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Wochenbett-Depressionen Chrissy Teigen: "Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren kann"

Chrissy Teigen und John Legend
Chrissy Teigen und John Legend sind seit April 2016 Eltern einer Tochter
© Jordan Strauss/Invision/dpa
Nach Prominenten wie Hayden Panettiere und Victoria Beckham spricht nun auch US-Model Chrissy Teigen über ihre Wochenbett-Depressionen. Die Ehefrau von John Legend brachte vor elf Monaten eine Tochter zur Welt.

US-Model Chrissy Teigen ist seit rund einem Jahr Mutter einer kleinen Tochter und lässt ihre Fans regelmäßig in sozialen Medien an ihrem perfekt erscheinenden Familienglück teilhaben. Umso überraschender ist es, dass sich die 31-Jährige jetzt in einem in der US-Ausgabe der Zeitschrift "Glamour" veröffentlichten Beitrag zu einer Wochenbettdepression nach der Geburt ihres Kindes im vergangenen April äußert:"Ich hatte alles, was ich brauchte, um glücklich zu sein. Und trotzdem fühlte ich mich im vergangenen Jahr sehr oft unglücklich", schrieb Teigen in der "Glamour". Es sei ihr schwer gefallen, die Diagnose zu akzeptieren und sie habe gezögert, darüber zu sprechen.  

Chrissy Teigen versuchte zehn Jahre lang, ein Kind zu bekommen

"Ich sah meinen Arzt an und meine Augen tränten, weil ich es leid war, Schmerzen zu haben. Auf der Couch zu schlafen. Nachts aufzuwachen. Mich zu übergeben. Mich an den falschen Menschen abzuarbeiten. Mein Leben nicht zu genießen. Meine Freunde nicht zu sehen. Nicht die Energie zu haben, mit meinem Baby einen Spaziergang zu machen", beschreibt Teigen die erste Zeit nach der Geburt von Tochter Luna. Als sie ihrem Arzt von den Symptomen erzählte, sei die Diagnose schnell klar gewesen: Teigen litt an einer Wochenbettdepression.

Für Teigen ein Schlag ins Gesicht: "Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren kann", schreibt die Halb-Thailänderin in ihrem Essay. Schließlich hätte sie sich jahrelang sehr gewünscht, Mutter zu werden. Mit Soul-Sänger John Legend ist das Model seit 2003 zusammen, zehn Jahre lang hätten sie vergeblich versucht, ein Kind zu bekommen. Erst durch eine aufwendige, künstliche Befruchtung sei Teigen dann schwanger geworden. Dass die 31-Jährige öffentlich dazu stand, sich bewusst das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes ausgesucht zu haben, indem sie sich ausschließlich weibliche Embryonen einsetzen ließ, brachte dem Model vor allem im Netz viel Kritik ein. 

Jede siebte Gebärende leidet unter postnatalen Depressionen

Wochenbettdepressionen beschreiben ein Gefühl von innerer Leere und tiefer Traurigkeit, von denen der American Psychological Association zufolge bis zu jede siebte Gebärende betroffen ist - und vor der auch Prominente nicht verschont bleiben. Vor Chrissy Teigen gaben auch Stars wie Victoria Beckham, Hayden Panettiere und Brooke Shields zu, in der ersten Zeit nach der Geburt ihrer Kinder an Depressionen gelitten zu haben.

Die teils erst Monate nach der Geburt eintretende Krankheit kann auch Angst- , Schuld- und Versagensgefühle, sexuelle Unlust und Suizidgedanken umfassen. Vor allem aber bleibt den Frauen das eigene Kind fremd: Sie können es nicht lieben. In leichteren Fällen handelt es sich um die als "Babyblues" bekannte, hormonell bedingte Verstimmung, die nach ein paar Stunden oder Tagen von allein wieder verschwindet. Teigen habe ihre schlimmsten Tage inzwischen überstanden und würde die Zeit mit ihrem Baby mittlerweile sehr genießen. 

dpa / lis

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