen Zeitung "The Mirror" gesagt haben. "Wenn ich doch nur nach ihm gesehen hätte", wirft sich Cowles vor. Trösten kann er sich damit, dass dies wahrscheinlich auch nichts genützt hätte. Ein Lungenödem kann innerhalb von wenigen Minuten zum Atemstillstand und damit zum Tod führen.

Mit dem Leben davon gekommen ist noch einmal Sidos Nachbarin. Der Rapper soll der gehbehinderten 69-Jährigen damit gedroht haben, sie mit ihrer Krücke zu erschlagen. "Der Satz klingt nach mir", gab Paul Würdig, wie er mit richtigem Namen heißt, vor Gericht zu. Da kommt einem doch sofort sein Song "Schlechtes Vorbild" in den Sinn. Die alte Dame gab nämlich an, seit dem Vorfall schlaflose Nächte gehabt zu haben. Und das alles nur, weil ihr Sohn auf Sidos Parkplatz geparkt und seine Freundin angebaggert haben soll. Zur Strafe muss Sido jetzt 14.000 Euro zahlen, davon gehen 2000 Euro an die verängstigte Rentnerin. Vielleicht hätten dem Macho-Rapper zwei Wochen Pflegedienst im Altenheim auch ganz gut getan. Doch seitdem er seine Maske abgenommen hat, hätte er mit seiner Visage wohl noch mehr alte Damen in Angst und Schrecken versetzt.

Verscherzt hat es sich Sido nicht nur mit seiner Nachbarin, sondern auch mit Detlef D. Soost. "Er ist ein Vollidiot und privat genauso abgebrüht wie in der Sendung", sagt der Deutsch-Rapper und Ex-Juror von "Popstars" über Soost. Doch offenbar scheint dieser auch eine charmante Seite zu haben. Kate Hall, die bis 2007 mit Schnulzensänger und Teenieschwarm Ben liiert war, erwartet ein Kind von ihm. Die Sängerin und Soost hatten sich bei Dreharbeiten für die vergangene "Popstars"-Staffel im Januar kennengelernt. Das Kind scheint offenbar noch im Fernsehstudio gezeugt worden zu sein, denn Hall ist schon im fünften Monat schwanger.

Eilig mit dem Kinder kriegen hatte es seinerzeit auch das russische Model Angela Ermakova. Einmal mit Boris in der Besenkammer reichte und sie war schwanger. Wobei unser Bobbele jetzt in einem Interview mit einem britischen TV-Sender klarstellte, dass es gar nicht die Besenkammer war. "Ich weiß nicht, ob die Toilette ein besserer Ort ist, aber es passierte auf der Treppe zur Toilette. Es gab also keine Besenkammer", sagt der Ex-Tennisprofi und fügte hinzu, dass er sich total schuldig fühlte. Dieses Gefühl scheint seitdem jedes Mal wiedergekommen zu sein, wenn er aufs Klo musste. Anders ist die Frage, warum er uns zehn Jahre später mit dieser Erkenntnis beglückt, nicht zu beantworten.


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