Alexander Bommes (50) gehört zu den beliebtesten Gesichtern im deutschen Fernsehen. Am 21. Januar feiert der gebürtige Kieler seinen 50. Geburtstag. Grund genug, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: Denn bevor Bommes zum TV-Star wurde, stand er selbst als Profi auf dem Feld, büffelte für das juristische Staatsexamen und wuchs in einer Familie auf, in der Sport und Medien schon immer eine große Rolle spielten.
Erfolgreiche Handballkarriere
Alexander Bommes hat im Laufe seiner Sportmoderatorenkarriere schon zahlreiche Disziplinen präsentiert. Bekannt ist er als Gesicht der "Sportschau" und Fußballexperte, außerdem moderiert er die Übertragungen der Olympischen Spiele und war früher auch fürs Boxen zuständig. Ursprünglich schlug sein Herz aber für eine andere Sportart: Handball.
In der Handballstadt Kiel aufgewachsen, war der Weg zum Sport quasi vorgezeichnet. 1996 rückte Bommes in die Zweitligamannschaft seines Heimatvereins TSV Altenholz auf, 1999 folgte der Wechsel zu Bayer Dormagen in die 1. Bundesliga, später spielte er für den VfL Gummersbach. 2003 kehrte er zu Altenholz zurück und wurde sogar Torschützenkönig der 2. Bundesliga Nord. Ende 2007 beendete Bommes seine aktive Karriere. "Bei mir war immer schon völlig klar, dass ich später was anderes machen wollte. Ich wollte nie - und das ist ganz wertfrei gemeint - 'out of options' sein", erklärte er "handball-world" einst dazu.
Trotzdem sei er "mit jeder Faser Mannschaftssportler", betonte er 2022 im Gespräch mit "Spox". Füreinander einzustehen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, lasse sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden, weswegen er viel aus seiner Zeit als Leistungssportler gelernt habe: "Dementsprechend war diese Erfahrung für mich das Rüstzeug überhaupt."
Erstes juristisches Staatsexamen
Bevor sich Alexander Bommes ganz seiner Handball- und später seiner Moderatorenkarriere widmete, hatte er aber noch mal ein ganz anderes Ziel. Er wollte die Kanzlei seines Vaters übernehmen und studierte deshalb von 1997 bis 2005 Jura in Kiel und Köln. Das Erste Staatsexamen legte er erfolgreich ab, auch wenn es zwischenzeitlich knapp wurde: Nach dem schriftlichen Teil stand das Ergebnis "auf der Kippe", wie er 2012 im Interview mit "juraexamen.info" gestand.
Bereut hat der Moderator die Jahre im Paragraphen-Dschungel nie. "Jura ist für mich nach wie vor die ideale Grundlage für meine journalistische Tätigkeit", erklärte er. Das Studium habe ihn gelehrt, aus einer "grenzenlosen Fülle an Quellen und Informationen die wirklich wichtigen Fakten zu entnehmen". Zudem öffnete ihm das bestandene Examen die Tür zum Volontariat beim NDR - der Startschuss für seine TV-Karriere.
Bekannte Familie
Sport und Medien scheinen Bommes in die Wiege gelegt worden zu sein. Wie bereits erwähnt, ist Alexander Bommes' Vater ein angesehener Anwalt und Notar, Klaus Bommes jobbte aber selbst nebenberuflich als Hörfunkmoderator beim NDR. Großvater Karl Bommes stand von 1953 bis 1973 dem Landessportverband Schleswig-Holstein als Präsident vor. Großonkel Otto Schlenzka wiederum, Ehrenbürger der Stadt Kiel und Träger des Verdienstkreuzes, machte sich als deutscher Segelsportmäzen einen Namen und leitete etwa 1976 die deutsche Segel-Olympiamannschaft.
Berühmte Ex-Frau
Sein Privatleben hält Alexander Bommes aber weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist dennoch, dass er sieben Jahre lang mit einer Kollegin liiert war. 2008 lernte er bei seinem ersten Moderationsjob beim "Hamburg Journal" im Norddeutschen Rundfunk die Moderatorin Julia Westlake (54) kennen. Sie stand damals mit Jörg Pilawa (60) für die "NDR Talk Show" vor der Kamera. 2009 kam ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt, vier Jahre später folgte Sohn Nummer zwei. 2016 dann die überraschende Nachricht, dass sie fortan getrennte Wege gehen. Aus Rücksicht auf ihre beiden Söhne äußerten sich weder Bommes noch Westlake öffentlich zu den Gründen.
Er will keine Allzweckwaffe sein
"Sportschau", Olympia-Übertragungen, früher seine Talkshow "Tietjen und Bommes", dazu seit 2012 das Quiz "Gefragt - Gejagt" - Alexander Bommes könnte man durchaus als Allzweckwaffe der öffentlich-rechtlichen Sender bezeichnen. Doch mit dieser Zuschreibung konnte der Moderator lange Zeit wenig anfangen. "Irgendwann habe ich den Begriff mal mit Profillosigkeit gleichgesetzt", sagte er 2015 im Interview mit "DWDL". Mittlerweile nimmt Bommes die Bezeichnung mit Humor: "Thomas Müller ist auch eine Allzweckwaffe und hat trotzdem ein schönes Leben."
Entscheidend sei für ihn ohnehin etwas anderes, wie er dem "Tagesspiegel" erklärte: "Ich mache mein Ding. Und das heißt konkret: nur das, womit ich mich total identifizieren kann. Das auswählen zu können, ist ein Privileg, aber ich habe auch durchaus einen langen Weg hinter mir, auf dem es immer wichtig - und manchmal gerade noch rechtzeitig - war zu erkennen, wenn ich in die falsche Richtung gelaufen bin."