HOME

BARBRA STREISAND: Eine Legende wird 60

Ihre Karriere begann als Putzfrau - inzwischen hat sie etliche Goldene Schallplatten, zwei Oscars und die Herzen ihrer Fans gewonnen. Heute wird Barbra Streisand 60.

Wenn Barbra Streisand nicht dieses Gold in der Kehle gehabt hätte, wäre sie wohl ein äußerlich wenig attraktives Mädchen aus Brooklyn geblieben. Aber die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Tochter eines früh verstorbenen jüdischen Lehrers hatte eben eine faszinierende Singstimme und auch die Kraft, mit diesem natürlichem Kapital eine Weltkarriere zu machen. Wenn die populäre Künstlerin am 24. April ihren 60. Geburtstag feiert, wird ihr Amerika huldigen, ihre Songs werden zu hören, ihre Filme zu sehen sein.

Harte Lehrzeit als Putze und Clubsängerin

Es war eine harte Lehrzeit, die Streisand als Putzfrau, Toilettenfrau, Platzanweiserin und schließlich Bar- und Clubsängerin absolvieren musste, bis sie 1962 in einem Musical auf sich aufmerksam machte und 1963 einen wichtigen Talentwettbewerb in New York gewann. Im Musical »Funny Girl« feierte sie ab 1964 unzählige Triumphe, die vier Jahre später erfolgende Verfilmung brachte Streisand gleich den Oscar ein. Damals war sie schon die höchstbezahlte Stimme Amerikas, die sich immer wieder auch zu politischen Themen meldete. So setzte sich die Sängerin im Nahost-Krieg von 1967 für die israelische Seite ein.

Bill Clintons schärfste Waffe in Hollywood

Geradeaus, unverblümt und kompromisslos liberal, eine Kämpferin für den Umweltschutz, gegen die Diskriminierung Homosexueller ebenso wie gegen neue Massenvernichtungswaffen - diese Seite einer der größten Entertainerinnen Amerikas mag man in Europa weniger kennen. In den USA wird die Streisand hingegen auch wegen ihrer Zivilcourage geliebt - nicht umsonst nannte man sie »Bill Clintons schärfste Waffe in Hollywood«. Auf der Bühne hingegen blieb sie nach eigenem Bekunden oft »scheu und unsicher«, obwohl man ihr das kaum anmerkte. Die Schauspielerin und Sängerin, von deren Schallplatten mehr als 80 Millionen Exemplare verkauft wurden, die lange zu den Hollywood-Stars mit dem höchsten Gagen gehörte und die mehr Geld verdiente als die vier Beatles zusammen, hatte immer wieder »Lampenfieber, dass sich mir fast der Magen umdrehte«.

Seit 2000 Abschied von der Bühne

Auch das gehörte zu den Gründen für ihren Abschied von der Bühne, den sie Ende 2000 mit zwei Konzerten in New York feierte. Vor allem aber wollte Streisand endlich ihr Liebesglück genießen. 1998 hatte sie - mehr als 25 Jahre nach der gescheiterten Ehe mit Elliot Gould - wieder einen Schauspieler geheiratet. Um mehr Zeit für ihren Ehemann James Brolin zu haben, reduzierte die Künstlerin ihr enormes Arbeitspensum. »Jetzt, wo ich glücklich verheiratet bin, möchte ich mein Leben an der Seite des Mannes leben, den ich liebe«, sagte sie Reportern.

Auszeichnungen seien ihr im Grunde nicht besonders wichtig erklärte Streisand, als sie vor zwei Jahren mit dem renommierten Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk geehrt wurde. »Viel wichtiger ist doch, dass sich Menschen auch nach vielen Jahren an Filme und an Künstler erinnern, die ihnen einmal etwas bedeutet, die sie bewegt haben«, meinte sie. Daran dürfte im Falle Streisands kein Zweifel bestehen. Vielleicht weiß nicht jeder Fan sofort, für welchen Film sie ihren ersten Oscar bekam, doch ihre 1968 ausgezeichnete Darstellung als »Funny Girl« ist so unvergessen wie der Filmsong »Evergreen«, für den sie 1977 ihren zweiten Oscar erhielt.

An Redfords Seite zum großen Erfolg

Und wer würde sich nicht mehr an das Liebespaar Streisand und Robert Redford in »Jene Jahre in Hollywood« erinnern oder an »Hello Dolly«, an »Nuts«, »Is was, Doc?« oder an »Yentl«? 15 Jahre hatte sie mit den Studiobossen in Hollywood gekämpft, ehe die Jüdin die anrührende Geschichte des jüdischen Mädchens Yentl verfilmen konnte, das sich Anfang des letzten Jahrhunderts als Junge verkleidete, um eine Talmud-Schule besuchen zu können. Streisand schrieb das Drehbuch, spielte die Hauptrolle, führte Regie und war obendrein die Produzentin.

Das »hässliche Entlein« aus Brookly hat es weit gebracht

Erreicht hatte sie auch dieses Ziel dank eines unerschütterlichen Behauptungswillens, der ihr schon in früher Kindheit in einer heruntergekommenen Gegend des New Yorker Stadtbezirkes Brooklyn anerzogen wurde. Obwohl sie wegen ihrer auffallenden Nase und gewissen Abweichungen von Hollywood-Idealmaßen als »hässliches Entlein« verspottet wurde, versuchte sich Streisand als Nachtclubsängerin im Künstlerviertel Greenwich Village. Ihre unverwechselbare kräftige Stimme und ihr Charme verhalfen ihr schließlich zur Hauptrolle in dem Broadway-Musical »Funny Girl2. Spätestens nach der erfolgreichen Verfilmung wurde der Titel zum zweiten Namen für Barbra Streisand.

Filmografie

- 1997 Keppel Road - The Life and Music of the Bee Gees

- 1996 Liebe hat zwei Gesichter

- 1991 Herr der Gezeiten

- 1991 The Prince of Tides

- 1987 Nuts ? Durchgedreht

- 1983 Yentl

- 1981 Jede Nacht zählt

- 1979 Was, Du willst nicht?

- 1976 A Star is Born

- 1975 Funny Lady

- 1974 Bei mir liegst du richtig

- 1974 July Pork Bellies

- 1973 Cherie Bitter

- 1973 So wie wir waren

- 1972 Is' was, Doc?

- 1972 Sandkastenspiele

- 1970 Die Eule und das Kätzchen

- 1970 Einst kommt der Tag

- 1969 Hello, Dolly!

- 1968 Funny Girl