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Auktion: Königliche Erben brauchen Geld

Die Versteigerung von Schmuck der verstorbenen Prinzessin Margaret hat alle Erwartungen übertroffen. Allein am ersten Tag wurden 15 Millionen Euro eingenommen - die Erben wollen davon die Erbschaftssteuer bezahlen.

Der Schmuck der britischen Prinzessin Margaret und weitere Juwelierarbeiten aus ihrem Nachlass sind in London für umgerechnet fast 15 Millionen Euro versteigert worden. Allein das Diadem, das die jüngere Schwester von Königin Elizabeth II. einst bei ihrer Hochzeit trug, wechselte für 926 400 Britische Pfund (rund 1,35 Millionen Euro) den Besitzer.

Erlöse übertreffen alle Erwartungen

Die Erlöse lägen weit über den Höchstschätzungen, teilte das Auktionshaus Christie's mit. Der höchste Preis wurde für eine Fabergé-Uhr erzielt, die Prinzessin Margaret einst von ihrer Großmutter, Queen Mary, als Geschenk erhalten hatte. Dafür zahlte ein Bieter 1,24 Millionen Pfund. Eine Anstecknadel aus Zuchtperlen brachte mit 6.000 Pfund das Hundertfache des Schätzpreises. Versteigert wurden auch etliche Perlenohrringe, Designer-Uhren und Broschen. Manche kleinere Stücke erzielten gar das 150-fache als den erwarteten Mindestpreis. So fand Modeschmuck ohne nennenswerten Materialwert, der teils auf 40 bis 50 Pfund geschätzt war, für Preise weit über 1000 Pfund neue Besitzer.

Ursprünglich hatte Christie's mit einem Gesamterlös für die 800 Einzelstücke von rund drei Millionen Pfund (4,3 Millionen Euro) gerechnet. Das Ergebnis wird aber erheblich höher ausfallen. Eine Sprecherin von Christie's sagte, es handele sich um die bislang wichtigste königliche Auktion des Hauses. Das Interesse sei vermutlich deshalb so hoch, weil die Objekte der Schwester der regierenden Monarchin gehört hätten. Verkäufer sind Margarets Kinder Viscount David Linley und Lady Sarah Chatto, die mit einem Teil des Erlöses die auf 4,4 Millionen Pfund geschätzte Erbschaftssteuer bezahlen wollen. Einen anderen Teil wollen sie für einen guten Zweck spenden, darunter die Schlaganfallhilfe. Margaret war 2002 im Alter von 71 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben. Am Mittwoch sollte die Auktion mit Möbelstücken, Kunstobjekten und Silber aus dem Nachlass der Prinzessin fortgesetzt werden.

DPA/AP / AP / DPA