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Mütter in der Coronakrise: Gloria von Thurn und Taxis: "Es ist attraktiv für uns Frauen, zu Hause zu bleiben"

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ist bekannt für ihre erzkonservativen Ansichten. Dass die Gleichberechtigung während der Coronakrise leidet, findet die 60-Jährige nicht. Sie denkt, viele Frauen würden gern zu Hause bleiben.

Gloria von Thurn und Taxis

Gloria von Thurn und Taxis ist die Chefin des Regensburger Fürstenhauses

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Homeoffice, Homeschooling und Haushalt: Die Coronakrise stellt besonders die Frauen vor enorme Herausforderungen und führt viele an die Grenzen der Belastbarkeit. Aber nicht nur das: Die Errungenschaften in der Gleichberechtigung würden um drei Jahrzehnte zurückgeworfen, schätzt die Soziologie-Professorin Jutta Allmendinger. Zahlreiche Frauen werden auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter reduziert. Dass das gar nicht so schlimm sei, findet Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. "Es ist attraktiv für uns Frauen, zu Hause zu bleiben. Es gibt tausend Sachen, die man zu Hause mache kann", sagte die 60-Jährige im Interview mit dem ARD-Magazin "Kontraste"

Die Sendung porträtierte in einem Beitrag drei durch die Coronakrise betroffene Mütter, die vor allem beruflich zurückstecken müssen. "Das ist nicht das Leben, was ich mal für mich gewählt habe", sagt eine von ihnen. Eine andere hadert mit dem Rollenbild, das sie nun ihren Töchtern vermittelt: Mama bleibt zu Hause, putzt, kocht, wäscht und geht einkaufen statt arbeiten.

"Wenn das Geld reichen würde, würden viele Frauen zu Hause bleiben"

Gloria von Thurn und Taxis, selbst Mutter von vier Kindern, glaubt hingegen: "Wenn das Geld reichen würde, würden sicher viele Frauen gerne zu Hause bleiben. Die Frau zu Hause sitzt nicht rum und macht langweilige Dinge - sondern auch die Wäsche gut zu sortieren, bedeutet weniger Konsum. Das bedeutet, dass man nicht ununterbrochen neue Klamotten kaufen muss, wenn die Klamotten gut gepflegt werden." Auch das Haus zu dekorieren sei eine Wissenschaft für sich.

Nur leben die wenigstens Frauen in einem Schloss wie die Fürstin, sondern in beengten Wohnungen. Wer ein Haus mit Garten hat, konnte sich in den vergangenen Monaten glücklich schätzen. Und für die Dekoration der eigenen vier Wänden dürften derzeit die wenigsten Zeit und Nerven haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass die strenge Katholikin und Chefin des Regensburger Fürstenhauses mit erzkonservativen Ansichten auffällt. So bezeichnete sie beispielsweise die Pille als "eine Form von Abtreibung" und die Ehe für alle als "Werk des Teufels".

jum