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Boy George: Sein Opfer spricht zum ersten Mal über Todesangst

Vor vier Jahren wurde Boy George zu einer Haftstrafe wegen Freiheitsberaubung verurteilt, weil er einen Mann in seiner Londoner Wohnung an eine Heizung gekettet hatte. Jetzt spricht das Opfer zum ersten Mal über seine Angst.

Der Mann, den Boy George im April 2007 in seiner Wohnung festgehalten hat, spricht in einem Interview über die Todesangst, die er damals durchlebte. Der britische Popsänger wurde im Dezember 2008 der Freiheitsberaubung schuldig gesprochen, nachdem er den Norweger Audun Carlsen im Anschluss an ein Nacktfoto-Shoot in seiner London Wohnung an eine Heizung gekettet hatte. Dieser verrät nun, dass er in jenen Momenten sogar um sein Leben fürchtete.

"George bat mich, ins Schlafzimmer zu kommen. Er und noch ein Mann standen da und plötzlich stürzten sie sich auf mich und fingen an, mich zu schlagen und mir in den Rücken und ins Gesicht zu treten; sie schleiften mich über den Boden ... fesselten mich ... legten mir Handschellen an ... beschimpften mich", erinnert Carlsen sich im Interview mit "The Times" und fährt fort: "Ich habe noch nie einen Menschen so voller Hass gesehen. Ich dachte, er würde mich umbringen."

Bevor Carlsen sich von der Wand losreißen konnte, soll George eine Schachtel mit einem Messer und Sexspielzeugen hervorgeholt haben. "Als ich sah, was sich in der Box befand, schaffte ich es, den Haken von der Wand zu reißen. Ich weiß immer noch nicht, wie ich das gemacht habe, aber ich erkannte einfach, dass ich, wenn ich mich nicht befreie, ernsthaft verletzt würde." Auf seinem Weg zur Haustür habe der Sänger ihn dann mit einer Metallkette angegriffen, schildert der Skandinavier weiter. Trotzdem gelang ihm die Flucht - wenn auch nur mit Unterwäsche am Leib.

Heute empfindet Carlsen nach eigener Aussage nur noch Mitleid für den Popstar. Er erklärt: "Ich bemitleide ihn. Er ist einfach ein Feigling ... erbärmlich. Nur Menschen, die mit sich selbst unzufrieden sind, sind zu so etwas fähig." Boy George wurde für seine Tat zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt, von der er vier Monate absaß. Um wen es sich bei dem anderen Angreifer handelte, ist bis heute unbekannt.

roh/Bang
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