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Ulf Poschardt: "Welt"-Chefredakteur muss falsche Behauptung über Herbert Grönemeyer richtigstellen

Herbert Grönemeyer sei vor deutschen Steuersätzen geflüchtet, hat "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt geschrieben. Eine falsche Behauptung - die der Journalist nun auf Twitter richtigstellen musste.

Herbert Grönemeyer

Herbert Grönemeyer hat einen juristischen Sieg errungen.

"Wenn du geschwiegen hättest": Seit es soziale Medien gibt, werden sich das viele gedacht haben. Denn Netzwerke wie Twitter oder Facebook verleiten dazu, schneller zu schreiben als zu denken. So gelangen viele Verletzungen, Beleidigungen und falsche Behauptungen in die Welt, die ihre Urheber später bereuen.

Auch Journalisten, die ja eigentlich für eine angemessene Wortwahl bezahlt werden, sind davor nicht gefeit. Das hat gerade "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt erfahren müssen. Der ist bekannt dafür, bei Twitter zu allem und jedem seine Meinung zu äußern. So aktiv ist Poschardt auf Twitter, dass sich mancher fragen mag, wie er nebenbei noch seinen normalen Job auf die Reihe kriegt. Besonders gerne nimmt der den linksliberalen Zeitgeist aufs Korn - und schießt damit nicht selten übers Ziel hinaus. 

Herbert Grönemeyer meldet sich per Anwalt

In der Debatte um Herbert Grönemeyer und seine Aufforderung, keinen Millimeter nach rechts zu weichen, schlug sich Poschardt auf die Seite derjenigen, die sich auf die etwas verrutschte Wortwahl des Sängers einschossen. “Besonders witzig von jemand der in London vor unseren Steuersätzen geflüchtet ist”, postet der "Welt"-Chef wahrheitswidrig auf Twitter. Und bekam prompt Post von Grönemeyers Anwalt.

Zunächst schien Poschardt die Angelegenheit nicht sonderlich ernst zu nehmen und witzelte auf Twitter:

Doch um 18 Uhr, dem Ablauf der vom Anwalt gesetzten Frist, lenkte er ein. Und postet kleinlaut eine Richtigstellung gleich in zwei Punkten: Anders als es sein Ausgangstweet nahelegt, zahlt Grönemeyer in Deutschland steuern.

Auch kann Poschardt seine Behauptung, der Musiker sei aus steuerlichen Gründen nach London gezogen, nicht aufrecht halten.

Selten hat ein Chefredakteur so kleinlaut seinen Schwanz eingezogen. Obwohl er auf ganzer Linie verloren hatte, hielt Poschardt eine Entschuldigung an Grönemeyer bislang nicht für nötig. 

Ob der streitbare Franke aus dem Debakel gelernt hat? Am Mittwochabend lud Poschardt alle Follower, die genug von Twitter haben, ein, seinen Instagram-Kanal zu besuchen. Dort erwarten den User tolle Autobilder und kaum Text. Vielleicht gar kein schlechtes Medium für Ulf Poschardt.