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Entertainer : Jürgen von der Lippe rechnet mit Greta Thunberg und #MeToo ab

Der TV-Entertainer Jürgen von der Lippe hat Greta Thunberg und die #MeToo-Bewegung kritisiert. Der 71-Jährige fürchtet unter anderem "ein Zeitalter der Prüderie", weil man keine Frauen mehr angraben könne.

Jürgen von der Lippe und Greta Thunberg

TV-Entertainer Jürgen von der Lippe kritisiert die 17-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg 

Jürgen von der Lippe arbeitet seit 43 Jahren im Medienbusiness. Dass der TV-Entertainer dabei gelernt hat, wie er Aufmerksamkeit erregt und gleichzeitig Werbung für eine neue TV-Sendung macht, hat er nun in Interviews mit dem "Hamburger Abendblatt" und der "Bild am Sonntag" bewiesen. Dort hat er kurz vor dem Start seiner neuen WDR-Show "Nicht dein Ernst!" seine Interpretation aktueller gesellschaftlicher Missstände kundgetan.

Dabei rechnete er vor allem mit der zunehmenden Emanzipation und Greta Thunberg ab. "Die Leute haben es satt, erzogen zu werden. Und die Leute haben Greta satt", sagte der 71-Jährige über die 17-jährige Klimaaktivistin. "Wenn sich so ein Mädchen hinstellt und die Weltmächtigen anschreit 'How dare you?' und die dann kuschen, ist das für mich Comedy." Er brauche "kein 17-jähriges Mädchen, das die Politiker beschimpft, weil sie den Durchblick nicht hat", fügte er im Interview mit der "Bild am Sonntag" hinzu.

Sehen Sie im Video: Greta Thunbergs Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos. 

Jürgen von der Lippe über #MeToo: "Es traut sich ja niemand mehr, eine Frau anzugraben" 

Auch der #MeToo-Bewegung kann von der Lippe nichts abgewinnen – oder dem, was er dafür hält. In Zusammenhang mit der Emanzipation und MeToo würde sich einiges ändern, kritisiert der Entertainer. Als Beispiel nennt er, dass Frauen, denen ein Mann den Mantel abnehme oder den Stuhl zurechtrücke, das heutzutage nicht mehr mögen und sagen würden: "Hören Sie mal, ich bin kein Kind, ich kann das alleine." 

Wie eingehend der Entertainer sich mit der Bewegung beschäftigt hat, ist nicht bekannt. Die Folgen aber sind für ihn eindeutig: Wir werden "im Grunde aussterben", weiß von der Lippe. Denn es traue sich ja niemand mehr, "eine Frau anzugraben", weil das "ja schnell übergriffig" sei. 

Auch dass "die Linken in Berlin-Kreuzberg" Dessous-Models auf kommunalen Werbetafeln abschaffen wollen, ärgert den 71-Jährigen. Ebenso sehr wie die Tatsache, dass Alba Berlin keine Cheerleader mehr beschäftigen will. 

Seine Befürchtung ist, dass es durch die gesellschaftlichen Veränderungen zu einem "Zeitalter der Prüderie" kommen könnte: "Wie man es aus den USA kennt, wo Sie im Fernsehen vermutlich zeigen können, wie eine Frau gevierteilt wird, aber 'No Nipples'", erklärte er. Er wolle heute, "in dieser verkrampften Atmosphäre", nicht mehr jung sein. 

Dass er tatsächlich nicht mehr jung ist, gefällt ihm aber offenbar auch nicht, denn "der alte weiße Mann" werde "dreifach diskriminiert", sagte er. "Wegen der Hautfarbe, des Alters und wegen des Geschlechtes."

Auf Twitter löste der Entertainer mit seinen Aussagen vor allem Belustigung aus – zu offensichtlich schien den meisten, dass er damit für seine neue TV-Show werben will. "Ich habe jetzt richtig Laune auf die erste Folge!", twitterte die Autorin Sophie Passmann. 

Quellen: "Hamburger Abendblatt", "Bild am Sonntag" 

ame
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