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BEATE UHSE: Die Pionierin der Sexartikel ist tot

Sex-Artikel-Unternehmerin Beate Uhse ist tot. Sie starb bereits am Montag im Alter von 81 Jahren an einer Lungenentzündung.

Beate Uhse, Deutschlands legendäre Erotik- Pionierin, ist tot. Die Unternehmerin erlag im Alter von 81 Jahren einer Lungenentzündung, teilte die Beate Uhse AG in Flensburg mit. Sie sei bereits am Montag in einer Schweizer Klinik gestorben und danach im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Eine öffentliche Trauerfeier ist für den 3. August in Flensburg geplant. Uhse machte in der Nachkriegszeit den Handel mit Erotik- Produkten salonfähig und gilt neben Oswalt Kolle als wichtige Figur der »sexuellen Revolution«. Millionen Kunden beziehen die diskreten Uhse-Pakete mit Sex-Spielzeug, Pornos oder Dessous.

Von der »fliegenden Händlerin« zur Unternehmerin

Ihr sei es »durch ihr offenes und seriöses Auftreten« erfolgreich gelungen, die Branche aus der Schmuddelecke zu holen, hieß es in der Konzernmitteilung. Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) würdigte die gebürtige Ostpreußin als »erfolgreiche, tatkräftige und mutige Frau«. Sie selbst sagte 1999 über ihr Lebenswerk: »Worüber ich mich am meisten freue - dass es uns in den letzten 50 Jahren gelungen ist, eine hohe nicht nur berufliche, sondern auch gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen.« Uhse schaffte es von der »fliegenden Händlerin« mit einer Broschüre über Schwangerschaftsverhütung in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis an die Spitze des Sex-Konzerns mit über 300 Millionen Mark (gut 153 Millionen Euro) Jahresumsatz. Fast alle Deutschen - nach Angaben des Unternehmens genau 98 Prozent - kannten den Namen der lange umstrittenen Unternehmerin.

Viele Steine in den Weg gelegt

In der als prüde geltenden Nachkriegszeit wurden tausende Ermittlungsverfahren gegen sie angestrengt. Erst die Liberalisierung der entsprechenden Gesetze 1975 brachte Uhse allmählich Anerkennung. 1981 erhielt der Konzern die Rechtsform einer AG. Im Mai 1999 ging das größte europäische Erotikunternehmen als weltweit erstes seiner Art an die Börse. Uhse selbst zog sich 1992 aus dem operativen Geschäft zurück und wechselte in den Aufsichtsrat.