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Anna Nicole Smith: Streit ums Millionenerbe

Der Körper ist noch nicht ganz kalt, da bricht schon der Krieg zwischen den potentiellen Erben aus. Es geht um 88 Millionen Dollar, eine DNA-Probe und ein kleines Baby. Der Tod von Anna Nicole Smith hält Amerika in Atem. CNN verdrängt den Irak-Krieg auf die Spätnachrichten. Die Primetime gehört dem Mythos "Anna Nicole".

Von Anna Bell, L.A.

Nur acht Stunden nach dem plötzlichen Tod der 39jährigen tritt Debra Opri, die Anwältin von Larry Birkhead am Freitagmorgen vor die Presse und verlangt, dass das Baby von Smith sofort der Mutter übergeben werden soll. Birkhead pocht weiterhin darauf, der Vater von Daniellynn Hope zu sein. Derzeit befindet sich das sechs Monate alte Baby - so berichtet das People Magazine - auf den Bahamas bei einer Pflegemuter.

Wenig später taucht die Mutter von Smith im US-Frühstücksfernsehen auf. Sichtlich verärgert verspricht Virgie Arthur, dass der Kampf um das Kind "hässlich werden wird". Gleichzeitig, ohne sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu sein, belastet sie ihre tote Tochter: "Ich habe immer gesagt, sie soll mit den Drogen aufhören." Fast zum selben Zeitpunkt gibt die Polizei in Hollywood, Florida bekannt, dass im Hotelzimmer der toten Smith neben verschreibungspflichtigen Medikamenten auch illegale Drogen gefunden wurden. Das Autopsie-Ergebnis wird am Nachmittag amerikanischer Zeit erwartet.

Annas "Lebenspartner" will Vater von Daniellynn sein

Larry Birkhead nutzte die nächtliche Trauer, um sich an seinen Computer zu setzen und in seinen Blog zu schreiben: "My heart is broken, my tears are endless. She called me her angel, I called her my sweet potato, and every night before we went to sleep, she made me say to her... 'GOODNIGHT MY SWEET ANNA BABY'. Und Howard K. Stern? Der "Lebenspartner" und einstige Anwalt von Anna Nicole Smith verweigert weiterhin, eine DNA-Probe abzugeben. Auch er, der entgegen aller öffentlichen Meinungen nicht rechtlich mit Smith verheiratet war, pocht darauf, der Vater von Daniellynn zu sein. Schon am Freitag gab es in Los Angeles eine Anhörung zu dem Fall.

Es geht um 88 Millionen Dollar

Howard K. Stern ist das "schwarze Pferd" in diesem Durcheinander. Anwalt und Liebhaber, vielleicht sogar Verdächtiger? Es wird keine Woche dauern, bis die ersten Klatschblätter darüber spekulieren, ob es sich beim Tod von Anna Nicole Smith, die schon jetzt mit Marilyn Monroe verglichen wird, nicht vielleicht doch um einen Mord handelt. Die Ermittler in dem Fall befragen Howard K.Stern derzeit auf der Polizeiwache in Hollywood. War er doch sowohl beim Tod von Smiths Sohn Daniel im September vergangenen Jahres auf den Bahamas zugegen, wie auch diesmal beim Tod von Anna Nicole Smith in Florida.

All das scheint zu schnell zu gehen, zu hektisch. Schließlich konnten bisher noch nicht einmal die Vorbereitungen für die Beerdigung von Anna Nicole Smith getroffen werden. Aber "es geht um sehr viel Geld", so Joe Pertel, ein Rechtsexperte aus Los Angeles. Rund 88 Millionen Dollar stehen zur Debatte.

Alle wollen das Millionen-Baby

Geld, das der einstige Ehemann von Smith, Ölmilliardär Jay Howard Marshall, "seiner Anna" kurz vor seinem Tod vermacht hatte. Geld, das der Marshall-Clan bis heute mit Haut und Haaren vor diversen Gerichten Anna Nicole Smith verweigert hat. Aber die Chancen, dass die direkten Erben von Smith die Millionen bekommen, stehen derzeit sehr gut. Ein Richter hatte ihr kürzlich das Recht zugesprochen, das Geld jetzt einzuverlangen. Nach dem dubiosen Drogentod ihres Sohnes Daniel auf den Bahamas, er starb nur wenige Tage nachdem Smith ihre Tochter gebar und dem Ableben von Smith selbst, steht plötzlich Daniellynn Hope als mögliche Alleinerbin zur Debatte. Kein Wunder, dass alle involvierten Parteien noch mehr Interesse am Millionen-Baby haben. Das schlummert derzeit auf den Bahamas bei einer Pflegemutter, die persönlich von Anna Nicole Smith ausgewählt wurde. Und schon gibt es erste Vermutungen, dass auch diese noch nicht identifizierte Person ein Anspruch auf das Sorgerecht für die kleine Daniellynn anmelden werde. Und somit kommt vielleicht schon sehr bald ein vierter Mitbewerber im Kampf um die Millionen dazu.