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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Zwischen Küchenpsychologie und Körperverletzung

Busenwunder Katie Price lässt in Las Vegas die Hochzeitsglocken läuten. Lindsey Lohan will nicht Linie fliegen, Claudia Effenberg empfiehlt sich für den Nobelpreis in Gossenliteratur.

Von Stefan Mielchen

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Wer wüsste das besser als unsere Promis? Folgerichtig ließ Katie Price in dieser Woche ihre beiden riesigen Hochzeitsglocken läuten: das Busenwunder hat in Las Vegas geheiratet - ausgerechnet jenen Lover, den sie vor kurzem noch per Fernsehinterview abgeschossen hatte! Alex Reid heißt der Prügelknabe, der den ehrbaren Beruf eines Käfigkämpfers ausübt und zuletzt am Gnadenbrot im britischen Promi-Big-Brother-Haus knabberte. "Wir lieben uns und freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft", teilten die seit November getrennten Frischvermählten nach der Blitzhochzeit überraschend mit - Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!

Erst im Herbst war Ex-Boxenluder Katie inoffizielle Schlagzeilenkönigin, weil sie die Trennung von Popsänger Peter Andre zur medialen Schlammschlacht nutzte. Beide hatten die Scheidung wegen "unzumutbaren Verhaltens" eingereicht. Erstaunlicherweise meinten Katie und Peter dabei aber den jeweils anderen.

Zwischen Küchenpsychologie und Körperverletzung

Unzumutbar ist auch eine der ersten Vokabeln, die man mit Deutschlands Vorzeigeehepaar Claudia und Stefan Effenberg in Verbindung bringt. Beide sind beruflich bekanntlich damit beschäftigt, irgendwie in die Zeitung zu kommen. Neuester Coup: Claudia schrieb ein Buch über ihr Leben. Leider reichte es nur für ein Taschenbuch: "Eigentlich bin ich ja ganz nett" lautet der Titel. Das große Aber folgt auf 176 Seiten zu 9,95 Euro. Das Machwerk steht ganz oben auf der Liste für den Gossenliteratur-Nobelpreis. Die Autorin lässt ihre Leser beispielsweise wissen: "Im Moment lebe ich auf der Sonnenseite. Aber das war bei Gott nicht immer so. Auch ich bin durch die Hölle gegangen, habe mir Brandblasen geholt und Schmerzen aushalten müssen." Tja, warum sollte es dem Leser da anders gehen?

Claudia hat ein paar Tipps für verlassene Frauen parat, die irgendwo zwischen Küchenpsychologie und Körperverletzung angesiedelt sind: "Ich kann nur raten, leben sie alles aus, was ihnen als hintergangene Frau in den Sinn kommt", doziert sie wie aus dem Eff-Eff. Am besten zieht man sich erst mal aus und lässt sich fotografieren - so wie Claudia damals. "Ganz Deutschland sollte sich fragen: Wieso hat er diese Frau betrogen", erklärt sie das trennungstherapeutische Shooting heute. Dabei hatte sich ganz Deutschland schon damals längst gefragt: Warum hat er sie überhaupt genommen?

Schweinefleisch besser als Viagra

Apropos Lebenshilfe: Auch Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hatte diese Woche ein paar ganz heiße Tipps für frustrierte Artgenossinnen auf Lager. Wenn's in der Liebe nicht mehr so richtig läuft, hilft ein gutes Kotelett. Denn, so Kirchner: "Schweinefleisch verbessert die sexuelle Aktivität". Es sei viel befriedigender, ein kleines gegrilltes Ferkel zu verspeisen, als sich Viagra einzuwerfen, plauderte die Politikerin aus dem Nähkästchen - nach einem offenbar recht schweinischen Wochenende unter ihrem Gatten. "Ich esse sehr viel Schweinefleisch", augenzwinkerte sie noch, und spätestens hier ist man froh, dass derlei Bekenntnisse in Deutschland unüblich sind. Oder interessiert sich ernsthaft jemand für den Speiseplan der Kanzlerin?

Die Schweine sind eh immer die anderen. So hat das Männermagazin "FHM" gerade erst wieder eine Liste der unsexiesten Frauen veröffentlich. Und - tata! - Außenminister Guido Westerwelle landete auf Platz 2. Herrenwitz, ick hör' Dir trapsen. Andererseits: Auch Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz taucht auf der Liste auf. Kann man wieder nix sagen... Aber eigentlich ist es in diesen modernen Zeiten ohnehin egal, ob jemand Männlein oder Weiblein ist - Hauptsache, es wird geschnackselt! So bekannte Amy Winehouse in dieser Woche, dass sie nichts gegen Sex mit Frauen einzuwenden habe: "Ich mache das, was sich gut anfühlt", behauptete sie. Obwohl sie nur das Wenigste davon überhaupt noch mitkriegen dürfte.

"Lindsay Lohan ist eine Spinnerin"

Was auch für Ihre Zugedröhntheit Lindsay Lohan gilt. Auch sie scheint ihren Drogisten intensiv konsultiert zu haben, bevor sie Lustgreis Richard Lugner den Zuschlag für den Wiener Opernball in der kommenden Woche erteilte. Dabei besitzt die Hollywood-Actrice nicht einmal ein Ballkleid und weigert sich, mit einem Linienflug nach Österreich zu kommen - Weiberfasching at it's best! Denn jetzt muss "Mörtel" auch noch den passenden Flieger organisieren. Der bisher gefundene Achtsitzer reich nicht: "Sie kann darin nicht schlafen und er muss dreimal zwischenlanden", stöhnt Lugner, der wahrscheinlich bereits seit Wochen Koteletts im Dreivierteltakt zu sich nimmt. "Was soll ich machen, sie ist halt eine Spinnerin", sagt der Ballkönig über seinen Gast. Ein Kompliment aus berufenem Munde.

War sonst noch was? Na klar! Madonna und Jesus sollen sich endgültig getrennt und damit die Schnellmerker-Weltmeisterschaft gewonnen haben. Nach einem Jahr haben sie endlich kapiert, dass die Beziehung aufgrund des Altersunterschiedes nicht funktionieren kann: der brasilianische Toyboy ist schließlich nur zehn Jahre älter als seine verhinderte Stieftochter. Statt Muttis Cellulite im Horizontaltraining abzuarbeiten, soll sich Jesus altersgemäß lieber mit Lourdes beim Karaoke an der Playstation ausgetobt haben. Beliebtester Song der beiden: "Like A Virgin!"