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Sexistisch und homophob?: Eskimo Callboy - Die umstrittene Band des "Bachelorette"-Siegers

Am Mittwoch war David Friedrich der Sieger der aktuellen "Bachelorette"-Staffel. Doch nur wenige Tage danach treffen den Rosensammler schwere Sexismus- und Homophobie-Vorwürfe. Das ist dran.

Da war es um sie geschehen: "Die Bachelorette" Jessica Paszka machte David Friedrich zu ihrem Auserwählten

"Die Bachelorette" Jessica Paszka machte David Friedrich zu ihrem Auserwählten - jetzt hagelt es Sexismus-Vorwürfe

Am Mittwochabend fiel die Entscheidung: "Bachelorette" Jessica Paszka gab David Friedrich die letzte Rose. Privat ist der 27-Jährige Schlagzeuger in der deutschen Band Eskimo Callboy, die sogenannten Trancecore spielt - ein Mix aus "FutureTrance trifft Wacken". Die Gruppe wurde 2010 in Castrop-Rauxel gegründet, tourte bereits durch die ganze Welt und hatte Auftritte vor zehntausenden Besuchern auf zahlreichen Festivals. In einem Facebook-Posting gratulierte die Band am Mittwoch dem frischverliebten Paar und hieß Paszka in der "Familie" willkommen. Eine süße Geste.

Sexismus-Vorwürfe gegen "Eskimo Callboy"

Doch so romantisch war die Band nicht immer. Derzeit steht die Gruppe wegen ihrer früheren Songtexte in der Kritik. Die Vorwürfe: Homophobie und Sexismus. So heißt es im Song "Transilvanian Cunthunger" (im Original sind die Texte auf Englisch): "Ich muss meinen Hunger nach Fleisch stillen, spreize deine Fo*** weit… Ich werde jedes Mädchen in diesem Raum fi****. Knie dich einfach hin und nimm es richtig tief." In einem anderen Song soll sich die "verdammte Hure" ihr "verdammtes Schamhaar" schneiden.

Mit den frauenverachtenden Texten eckte die Band schnell an. 2014 distanzierte sie sich in einem Interview mit dem "Metal Hammer" und erklärte ausweichend, man habe auf den ersten Platten "lediglich Gangsta-Rap-Gehabe imitiert und in den Songs Texte und Phrasen benutzt, die man mittlerweile im Rap- und zum Teil auch Pop-Bereich täglich im Radio hört." Nunja. Ihr Rat: Man solle ihre Musik, die das Sextett als "Porno-Metal" bezeichnet, generell nicht zu ernst nehmen.

Auch den Vorwurf der Homophobie - in früheren Texten gab es Zeilen wie "Schwul wie eine Schwuchtel" - will die Band nicht stehen lassen. Im Interview erklärte Sänger Kevin Ratajczak: "Wenn ich als Typ mit Leo-Leggings und einer Plüschjacke auf die Bühne gehe, sollte klar sein, dass ich kein Problem mit Homosexualität habe. Wir reden und tun eben viel Blödsinn, machen uns aber immer noch am meisten über uns selbst lustig."

Zwar singt die Band auch auf neuen Platten noch von Alkoholexzessen, ausufernden Partys und Stripperinnen. Dennoch scheint mit dem wachsenden Erfolg ein Umdenken stattgefunden zu haben - die Texte sind nicht mehr so krass wie in der Anfangsphase der Band.

David Friedrich hat mit den umstrittenen Texten übrigens gar nichts am Hut: Er kam erst 2012 in die Band, nachdem diese bereits das Album "Bury Me In Vegas" produziert hatte. Live wurden einige der Songs trotzdem noch jahrelang gespielt, auch mit ihm am Schlagzeug.

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Das sagt Jessica Paszka

Sind die Sexismus-Vorwürfe für die junge Liebe eine Belastung? Bachelorette Jessica Paszka hat offenbar keine Probleme damit: "Ich habe mich bisher nicht so mit seinen Songtexten befasst. Die sind teilweise aber schon einige Jahre alt - und ich denke, man macht ja auch eine Entwicklung durch und verändert sich", sagte sie der "Bild". "Man kann sich ja wirklich über alles aufregen." Und auch Friedrich hat mit dem Thema offenbar abgeschlossen: Dem "Express" sagte der Drummer: "Jessica muss nicht alles mögen, was ich mit der Band mache. Aber sie versteht sich gut mit den Jungs."