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Profil gelöscht Wegen Russlandaffäre: Jim Carrey ruft Investoren zu Facebook-Boykott auf

Jim Carrey löscht sein Facebook-Profil
Das gefällt ihm gar nicht: Jim Carrey hat sein Facebook-Profil gelöscht, weil die Plattform zu wenig gegen Fake News aus Russland unternehme. 
© Picture Alliance
Unter dem Hashtag #unfriendfacebook erklärt Jim Carrey den Entschluss, sein Facebook-Profil zu löschen. Im gleichen Zuge ruft der Comedian und Schauspieler Aktionäre auf, die soziale Plattform zu boykottieren. 

Wer gerade auf Jim Carreys Facebook-Profil "Jim Carrey is Here" zugreifen möchte, bekommt nur die Nachricht "leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar" angezeigt. Der Grund: Carrey hat seinen Kanal, dem immerhin über fünf Millionen Menschen folgten, kurzerhand gelöscht. Für ihn sei es inakzeptabel, dass das soziale Netzwerk Profit aus der Affäre um Russlands Einmischen in die US-Wahl geschlagen hätte. 

Jim Carrey löscht sein Facebook-Profil

"Ich verkaufe meine Facebook-Aktien und lösche meine Facebook-Seite, weil Facebook von der russischen Einflussnahme in unserer Wahl profitiert hat und sie immer noch zu wenig tun, um es zu stoppen", schrieb der Schauspieler auf Twitter. Doch Carrey beließ es nicht nur dabei. "Ich ermutige andere Investoren, denen unsere Zukunft am Herzen liegt, das Gleiche zu tun", ergänzte er. Dazu postete der 56-Jährige den Hashtag #unfriendfacebook (auf Deutsch: "entfreundefacebook"). Das Bild zum Tweet, eine Zeichung von Carrey, die Facebooks CEO Mark Zuckerberg darstellen soll, ergänzte er mit einem Daumen runter. 

Facebook soll zu wenig gegen Fake News aus Russland getan haben

Carreys Abrechnung mit der sozialen Plattform kommt nicht überraschend. Seit der US-Wahl vor anderthalb Jahren ist die Kritik an der Unternehmensführung und den Richtlinien des Netzwerkes immer lauter geworden. Wie Facebook selbst zugab, sollen über 126 Millionen Amerikaner in den vergangenen zwei Jahren Inhalten russischer Propaganda ausgesetzt gewesen sein. Schon vor Donald Trumps Wahlsieg wurde kritisiert, die Plattform unternehme zu wenig gegen Fake News auf ihrer Seite. Zurzeit untersucht das US-Justizministerium, wie groß der Einfluss Russlands auf die Präsidentschaftswahl tatsächlich war. 

Mark Zuckerberg gibt sich demütig

In einem Posting vom 4. Februar gab Facebook-Gründer Zuckerberg selbstkritisch einige Fehler zu. "Über die Jahre habe ich fast jeden Fehler gemacht, den man sich vorstellen kann. Ich habe Dutzende technische Fehler begangen und schlechte Deals abgeschlossen. Ich habe den falschen Leuten vertraut und talentierte Leute in falsche Positionen gesteckt. Ich habe wichtige Trends verpasst und war bei anderen langsam. Ich habe ein Produkt nach dem anderen gelauncht, das gescheitert ist", schrieb der 33-Jährige. 

Für Carrey schien die Entschuldigung zu spät zu kommen. Durchaus möglich, dass ihm noch weitere Hollywoodstars folgen werden. 

Ein Smartphone vor dem Facebook-Logo.
ls

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