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Gedenken: Ignoranz im Buckingham-Palace

Der siebte Todestag von Prinzessin Diana wird im Buckingham-Palast offenbar ignoriert. Prinz Charles ist im Sommerurlaub, die Queen hüllt sich in Schweigen.

Der siebte Todestag von Prinzessin Diana hat Großbritannien am Dienstag weitgehend kalt gelassen. In den Medien wurde kaum darüber berichtet, Äußerungen von offizieller Seite gab es nicht. Aus dem Buckingham-Palast hieß es, Dianas Söhne William (22) und Harry (19) würden privat ihrer Mutter gedenken. Prinz Charles (55) verlebte seinen Sommerurlaub in Schottland. Die Queen selbst hüllt sich in Schweigen.

100 Teilnehmer bei Gebetsstunde

Einzige Gedenkfeier war eine kurze Gebetszeremonie von Priester Frank Gelli vor Dianas früherem Wohnsitz, dem Kensington-Palast in London. Daran nahmen etwa hundert Verehrer der "Königin der Herzen" teil. Vor den Palasttoren wurden Blumensträuße niedergelegt und Gedichte angeklebt, darunter auch einige Schmähworte auf Camilla Parker-Bowles, die von Diana für das Scheitern ihrer Ehe mitverantwortlich gemacht worden war.

Im Juli hatte Königin Elizabeth II. (78) im Hyde Park einen Diana- Gedächtnisbrunnen eröffnet, der aber seitdem von technischen Problemen geplagt wird. "Wir sind da auch gewesen, aber es hat uns nicht gefallen", sagte die 96-jährige Diana-Anhängerin Ella Clark. "Man hätte besser ein Kinderkrankenhaus bauen können."

Bereits beim Tod der Prinzessin war das Haus Windsor wegen seiner Haltung scharf kritisiert worden. Die Queen weigerte sich damals, die Flaggen auf dem Buckingham-Palace auf Halbmast zu setzen. Erst nach massivem Druck aus der Bevölkerung setzte ein Umdenken ein.

Tod im Tunnel

Diana war am 31. August 1997 im Alter von 36 Jahren zusammen mit ihrem Freund Dodi al Fayed und dessen Chauffeur Henri Paul in einer Pariser Straßenunterführung tödlich verunglückt.

Zunächst wurden Fotografen, die den Mercedes verfolgt hatten, für den Unfall verantwortlich gemacht, doch eine Untersuchung gab dem Chauffeur die Schuld. Er war demnach betrunken und mit stark überhöhter Geschwindigkeit gefahren. Dieses offizielle Ergebnis der französischen Ermittlungen beendete jedoch nicht die zahllosen Verschwörungstheorien. Einer Umfrage zufolge halten Millionen Briten Diana für das Opfer eines Mordkomplotts. In diesem Jahr wurde der Chef von Scotland Yard, Sir John Stevens, mit einer neuen Untersuchung des Geschehens beauftragt.