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60 Jahre Grönemeyer Danke, Herbert!


Nennen Sie ihn Stimme der Nation, "Gröl-Flummi" oder auch die Ikone aus dem Pott. Fest steht: Herbert Grönemeyer ist Deutschlands beliebtester und nachhaltigster Popstar. Und jetzt wird er auch noch 60.
Von Sophie Albers Ben Chamo

Herbert Grönemeyer ist Deutschlands Bruce Springsteen und Charles Aznavour in einer Person. Unser melancholischer "Boss" wird am Dienstag 60 Jahre alt - und will jetzt richtig loslegen, wie er kürzlich im Interview sagte: "Das Leben hat sich entkrampft und ist wieder unter meine Füße geschoben. Von da aus kann man wunderbar losstarten." Die nicht endende Neugier und der unkaputtbare Optimismus gehören wohl zu den Erfolgsgeheimnissen dieses Mannes, der es in mehr als 30 Jahren Karriere geschafft hat, unauffällig und meinungsstark zu bleiben, innovativ und unverwechselbar, überlebensgroß und zutiefst menschlich.

Durchhaltevermögen und "Das Boot"

Dabei war der Anfang die Hölle: Grönemeyer musste Konzerte absagen, weil niemand kam, und von seinen ersten vier Alben wollte niemand etwas wissen. Er solle lieber weiter am Theater arbeiten, riet ihm sein Label. Zumindest Grönemeyers Gesicht war nach seinem Auftritt im Kultfilm "Das Boot" (1981) deutschlandweit bekannt.

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Der Durchbruch kam dann völlig unerwartet, 1984 mit "4630 Bochum". Ein Album, das fast ausschließlich aus Hits besteht: "Männer", "Alkohol", "Flugzeuge in meinem Bauch" und natürlich "Bochum", Grönemeyers Hymne auf seine Heimatstadt im Ruhrpott, von der er dachte, dass sie im Nachbarort schon keiner mehr hören will. Falsch gedacht. Ein Hit folgte dem nächsten, "Kinder an die Macht", "Was soll das", "Marie". Jedes Album landete auf der Eins. Jetzt kannte jeder den Grönemeyer, der so gefühlvoll grölen konnte, dass es einem die Nackenhaare aufstellte. Der "blasse Gröl-Flummi aus dem Pott", wie ihn der "Tagesspiegel" einst zärtlich nannte, ist tatsächlich der deutsche Popstar, bei dem sich wirklich alle einig sind.  

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Doch auch im Leben des blonden Kraftpakets mit dem ewigen Jungslächeln gab es es schwere Krisen: Der Schicksalsschlag, der Grönemeyer den Boden unter den Füßen nahm, den er jetzt erst wieder fühlt, kam 1998, als innerhalb nur einer Woche Grönemeyers Frau und Mutter seiner Kinder, Anna, und sein Bruder Wilhelm den Kampf gegen den Krebs verloren. Ein Jahr lang habe Grönemeyer gebraucht, um überhaupt wieder Musik machen zu können, heißt es. Zum Versuch, sich aus der Trauer herauszuarbeiten, gehört auch sein bisher erfolgreichstes Album, "Mensch", das 2002 erschienen ist und elf Wochen lang Platz eins der Charts belegte. Der letzte Song, "Der Weg", ist seiner Frau gewidmet.

2002 ging er auf seine Alles-Gute-von-gestern-bis-Mensch-Tournee, die mehr als eineinhalb Millionen Menschen gesehen haben.

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Voll auf die "12"

Im März 2006 gab es dann Grönemeyers Song zur Fußball-WM auf die Ohren: "Zeit, dass sich was dreht". Das nächste Album war "12", und die Tour brachte ihn 2007 bis in die Albert Hall nach London. Vor dem nächsten Langspieler "Schiffsverkehr" (2011) schrieb Grönemeyer die Filmmusik für Anton Corbijns Film "The American". Der Fotograf und Filmemacher gehört zu Grönemeyers engsten Freunden. Schon Ende der 90er Jahre war seine Familie in die britische Hauptstadt gezogen. Dort ist auch sein Studio.

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Da scheint es nur logisch, dass Grönemeyer 2012 schließlich ein englischsprachiges Album präsentierte: "I walk", für das er unter anderem Antony Hegarty von Antony and the Johnsons, James Dean Bradfield von den Manic Street Preachers sowie Bono von U2 gewinnen konnte. Diesmal ging die Tour bis nach Amerika. Außerdem feierte Grönemeyer sein 30-jähriges Karriere-Jubiläum. 2014 arbeitete er erneut mit Corbijn: für den Hamburger Agenten-Thriller: "A most wanted Man".

Danke, Herbert!

Im November 2014 ist Grönemeyers 14. Album erschienen: "Dauernd Jetzt". Ein musikalischer Mix aus Modernem und Altbekannten, den der Übermusiker in Berlin persönlich präsentierte. Bei bester Laune, geerdet und in den Wolken zugleich. 100 Prozent Grönemeyer.

Im Januar 2015 schloss er sich dem musikalischen Protest gegen Pegida an, indem er mit Kollegen wie Wolfgang Niedecken, Jupiter Jones, Silly und Adel Tawil in Dresden vor der Frauenkirche zum Musikfestival "Offen und bunt – Dresden für alle!" einlud. Ohne Gage versteht sich.

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Er trage die Musik in sich wie einen persönlichen Hochsicherheitstrakt, hat Grönemeyer imstern-Interview gesagt. Danke, dass du uns immer wieder mit hinein nimmst!


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