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Bettina Körner: Neuerscheinung

Beim Treffen der Länderchefs in Bad Pyrmont leitete Bettina Körner, Christian Wulffs Freundin, erstmals das Damenprogramm.

Gut, dass Frau Stoiber dabei ist. Schwarzer Hosenanzug von Escada, feiner Nadelstreifen, glänzend geschnitten. Lichtgrauer Cashmereschal, um den Hals ein kleines Brillantkreuz. Ganz beiläufig überstrahlt Karin Stoiber die anderen, steht vorn und stellt in der Werkstatt der Porzellanmanufaktur Fürstenberg kluge Fragen.

Die Manufaktur hat diesen Morgen die Gattinnen der Ministerpräsidenten zu Gast. Während die Herren in Bad Pyrmont über Aufreger wie die Neuordnung der Rundfunkgebühren beraten, bereist der "Damengipfel" im rosa Bus die Schönheiten der Umgebung. Brisant: Erstmals ist die "Neue" von Niedersachsens Wulff dabei - als Gastgeberin.

Bettina Körner - kurzer Tweedrock, grüne Jacke - überragt alle. 1,85 Meter, Schuhgröße 39, sensationelle Figur. Blond, strahlend, mächtiger Adrenalinstoß für Wulff. Der Mann aus Hannover ist wie ausgewechselt, seit er Pfingsten die Trennung von Ehefrau Christiane bekannt gab und die Neue vorstellte. Ausgerechnet der Saubermann, der sich als verlässlicher Familienmensch gab: Man dürfe ihn gern als Langweiler bezeichnen, weil er nach 18 Jahren noch mit derselben Frau verheiratet sei. Ein gefährlicher Imagewechsel. Doch nachdem eine Umfrage ergab, dass "83 Prozent sagen, mir schade die Trennung nicht", war Wulffs Welt wieder in Ordnung. "Warum gewinnt am Ende immer die Blonde?", fragte "Bild" besorgt.

Bettina Körner ist Pressereferentin bei Continental und hat einen dreijährigen Sohn. Jetzt lauert die Fotografenmeute darauf, dass die neue First Lady ihr steinernes Lächeln nicht durchhält. Frau Körner zieht den Hintergrund vor und überlässt Karin Stoiber den Part an der Bande. "Ich liebe Porzellan!" schwärmt die, und dass sie zu Hause "Grecque" von Fürstenberg habe. Nur Eierbecher und Schälchen habe sie in Wolfratshausen bislang nicht gefunden. Darum verlässt sie den Shop später ("Wir sind eine große Familie") mit einem vollgepackten Einkaufswagen. Brigitte Klein hat bloß eine zerbrochene Untertasse von "Herzog Ferdinand" dabei, Teil eines Hochzeitsgeschenkes, das sie gern ersetzt hätte. Vor zwei Jahren heiratete die 50-jährige OP-Schwester Sachsen-Anhalts verwitweten Landeschef Wolfgang Böhmer, 70 - einst im Krankenhaus ihr Chef.

Modisch gesehen klafft zwischen den Damen Ost und den Damen West noch ein Riss. Dafür läuft Dagmar Ringstorff, gefeierte DDR-Pantomimin, beim Duft- und Aroma-Hersteller Symrise in Holzminden zu Hochform auf. Als sie Nougatessenz probiert, legt sich Lust derart überzeugend über ihr Antlitz, dass Beifall von allen Seiten kommt.

Was ist der "trickle down effect"? Die Anpassung eines Duftes an unterschiedliche Produkte. Die Damen lernen, dass "Cool Water" von Davidoff sich in "Cliff" Duschgel wie auch dem Toilettenreiniger "WC Frisch" befindet ("und um einiges preiswerter!", sagt Bettina Körner, nun viel entspannter). Dass das blumige "Happy" ebenso in "Duschdas" vorkommt wie in Slip-Einlagen für Damen.

Frau Koch hatte an einem Duftstreifen geschnüffelt und als Erste den Geruch von frisch gespitztem Bleistift erkannt. Frau Rüttgers erkundigte sich bei der "Nase" des Hauses, ob es eine Strafe sei, so gut riechen zu können. Als Damen und Herren abends wieder vereint den Fackelgang zum Festessen im Konzerthaus durchmessen, als beim Publikum ein Geraune losgeht: "Da ist der Wulff mit seiner Neuen, seiner Neuen, seiner Neuen ..." und Bettina Körner im schwarzen Seidenanzug hochgewachsen am Arm des Niedersachsen vorbeischreitet - da nickt man dann: Doch. Passt. Es ist ja nicht täglich Damenprogramm.

Christine Claussen / print