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Eurovision Song Contest in Düsseldorf: Lena bei Google wieder vorne

Gelingt Lena Meyer-Landrut in Düsseldorf ein historischer Sieg? Laut Google-Prognose wird sie den Eurovision Song Contest erneut gewinnen. Die Suchmaschine lag in den vergangenen Jahren immer richtig. Es gibt dennoch Zweifel.

Von Jens Maier

Noch nie hat ein Teilnehmer es geschafft, den Grand Prix zwei Mal hintereinander zu gewinnen. Alle Teilnehmer, die nach ihrem Sieg im Folgejahr noch einmal antraten, sind bislang kläglich gescheitert. Der Ire Johnny Logan konnte den Wettbewerb zwar zwei Mal für sich entscheiden, doch mit sieben Jahren Abstand. Die deutsche Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut könnte seinen Rekord jetzt brechen.

Eine seit Donnerstag frei geschaltete Prognoseseite der Internetsuchmaschine Google sagt für die 19-Jährige die Titelverteidigung voraus. Laut der Vorhersage wird Lena mit ihrem Song "Taken By A Stranger" 162 Punkte erhalten und damit vor Irland mit den Zwillingen Jedward und ihrem Song "Lipstick" und dem Franzosen Amaury Vassili mit "Sognu" landen.

Einen Sieg beim Eurovision Song Contest vorherzusagen gilt als äußerst schwieriges Unterfangen. Sehr viele Faktoren, wie die sogenannten Sympathie-Wertungen, aber auch die Form des Interpreten am entscheidenden Abend, haben Einfluss auf das Ergebnis. Trotzdem erwies sich das Google-Programm seit seinem Start vor zwei Jahren als erstaunlich treffsicher. Sowohl den Sieg von Alexander Rybak 2009 als auch den Triumph von Lena Meyer-Landrut in Oslo hat die Maschine korrekt vorhergesagt.

Google wertet Suchanfragen aus ganz Europa aus

Das Programm errechnet anhand der Suchanfragen bei Google die Beliebtheit der einzelnen Bewerber aus allen 43 Teilnehmerländern. Wie in der Grand-Prix-Wertung, werden dabei die Abfragen aus dem eigenen Land nicht berücksichtigt. Jedes Land bewertet die Finalisten mit einem bis zwölf Punkten - je nach Häufigkeit der Suchanfragen. Aus dem so errechneten Ergebnis ergibt sich die Gesamtwertung.

Trotz der beiden Volltreffer in den vergangenen Jahren ist der Internetkonzern zurückhaltend bei der Treffsicherheit der diesjährigen Prognose. "Wir sagen jetzt nicht, Lena wird gewinnen", sagte ein Google-Sprecher. Einerseits könne sich noch einiges an der Prognose bis zum Finale am 14. Mai in Düsseldorf verändern. Andererseits gebe es dadurch, dass Lena ein zweites Mal antritt, eine Unsicherheit. Sie sei bereits durch ihren Sieg im Vorjahr vielen bekannt und womöglich deshalb bei den internationalen Suchen so populär.

Bestimmte Faktoren können nicht berücksichtigt werden

Die "Mission Titelverteidigung", wie Lenas Mentor Stefan Raab es nennt, könnte außerdem durch die Jurys in Gefahr gebracht werden. Diese sind in der Google-Prognose nicht berücksichtigt worden. Seit 2009 fließen die Wertung der Jurys und der Zuschauer aber zu je 50 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Kritiker werfen der Google-Auswertung außerdem vor, dass in der Vergangenheit nur der Sieger, nicht die folgenden Plätze richtig vorhergesagt worden seien, das Ergebnis also möglicherweise purer Zufall sei. Die Wetten bei den Büros der englischen Buchmacher, die in den vergangen Jahren ebenfalls immer richtig lagen, sagen jedenfalls ein ganz anderes Ergebnis voraus: Der Franzose gewinnt und Lena landet auf Platz sieben.

mit Agenturen