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Unfall am Set Es war erst ihr zweiter Film: Waffen-Expertin gerät in Fokus der Ermittlungen

Die Polizei untersuchte die Kirche der Bonanza Creek Ranch, an der sich der Alec Baldwins tödlicher Schuss-Unfall ereignete
Die Polizei untersuchte die Kirche der Bonanza Creek Ranch, an der sich der Alec Baldwins tödlicher Schuss-Unfall ereignete
© Roberto E. Rosales / DPA
Die Ermittlungen zum Unfall-Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins laufen weiter. Die Polizei-Ermittlungen konzentrieren sich offenbar auf die Waffen-Expertin am Filmset.

Ist die Waffe geladen oder nicht? Und wenn ja: Mit welcher Art Munition? Wenn an einem Filmset geschossen wird, können diese Fragen über Leben und Tod entscheiden. Kein Wunder, dass sich Hollywood-Produktionen mit penibel die Sicherheits-Maßnahmen prüfenden Waffen-Experten vor Unfällen abzusichern versuchen. Nun ist es beim Dreh des Western "Rust" trotzdem zum tödlichen Unfall gekommen. Und die Waffen-Expertin steht im Fokus der Ermittlungen.

Das geht aus dem Durchsuchungs-Bericht hervor, den die Ermittler für den Besuch des Drehortes beantragt hatten. Nachdem sich auf der Bonanza Creek Ranch offenbar eine Kugel aus der eigentlich als ungeladen deklarierten Pistole des Hauptdarstellers Alec Baldwin gelöst hatte und die Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verwundete, wird demnach nun die Rolle der 24-Jährige Waffen-Expertin Hannah Gutierrez-Reed untersucht.

Ermittlungen zur Waffen-Expertin 

Sie soll laut den Unterlagen für die Sicherheit der Pistole sowie zwei weiterer Schusswaffen verantwortlich gewesen sein. Dem aktuellen Kenntnisstand nach hatte sie die Waffe geladen und gemeinsam mit zwei weiteren auf einen Wagen außerhalb eines Gebäudes gelegt, in dem gedreht wurde. Der Regie-Assistent Dave Halls soll die Waffe dann Hauptdarsteller Baldwin übergeben und sie als "cold gun", also ungeladen, deklariert haben. Danach kam es allem Anschein nach zum tödlichen Schuss. Der genaue Ablauf der Geschehnisse ist Gegenstand der Ermittlungen

Währenddessen wird nun die Qualifikation der Waffen-Expertin immer lauter hinterfragt. Hannah Gutierrez-Reed ist die Tochter des in der Branche hochangesehenen Waffen-Experten Thell Reed, der unter anderem Brad Pitt Waffentraining gab und als Experte Quentin Tarantinos "Django Unchained" betreute. Gutierrez-Reed selbst hatte vor "Rust" aber nur einen Film betreut: Nicholas Cage Western "The Old Way" war im August gedreht worden.

Nach dem Unfall werden nun Stimmen laut, dass es auch dort Sicherheitsbedenken gegeben habe. So soll Gutierrez-Reed der elfjährigen Darstellerin Ryan Kiera Armstrong eine Pistole übergeben haben, die sie zuvor am Boden geladen hatte. Crew-Mitglieder hätten sie dem Mädchen wieder aus der Hand genommen, weil sie überzeugt wären, dass die Expertin sie nicht ausreichend auf mögliche Gefahrenquellen untersucht hatte, heißt es. "Sie war ein wenig sorglos mit den Waffen und wedelte sie ab und zu in der Gegend herum", zitiert die "Ney York Post" eine Person, die am Set anwesend war.

Unfall am Set : Es war erst ihr zweiter Film: Waffen-Expertin gerät in Fokus der Ermittlungen

Zweifel an der Sicherheit

Beim Dreh von "Rust" selbst hatte es ebenfalls Sicherheitsbedenken gegeben. Am Samstag war bekannt geworden, dass Crew-Mitglieder das Set verlassen hatten, weil sie die Arbeitsbedingungen problematisch fanden. Mindestens einer der Mitarbeiter nannte auch den Umgang mit Waffen als Grund. Bereits vor einer Woche hatte es mindestens zwei versehentliche Schüsse am Set gegeben, die sich aus einer Pistole von Baldwins Stuntdouble gelöst hatten.

Auch Aussagen der Expertin selbst lassen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Gefahren durch Schusswaffen ernst genug nahm. "Der beste Teil meines Jobs ist, dass ich Menschen, die normalerweise Angst für Schusswaffen haben, zeigen kann, wie sicher sie sind", erzählte sie nach dem Dreh zu "The Old Way" in einem Podcast". "Und dass sie wirklich unproblematisch sind, wenn sie nicht in falsche Hände geraten."

Quellen: New York Post, Los Angeles Times

mma

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