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Camille Vasquez Antisemitismus-Eklat: Jetzt lässt auch Johnny Depps Anwältin Kanye West fallen

Kanye West
Kanye West macht sich gerade viele Feinde
© JAVIER ROJAS / Picture Alliance
Die Front gegen Kanye West wird größer. Nach mehrmaligen antisemitischen Äußerungen liegt nun nicht nur seine Doku auf Eis, auch Anwältin Camille Vasquez will ihn nicht länger vertreten. Sogar Ex-Frau Kim Kardashian bezieht Stellung.

Kanye West dachte wohl, mit Anwältin Camille Vasquez an seiner Seite könne nichts schief laufen. Schließlich ist sie bekannt dafür, vor besonders pikanten Fällen nicht zurückzuschrecken, hatte sie doch Johnny Depp im Verleumdungsprozess gegen dessen Ex-Frau Amber Heard vertreten. Vasquez sollte nun auch für West in den laufenden Streitigkeiten mit Adidas die Kohlen aus dem Feuer holen. Doch wie nun das Promiportal "TMZ" von Insidern erfahren haben will, kann der Rapper sich das abschminken. Sie soll ihn fallengelassen haben – und ist damit schon lange nicht mehr die Einzige.

Berichtet wird, dass Vasquez ihrer Kanzlei mitgeteilt habe, nicht mehr mit West zusammenarbeiten zu wollen. Auslöser waren dessen wiederholten antisemitischen Äußerungen. Wie eine Quelle gegenüber der "New York Post" behauptete, habe die Kanzlei zuvor noch versucht zu intervenieren, um eine weitere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Dafür hätte West aber seine Äußerungen öffentlich zurücknehmen müssen, was der allerdings abgelehnt habe.

Kanye West-Doku verschwindet im Giftschrank

Mit der Abkehr von West stellt sich Vasquez in eine Reihe von Menschen und Unternehmen, die immer länger wird. So waren auch die Leiter des Indie-Entertainment-Studios MRC alles andere als erfreut über Wests antisemitische Aussagen. Die Dokumentation über den Rapper verschwindet erst einmal im Giftschrank. "Wir können keine Inhalte unterstützen, die seine Plattform verstärken", zitiert die "Daily Mail" aus einem Memo der Studioleiter. Kanye West, schreiben sie darin, habe in der vergangenen Woche einen 3000 Jahre alten Klassiker gesampelt, "die Lüge, dass Juden böse sind und sich verschwören, um die Welt zu ihrem eigenen Vorteil zu kontrollieren".

Dieser Song sei bereits zu den Zeiten von Pharaonen, Babylon und Rom a capella gesungen worden, während der spanischen Inquisition und in Russlands Siedlungsgebiet vertont worden und Hitler habe den Song elektrisch aufgenommen, schrieben sie. Jetzt habe Kanye dafür gesorgt, dass der Song in der Moderne Eingang in den Mainstream gefunden hat.

Kim Kardashian spricht sich gegen Hate Speech aus

Kim Kardashian, Mutter seiner Kinder, hatte sich Zeit gelassen, auf das Gebaren ihres Ex-Mannes einzugehen. Am Montag meldete sie sich nun auf Twitter zu Wort und sprach sich gegen Hass und Hetze aus. "Hate Speech ist niemals in Ordnung oder entschuldbar", schrieb sie. "Ich stehe an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und fordere, dass die schreckliche Gewalt und die hasserfüllte Rhetorik gegen sie sofort aufhört."

Kurz vor diesem Statement hatte der britische Musiker Boy George sie in den sozialen Medien scharf angegriffen, weil sie die Äußerungen des Rappers nicht verurteilt hatte. "Ich bin entsetzt, dass Kim Kardashian sich nicht geäußert und ihre Stimme in diese Debatte eingebracht hat, denn diese Frau hat Kinder mit Kanye, also muss sie als Mutter verstehen, wie es sich für kleine jüdische Kinder anfühlt, diese verdammten Kommentare zu hören, wie demoralisierend und erschreckend es sein muss", so der Culture-Club-Sänger auf Instagram. Später entschuldigte er sich dafür, sie beschuldigt zu haben.

Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass auch die Künstleragentur CAA den Ex-Mann von Kim Kardashian nicht mehr vertritt. Sie soll schon im vergangenen Monat die Zusammenarbeit beendet haben. Zuvor hatte bereits Balenciaga alle Verbindungen zu dem Rapper gekappt.

Quelle: Daily Mail, New York Post, TMZ, mit Material von Spoton

tpo.

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