Ex-Playmate Wer bekommt Anna Nicoles Millionen?

Auch nach der Beerdigung von Anna Nicole Smith ist das Ex-Playmate die Ursache für einen heftigen Streit. Nun stürzen sich mehrere Männer und ihre Mutter auf Smiths' sechs Monate alte Tochter - denn die ist wohl Millionenerbin…

"Zirkus bis zum Schluss" und "Endlich! Letzte Ruhe" - mit derartigen Schlagzeilen begleiteten die amerikanischen Medien die Beerdigung des blonden Ex-Fotomodells Anna Nicole Smith. Drei Wochen lang hatte der bizarre Rechtsstreit um ihren Leichnam vor allem die TV-Sender beschäftigt - mit stundenlangen Live-Übertragungen aus dem Gerichtssaal, hektischen Pressekonferenzen einer Armada von Anwälten und langen Rückblenden auf das schillernde Leben des ehemaligen Playmates. Der Irak-Krieg und das Atomprogramm des Iran schienen fast vergessen.

Dabei musste Anna Nicole Smith gar nicht viel tun, um zum Medienliebling zu werden. Allein die Hochzeit der damals 26-Jährigen Oben-Ohne-Tänzerin mit dem 89 Jahre alten, inzwischen gestorbenen texanischen Ölmilliardär Howard Marshall 1994 reichte aus, ihrem Leben bis zum Schluss jenen Glanz zu verleihen, der die Herz-Schmerz- Geschichte so besonders macht. Als dann im vergangenen September auch noch ihr einziger Sohn Daniel mit 20 Jahren starb - drei Tage nach der Geburt der kleinen Tochter Dannielynn - war für Smith vielleicht eine Grenze erreicht. Sie starb am 8. Februar mit 39 Jahren. Die Todesursache ist bisher unbekannt.

Tochter ist Objekt der Begierde

Trotz der märchenhaften Beerdigung am Freitag auf den Bahamas, die die zerstrittenen Liebhaber und Ex-Liebhaber der Frau bereiteten, die so gerne Marilyn Monroe gewesen wäre: Das unwürdige Gezerre um ihre Tochter wird jetzt erst richtig losbrechen. Das sechs Monate alte Mädchen, am Grab nicht dabei, könnte einmal die Millionen aus dem Nachlass von Ölmulti Marshall erben, um die ihre Mutter so lange gekämpft hat. Das Verfahren ist noch anhängig. Smith hatte nach einigen Rückschlägen vom Obersten Gerichtshof grünes Licht bekommen, ihr Anliegen weiter gerichtlich zu verfolgen.

Nicht von ungefähr ist die kleine Dannielynn deshalb das Objekt zahlreicher Interessen. Smiths letzter Lebensgefährte Howard K. Stern, ihr früherer Freund Larry Birkhead und der Ehemann von Zsa Zsa Gabor, Prinz Frederik von Anhalt, erheben Anspruch auf die Vaterschaft. Und Smiths Mutter Virgie Arthur, seit Jahren mit ihrer Tochter zerstritten, möchte jetzt gern eine treusorgende Oma werden.

Nach nicht bestätigten Medienberichten laufen zwischen den beiden heißesten Kandidaten inzwischen Versuche auf eine außergerichtliche Einigung. Danach könnte Birkhead als Vater anerkannt werden, wenn der auf der Geburtsurkunde als Erzeuger genannte Stern dabei nicht leer ausgeht. Und dass alle Parteien Interesse an dem Geld haben, hatten sie in bemerkenswerter Ehrlichkeit vor einem Bezirksgericht in Florida zugegeben.

Offen ist auch noch der Rechtsstreit um das Haus, das Smith im vergangenen Jahr auf den Bahamas gekauft hatte. Der Besitzer behauptet, noch kein Geld dafür gesehen zu haben. Zudem soll in den nächsten Wochen nochmals eine offizielle Untersuchung zum Tod von Sohn Daniel vorgenommen werden - nach dem tragischen Geschehen hatte es mehrfach Verdächtigungen gegen Stern gegeben. Möglich ist sogar, dass auch der bizarre Rechtsstreit um den Beerdigungsort von Smith nochmals aufbricht. Ein beliebter Talkmaster der Bahamas, Darold Miller, ließ es deshalb vor der Kirche nicht an klaren Worten fehlen: "Das ist ein Kapitel, das wir jetzt abschließen wollen, damit wir wieder weiterkommen und über die wirklichen Probleme dieses Landes reden."

DPA DPA

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