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US-Staat Tennessee Dolly Parton soll ein Denkmal bekommen – darum lehnt sie dankend ab

Dolly Parton
Dolly Parton will noch kein Denkmal bekommen.
© Carl Beust / Shutterstock.com
Eigentlich wollte der US-Staat Tennessee Dolly Parton mit einem Denkmal ehren, doch die Country-Sängerin lehnte ab. Das ist ihre Begründung. 

Dolly Parton ist eine der berühmtesten Töchter Tennessees. Aus diesem Grund wollte das Parlament des US-amerikanischen Bundesstaates die Countrysängerin in einem Denkmal verewigen, das vor dem State Capitol, dem Regierungssitz in Nashville, aufgestellt werden sollte. 

Eine große Ehre für jeden Künstler. Doch Dolly Parton hat auf eine Art und Weise reagiert, die in einer von Narzissten und Selbstdarstellern dominierten Branche ungewöhnlich ist – sie lehnte die Ehrung ab. In einem langen Statement, das sie auf Twitter verbreitet, nennt die 75-Jährige die Gründe, weshalb ihr diese Würdigung aktuell nicht recht ist: Sie fühle sich von dem Vorhaben geschmeichelt, habe aber das Parlament des Bundesstaates gebeten, den Gesetzesvorschlag fallen zu lassen. "Bei allem, was in der Welt derzeit geschieht, halte ich es nicht für angemessen, mich auf ein Podest zu stellen", so ihre sympathisch uneitle Erklärung.

Dolly Parton schließt eine spätere Ehrung nicht aus

Gleichzeitig ließ sich Parton ein Türchen offen für eine spätere Ehrung: Sie hoffe, dass sie in ein paar Jahren oder vielleicht nach ihrem Tod, "wenn Sie dann noch der Meinung sind, dass ich es verdient habe, als dankbare Bürgerin von Tennessee, stolz vor unserem Kapitol stehen kann", schrieb die Sängerin. 

Bei der Initiative für das Parton-Denkmal geht es um mehr als die Ehrung einer verdienten Künstlerin: Noch immer befinden sich in den Südstaaten der USA zahlreiche Büsten von Offizieren der Konföderierten, die im Sezessionskrieg für den Fortbestand der Sklaverei gekämpft haben. So auch in Tennessee. Mehr als 25.000 Menschen haben eine Online-Petition unterschrieben, die fordert, eine Statue von Parton solle die Abbilder konföderierter Offiziere ersetzen.

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Dolly Parton gehört zu den erfolgreichsten Musikerinnen der USA, mit "Jolene", "9 to 5" oder "I will always love you" gelangen ihr Welthits. Allein in ihrer Heimat hat sie mehr als 25 Millionen Tonträger verkauft. Daneben ist die Countrysängerin für ihre Toleranz bekannt, so setzt sie sich seit Jahren für die gleichgeschlechtliche Ehe ein – und erhielt deswegen Morddrohungen und Boykottaufrufe.

Erst kürzlich sorgte Parton für Schlagzeilen, weil sie eine Million Dollar an die Vanderbilt Universität in Nashville gespendet und damit zur Entwicklung des Corona-Impfstoffs der Firma Moderna beigetragen hat. Keine Frage: Diese Frau ist eines Denkmals würdig. Dass sie dies zum jetzigen Zeitpunkt ablehnt, ehrt sie umso mehr.

che

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