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Jedward starten Deutschland-Tour: Wir haben die Haare schön

Beim Eurovision Song Contest mussten Jedward ihr mangelndes Gesangstalent mit schrillen Frisuren und wildem Tanz ausgleichen. Auf ihrer Deutschland-Tournee soll's noch verrückter werden. stern.de haben die Zwillinge verraten, wie das funktionieren soll, was sie über Lena denken und warum sie nicht schwul sind.

Von Julia Prosinger

Popstars müssen gut aussehen. Vor allem, wenn es mit dem Gesang harpert. Bei John und Edward Grimes ist die Haarspray-Dose weit wichtiger als das Mikrofon. Darum stehen die beiden Iren an diesem Mittag, kurz vor dem nächsten Interview, auf der Toilette ihres Plattenlabels Universal in Berlin und ziehen die blondierten Strähnen in die Höhe, pudern über Augenringe und Bartflaum. Dann stellen sie fest, dass sie versehentlich auf der Damentoilette gelandet sind, werden rot und stolpern nervös kichernd zur Tür hinaus.

Am Sonntag beginnt die Deutschland-Tour von Jedward in Hamburg. Deshalb sind die Brüder jetzt unterwergs, um für Ihre Tour zu werben. Am Morgen haben sie ihren Song "Lipstick" im deutschen Frühstücksfernsehen gezeigt, jetzt sitzen die 19-Jährigen erschöpft auf dem Ledersofa ihrer Plattenfirma. Sie müssten loslegen, mit dem, was alle von ihnen erwarten: dem Verrücktsein. Aber immer auf crazy machen, das schlaucht.

Auffällige Frisuren und bunt beklebte Anzüge

Vor zwei Jahren hatte der damalige englische Premierminister Gordon Brown über die Zwillinge gesagt: "Sie können nicht singen - aber sie sind gut in anderen Dingen." Und Simon Cowell, Juror der Castingshow X-Factor, drohte damit das Land zu verlassen, sollten die Zwillinge den Wettbewerb gewinnen. Trotzdem schafften sie es beim Eurovision Song Contest mit "Lipstick" auf den achten Platz und in den deutschen iTunes-Charts auf den ersten. Für die normale Chartwertung hatte ihr Label Universal den Song nicht angemeldet.

"Wir wissen, dass wir keine großartigen Opernsänger sind", sagen John und Edward zu stern.de. Und wenn auf die Stimmen kein Verlass ist, die Choreographie asynchron und die Jungs so tollpatschig, dass Briten darauf wetten, ob einer beim Tanzen auf die Nase fliegt, dann helfen eben nur noch auffällige Frisuren und bunt beklebte Anzüge.

Deshalb reißen sie sich jetzt auch zusammen und sind das, was sie verrückt nennen. Im Interview sprechen sie rasend schnell, erzählen gleichzeitig von kreischenden Fanmassen, ihren Eltern und der Privatschule, auf der sie die einzig normalen Schüler gewesen seien. Fallen einander ins Wort, tippen auf ihrem iPhone herum, werfen mit Süßigkeiten und blättern nebenher in Zeitschriften.

Jedward verspricht: Die Mädchen werden durchdrehen

"Unsere Fans lieben das neue Album Planet Jedward", sagt John und verspricht "Schneemaschinen, Feuer und ganz viel Verrücktheit" für ihre erste große Tour außerhalb UK und Irlands. "Die Mädchen werden durchdrehen", sagt Edward.

Tokio-Hotel-Stücke werden sie für ihre deutschen Fans spielen und natürlich auch Satellite von Lena. Coversongs sind Jedwards Spezialität. Mit Lena sollen sie sich hinter den Kulissen des Eurovision Song Contest angefreundet haben. Edward sei in Lena verliebt, hieß es damals, von einem Kuss war die Rede. "Naja, Lena ist schon ziemlich cool, aber wiedergesehen haben wir uns nicht. Wir haben ja kaum Zeit für unsere eigene Familie", sagt er. Immerhin hätten sie ihr bei einem gemeinsamen Auftritt bei Stefan Raab ihre Visitenkarte dagelassen, erzählen sie heute.

Und auch der Eurovision Song Contest war nicht nur gut: "Beim Sound Check waren die meisten furchtbar ernst und benahmen sich wie Konkurrenten", sagt John und Edward fällt ihm ins Wort: "Wir bekamen viele arrogante Blicke ab." Inniger muss es da bei einem Treffen mit Barack und Michelle Obama zugegangen sein. Der amerikanische Präsident schenkte den Zwillingen M&M's und lobte ihre Frisuren, die Jungs sangen und tanzten. Hinterher soll die First Lady gesagt haben, die beiden Iren seien schüchtern. "Sie hat natürlich nur Spaß gemacht", sagt John.

Lustig, aber nicht schwul

Doch wie sie da so sitzen, mit dicken Tennissocken, zu engen Jeans und Farbflecken an den Fingern, hat Michelle Obama es wohl eher ernst gemeint. Man mag ihnen gar nicht glauben, dass sie abends im Hotel "total verrückt" sind. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie, wie John erzählt "ganz liebe Kinder" waren. "Nein, nein", springt Edward ein, um die Strategie zu wahren, "wir waren doch total wild, hatten ständig Verletzungen und sind von jedem Baum gefallen".

Beim Thema Frauen bekommt Edward einen Lachanfall. "Wir sind erst 19 und hatten noch nie richtige Freundinnen", sagt er. "Aber wir respektieren Frauen", sagt John. Und nur weil sie lustig seien und keine Machos, seien sie nicht auch schwul. Trinken, Rauchen, Drogen - nichts für Jedward. "Wir sind nie in die böse Szene abgedriftet", sagt John. Die beiden haben ganz andere Sorgen: "Wir wollen auf die Bühne gehen, Fans treffen, toll sein und tolle Haare haben", sagen sie. Und viele Stars kennen lernen.

Nach Lady Gaga und Katy Perry werden sie nun bald ihre "Number one Person", Britney Spears, treffen. "Hey John", sagt Edward, "wir sollten uns einen Plan machen, es muss ein besonderer Moment werden." "Ja, wir sollten Britney Jedward-umarmen", sagt John. Jedward-umarmen? "Naja", sagt Edward, "das ist total verrückt, einfach eine Umarmung von uns beiden." Total verrückt.

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