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Prozess Gwyneth Paltrow verkaufte Vaginal-Eier - und muss nun 145.000 Dollar zahlen

Prozess: Gwyneth Paltrow verkaufte Vaginal-Eier - und muss nun 145.000 Dollar zahlen
Schauspielerin Gwyneth Paltrow hat Ärger mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Die Oscarpreisträgerin bewirbt auf ihrem Lifestyle-Blog "Goop" heilsame und angstlösende Körper-Sticker. Die Aufkleber es Herstellers "Body Vibes" sollen angeblich Nasa-Material aus Raumanzügen nutzen. Mark Shelhamer, ein ehemaliger Nasa-Wissenschaftler, bezeichnet die Sticker als "unfassbaren Schwachsinn". Paltrows Blog hat den Hinweis auf das Nasa-Material inzwischen entfernt. Doch die Sticker sind nicht die erste Empfehlung, mit der die Schauspielerin für Aufregung sorgt. In einem anderen Post wird behauptet, dass "Rebounding", das Training auf dem Trampolin, laut Nasa-Forschung 68 Prozent effektiver bei der Fettverbrennung und Herz-Kreislauf-Training sei als Joggen. Die Forschung ist tatsächlich von der Nasa – allerdings aus dem Jahr 1980 und bezogen auf die Fitness von Astronauten in der Schwerelosigkeit. Der Blog sieht in einem weiteren Beitrag das Tragen von Bügel-BHs als eine mögliche Ursache für Brustkrebs – ein Mythos, der von diversen Experten und Studien bereits widerlegt wurde. Eine weitere Empfehlung des Blogs: Jade-Eier, die man sich zur Verbesserung des Orgasmus in die Vagina einführt. Frauenärzte reagieren geschockt auf das Produkt. Paltrow rät den Leserinnen des Blogs außerdem zum Vaginal-Dampfbad. Das Produkt soll die Gebärmutter reinigen, dabei hat der Dampf keine Chance, den Uterus überhaupt zu erreichen. Auch eine Zahnpasta für läppische 120 Dollar empfiehlt der Hollywoodstar ohne rot zu werden.
Gwyneth Paltrow beweist mit ihrem Blog, dass man als Schauspielerin nicht zwangsläufig auch der Rolle der Gesundheitsexpertin gewachsen ist.
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Ihre Gesundheits-Tipps waren schon immer etwas verrückt. Doch jetzt ist Gwyneth Paltrow zu weit gegangen: Weil sie auf ihrer Website Vaginal-Eier anpries, musste die Schauspielerin nun 145.000 Dollar zahlen.

Es hätte eine der ganz großen Hollywood-Karrieren werden können: Als Gwyneth Paltrow 1999 unter Tränen den Oscar für ihre Rolle in dem Liebesdrama "Shakespeare in Love" entgegennahm, schien der jungen Schauspielerin die Filmwelt offenzustehen. 

Tatsächlich hat die Amerikanerin danach auch weiter Filme gedreht. Doch die Priorität verlagerte sich in andere Lebensbereiche. 2003 heiratete sie den Coldplay-Sänger Chris Martin und bekam in kurzem Abstand zwei Kinder. Ab 2008 kam dann ein Projekt hinzu, dem sich die Schauspielerin seither mit großer Inbrunst widmet: Paltrow gründete das Lifestyle-Online-Magazin "Goop". Dort gab sie ihren Lesern persönliche Lebens-Tipps, im angeschlossenen Onlineshop konnte man die entsprechenden Gesundheitsprodukte dazu erwerben. Die Preise für diese Produkte waren jedoch gepfeffert: Eine spezielle Zahnpasta konnte gerne mal 120 Dollar kosten. 

Gwyneth Paltrow sorgte mit überteuerten Produkten für Erheiterung

Wurde Paltrow anfangs für realitätsferne Ratschläge belächelt - sie schwärmte beispielsweise von den Vorzüge eines Vaginal-Damfbads -, so hat die Schauspielerin mittlerweile Ärger der ganz anderen Sorte: Weil auf ihrer Website unwissenschaftliche Behauptungen aufgestellt wurden, reichten Kundinnen eine Klage vor der kalifornischen Verbraucherschutz-Behörde ein. "Goop" hatte Vaginal-Eier aus Jade und Quarzstein mit dem Versprechen angepriesen, sie würden hormonelle Balancen wiederherstellen, Perioden-Zyklen regulieren und Blasenschwäche beheben. 

Dagegen haben einige Kundinnen geklagt. Bevor es zum Prozess kam, hat sich "Goop" mit den Klägerinnen außergerichtlich geeinigt. Zu einem hohen Preis: 145.000 Dollar musste ihre Firma dafür berappen. Eine Firmensprecherin sagte dazu, man habe den Fall schnell und friedlich beilegen wollen - daraus ergäben sich aber keine weiteren Ansprüche an "Goop". Im Shop ist das Produkt mittlerweile nicht mehr zu finden.

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