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Vormundschaftsprozess Ein Teilerfolg, mehr nicht: Britney Spears' Vater kündigt seinen Rückzug an

Jamie Spears ist seit 2008 als Vormund seiner Tochter Britney eingesetzt
Jamie Spears ist seit 2008 als Vormund seiner Tochter Britney eingesetzt
© Uncredited/ / Picture Alliance
Erfreuliche Neuigkeiten für Britney Spears: Nach mehr als 13 Jahren hat Jamie Spears angekündigt, von der Vormundschaft für seine Tochter zurückzutreten. Von ihrem Martyrium erlöst ist die Sängerin damit jedoch noch nicht.

Es ist ein großer Tag für Britney Spears und die sie unterstützende #FreeBritney-Bewegung: Ihr Vater Jamie Spears hat den Rücktritt von seiner Vormundschaft angekündigt. Damit hätte die Sängerin das wichtigste Ziel erreicht, das sie seit Jahren gerichtlich durchzusetzen versucht. 

Am 1. Februar 2008 hatte das Gericht in Los Angeles einem Eilantrag ihrer Eltern stattgegeben und ihren Vater als Vormund eingesetzt. Der verwaltet seither zusammen mit einem Anwalt treuhänderisch das Millionenvermögen der Künstlerin - und macht wohl noch einiges mehr. Tatsächlich scheint Jamie Spears massiv in das Leben seiner Tochter eingegriffen und weitreichende Entscheidungen für ihr Privatleben getroffen zu haben.

Erstmals öffentlich wurde dies 2019 in dem Podcast "Britney’s Gram". Darin wurde der Vorwurf erhoben, Britney Spears werde gegen ihren Willen in einer Psychiatrie festgehalten. Es war der Startschuss der FreeBritney-Bewegung, die auf Twitter schnell einflussreich wurde und der sich zahlreiche prominente Künstlerinnen wie Cher, Paris Hilton oder Miley Cyrus anschlossen. Auch die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) unterstützt die Sängerin.

Britney Spears geht vor Gericht

Im September 2019 ersetzte Britneys langjährige Managerin Jodi Montgomery vorübergehend ihren Vater als Vormund. Es ist der Ausgangspunkt für die bis heute laufenden Gerichtsverhandlungen um Britneys Vormundschaft. Denn im August 2020 reichten Spears' Anwälte einen Antrag ein, Montgomery dauerhaft als Vormund einzusetzen, gleichzeitig solle ihr Vater als Treuhänder ihres Vermögens abgesetzt werden. 

Nun nahm die Angelegenheit an Dynamik auf: Das Gericht lehnte ihren Antrag ab und verlängerte die Vormundschaft ihres Vaters zunächst bis Februar 2021. Britney konterte mit der Ankündigung, nicht mehr als Sängerin aufzutreten, solange ihr Vater über sie bestimme. Im Februar 2021 bestätigte ein Gericht die Vormundschaft von Jamie Spears.

Britney prozessierte weiter, und ging nun in die Offensive: Im Juni packte sie vor Gericht aus und schilderte, wie tiefgreifend ihr Vater über ihr Leben bestimme. Weder sei es ihr erlaubt zu heiraten noch Kinder zu kriegen. Sie trage gegen ihren Willen eine Spirale zur Empfängnisverhütung.

Jamie Spears kündigt den Rückzug an

Ihr Auftritt schlug hohe Wellen und bestätigte die FreeBritney-Bewegung in ihren Befürchtungen, dass der Sängerin großes Unrecht geschehe. Dessen ungeachtet lehnte das Gericht erst vor wenigen Tagen einen Eilantrag ab, Jamie Spears noch vor einer für Ende September angesetzten Anhörung zu entlassen.

Nun hat Jamie Spears selbst Fakten geschaffen und in einer Gerichtserklärung seinen Rückzug in Aussicht gestellt. Doch die 39-Jährige sollte sich nicht zu früh freuen. Denn ihr Vater vermied es, einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Stattdessen ist in dem Dokument von einem "ordnungsgemäßen Übergang" zur Einsetzung eines neuen Vormunds die Rede. Womit das Hauptproblem weiter bestehen bleibt: Von einer Aufhebung der Vormundschaft ist keine Rede. 

Ihrem ersten Ziel scheint Britney Spears nun immerhin näher gekommen zu sein: Die Herrschaft ihres Vaters über ihr Leben könnte bald vorbei sein. Eine unmündige Person wird sie aber vorerst bleiben. Ein Fan hat es unter Britneys aktuellem Instagram-Posting treffend kommentiert: "Wir sind einen Schritt näher an deiner Freiheit!"

Ein Schritt. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Für die FreeBritney-Bewegung bleibt noch einiges zu tun.

Verwendete Quellen: "Deadline.com", Podcast "Britney's Gram", "TMZ", Instagram


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