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Alec Baldwin Drei frühere Fehlschüsse: Nur Stunden vor dem Schuss-Unfall kündigten Mitarbeiter wegen Drehbedingungen

Alec Baldwin kurz nach seiner Aussage beim Santa Fe County Sheriff's Office am Freitag
Alec Baldwin kurz nach seiner Aussage beim Santa Fe County Sheriff's Office am Freitag
© Jim Weber/Santa Fe New Mexican / DPA
Eine falsch präparierte Film-Pistole hat einer Kamerafrau das Leben gekostet. Abgefeuert hat sie Alec Baldwin. Nun kommt heraus: Kurz vorher hatten Mitarbeiter wegen der Dreh-Bedingungen die Arbeit niedergelegt.

Es ist ein tragischer Unfall: Beim Dreh des Westerns "Rust" hat Schauspieler und Produzent Alec Baldwin durch einen Schuss einer eigentlich als sicher bewerteten Waffen-Requisite die Kamera-Frau Halyna Hutchins tödlich getroffen, auch der Regisseur Joel Souza wurde verletzt. Doch offenbar kam der Unfall nicht aus dem Nichts: Kurz vorher hatten Mitarbeiter das Set verlassen und gekündigt.

Das berichtet die "Los Angeles Times" unter Berufung auf interne Quellen. Demnach hätten am Donnerstag, wenige Stunden vor dem Unfall, ein halbes Dutzend Mitarbeiter den Drehort auf der Bonanza Creek Ranch im US-Bundesstaat New Mexiko verlassen. Der Zeitung zufolge hätten drei beteiligte Personen, die anonym bleiben wollten, berichtet, den Mitarbeitern sei es um die schlechten Drehbedingungen gegangen.  

Stuntdouble von Alec Baldwin gab bereits aus Versehen Schüsse ab 

Den Quellen zufolge hätte sich unter anderem die Kamera-Crew über die Arbeits-Bedingungen am Set des Low-Budget-Western beklagt. Beschwerden gab es demnach über zu viele Überstunden, Probleme bei der Bezahlung und den langen Weg zum Set. Aber auch die Sicherheit habe eine Rolle gespielt. 

Denn der tödliche Schuss-Unfall war nicht der erste Zwischenfall mit Schusswaffen am Set. Dem Bericht zufolge hatte bereits am Samstag letzter Woche Alec Baldwins Stuntdouble versehentlich zwei Schüsse abgegeben, obwohl die Waffe eigentlich nicht hätte geladen sein sollen. Die Waffe war als "cold" deklariert worden, was im Hollywood üblichen Branchenjargon bedeutet, dass eigentlich keinerlei Patronen in der Waffe sein sollten. Nicht einmal Platzpatronen. Auch die beim tödlichen Unfall abgefeuerte Pistole war vorher laut als "cold" bewertet worden.

"Das ist super-unsicher"

Innerhalb der Film-Crew hatte deshalb bereits der erste Vorfall für Unruhe über den Umgang mit den Waffen und fehlende Sicherheits-Maßnahmen gesorgt. "Es hätte eine Untersuchung geben müssen, wie es dazu kommen konnte", sagte ein Mitarbeiter der "Times". "Aber es gab nicht mal Sicherheits-Meetings. Es gab keine Versicherungen, dass so etwas nicht noch mal passieren könnte. Sie wollten nur schnell, schnell, schnell."

Einer der Mitarbeiter soll die Probleme auch gegenüber seinem Vorgesetzten per SMS erhoben haben. "Wir hatten jetzt drei versehentliche Schüsse. Das ist super-unsicher", hieß es in den Nachrichten, die der Zeitung vorliegen sollen. Auf welchen dritten Schuss sich die vor dem fatalen Unfall beschriebene Nachricht bezieht, ist nicht bekannt. Die Produktions-Firma erklärte in einem Statement allerdings, dass man von den Problemen bis zum tödlichen Unfall keine Kenntnis von Beschwerden zur Sicherheit am Set gehabt habe. 

Quelle: Los Angeles Times

mma

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