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Abgewatscht - die Promi-Satire: Verona und der blaue Bock

Wozu eigentlich noch zu den Opernfestspielen nach Italien fahren, wenn das ZDF die Arena di Verona ins Wohnzimmer überträgt? Liebe, Habsucht, Staatswalt - perfekter als eine Oper hätte das Spektakel kaum sein können. Das hätte sich auch die Zentrumspartei in Hamburg gewünscht, stattdessen bekam sie 0,1 Prozent und Werner Böhm.

Von Stefan Mielchen

Der arme Franjo am Boden zerstört - da kommen einem glatt die Tränen! Dass Verona ihren Gatten noch nie so niedergeschlagen erlebt haben will, glaubt man gerne. Man wird ja auch nicht täglich mit dem Verdacht der Bestechung und Insolvenzverschleppung konfrontiert. Da überzeugt es aus tiefstem Herzen, wenn Verona in der ZDF-Sendung "Kerner" erklärt: "Wir sind keine kriminelle Familie." Glaubwürdiger hätte es Clarissa von Anstetten in der "Verbotenen Liebe" auch nicht ausdrücken können. Toll wiederum die Fürsorglichkeit der Staatsanwaltschaft: Während man die Zumwinkels als anständige Postbeamte gegen 7 Uhr früh aus dem Bett klingelte, respektierte man bei den Pooths das Bedürfnis nach Schönheitsschlaf und wartete bis zum späten Vormittag. Eigentlich wollte das Paar den Bau seiner neuen Villa als Dokusoap auf Pro 7 vermarkten, doch daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Wie wäre es alternativ mit einer Neuauflage von "Hinter Gittern"?

Bislang allerdings blieb es bei der Pooth-Razzia, Handschellen klickten noch nicht. Dieses Thema besetzte in dieser Woche ganz jemand anderes: Boy George (ja, den gibt's noch)! Er soll in seiner Londoner Wohnung einen Callboy angekettet und misshandelt haben, kam aber gegen Kaution vorerst wieder frei. Ohne auf die sexuellen Gepflogenheiten abgehalfterter Popstars näher eingehen zu wollen - eine kleine SM-Einlage liegt in diesem Falle nicht jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Schließlich hieß Boy Georges erster Hit "Do you really want to hurt me?"

Wo wir gerade bei lebenden Leichen sind, wenden wir uns einem tatsächlich Toten zu: Hans Rolf Rippert ist von uns gegangen, der irgendwie immer schon da war und bereits im "Blauen Bock" als Ivan Rebroff die Tonleiter rauf und runter brummte. Der bärige Spandauer mit der lustigen Pelzmütze kannte zwar dem Vernehmen nach jeden Kosakenzipfel von Moskau bis Nowosibirsk, das Publikum jedoch lebte stets im Glauben an den "eingefleischten Junggesellen". Das nennt man dann wohl eine lebende Legende.

Werner Böhm lebt noch

Apropos Blauer Bock: Auch Gottlieb Wendehals alias Werner Böhm lebt noch. Er wurde zuletzt im Hamburger Wahlkampf am Rande einer Veranstaltung der Zentrumspartei von Ex-Schill-Senator Dirk Nockemann gesehen, die daraufhin nur 0,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Soll trotzdem ein lustiger Abend gewesen sein. Merke: Manchmal sind Promille besser als Prozente!

Junggeselle ist zwar auch Blauer Bock Junior, Prinz Harry, dessen Wodka-Affinität ebenfalls niemand ernsthaft in Abrede stellen wird. Von eingefleischt kann in diesem Zusammenhang aber wohl kaum die Rede sein. Ein ganzer Kerl - trotz Papi: Während Dauerthronfolger Charles mit Bio-Gedöns und Gartenarchitektur seine Weichei-Qualitäten beweist und allenfalls durch die Ehe mit Camilla leichte sadomasochistische Züge verrät, steht Sohnemann Harry am Hindukusch seinen Mann. Wie erst jetzt bekannt wurde, war er im Kampfseinsatz - allerdings nicht bei den üblichen Scharmützeln mit Freundin Chelsy, sondern dort, wo der Schwarze Afghane daheim ist. Und mit dem ist Harry ja auf Du und Du.

Vier Tage habe er nicht geduscht und seine Klamotten nicht gewechselt, bekannte er jüngst in einem TV-Interview direkt aus dem Militärcamp, aus dem er schon wieder herausgewählt wurde. Zur Erholung könnte Papi ihm eigentlich Kylie Minogues Dschungelrefugium French Island enteignen lassen. Die Sängerin will ihr Anwesen im Meer vor Melbourne ohnehin gerade loswerden, und da die Queen ja auch Chefin von Australien ist, sollte sich das regeln lassen. Praktisch: Lausbub Harry müsste sich auch künftig nicht waschen - auf Kylies Insel gibt's weder Strom noch fließendes Wasser.

Bettina - die nackte Maus vom DSF

War sonst noch was? Ja: Die Hamburger Rapper von "Fettes Brot" sollen ihren neuen Song der Nacktquiz-Moderatorin Bettie Ballhaus gewidmet haben. Der Chartstürmer "Bettina, zieh dir bitte etwas an" handele von ihr, behauptet die üppige ehemalige DSF-Mitarbeiterin. Selbst wenn der Song von Betties beeindruckenden Argumenten handelt - man möchte sich nicht vorstellen, dass dies bei Moderatorinnen gleichen Namens Schule macht. Am Ende erfinden die Damen Tietjen oder Böttinger noch die erste Nackttalkshow im deutschen Fernsehen. Dann doch lieber angezogen -oder?

Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard zumindest überzeugte Hollywood in einem sensationellen Meerjungfrauenkleid von Gaultier, während Nicole Kidman weniger stilsicher auftrat und ausrangierten Christbaumschmuck um den Hals baumeln ließ. Da lobt man sich Frankreichs First Lady: Carla Bruni zeigte sich erstmals offiziell an der Seite von Monsieur le Président auf Staatsbesuch in Afrika- in einem Kleid so schwarz und aufregend wie der Kontinent. Ein gutes Beispiel für Hillary Clinton und Angela Merkel in ihren ewigen, spack sitzenden Jackets. Wer die Hosen anhat, macht nicht automatisch die bessere Figur, Mädels. Bruce, übernehmen sie!

  • Stefan Mielchen