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Interview

Neue Comedy-Serie "Check Check": Klaas stand mit Freundin vor der Kamera: "Sie sagt mir manchmal, wie man es besser machen kann"

Für das Comedy-Format "Check Check" ist Klaas Heufer-Umlauf nicht nur in eine der Hauptrollen geschlüpft, sondern hat die Serie auch mit produziert. Wie es dazu kam und warum das Format so besonders ist, verrät Klaas im Interview. 

Klaas Heufer-Umlauf hat bei "Check Check" nicht nur eine Rolle übernommen, sondern die Serie auch produziert

Klaas Heufer-Umlauf hat bei "Check Check" nicht nur eine Rolle übernommen, sondern die Serie auch mit produziert

Für die neue Comedy-Serie "Check Check" stand Klaas Heufer-Umlauf als Jan Rothe vor der Kamera. In seiner Rolle hat er sich gerade selbstständig gemacht und möchte einen Algen-Burger-Laden eröffnen. Weil sein Vater aber an Demenz erkrankt ist, muss er aus Berlin zurück in die Kleinstadt ziehen und sich um ihn kümmern. Er nimmt einen Job als Security-Mitarbeiter eines Flughafens an und trifft dort unter anderem auf seine Ex-Freundin, die nun zu seiner Chefin wird. Diese Rolle wird von Klaas' Freundin Doris Golpashin gespielt, mit der der 36-Jährige zwei Kinder hat. Im Interview mit dem stern spricht der Moderator unter anderem darüber, wie es zu der Serie kam und was er sich beim neuen Format gedacht hat.

Klaas, Sie sind Moderator, Schauspieler und Musiker. Für die neue Comedy-Serie "Check Check" haben Sie nun auch noch die Rolle des Produzenten und Ideengebers eingenommen: Wie kam es dazu?

Ich kann das immer nicht so sagen. Meistens fällt mir irgendwas ein und dann will ich das dringend machen. Wenn ich genug Leute gefunden habe, die mir helfen, dann klappen diese Sachen. Am Ende wird das immer mir auf die Fahne geschrieben, aber ich habe ganz viele Leute, die mir helfen und die gemeinsam mit mir sowas in die Welt setzen.

Sie sind aber schon ein Multitalent.

So viel merke ich noch, als dass man sowas nicht über sich selber sagt. So abgestumpft bin ich noch nicht. Mir machen auf jeden Fall viele Sachen Spaß. Ob ich das, was ich mache, kann oder nicht, das müssen andere beurteilen, die sich das angucken.

Wie war das, gleich zwei Jobs zu machen, vor und hinter der Kamera?

Ich hatte während des Spielens weniger mit dem Job als Produzent zu tun. Dafür mehr im Vorfeld und jetzt im Nachhinein. Es macht Spaß, dass man Prozesse selbst beeinflussen kann. Und ich muss mich nicht darüber ärgern, dass ein anderer irgendwas gemacht hat, sondern ich kann mich über meine eigenen Fehler ärgern – und da gab es einige von. Sonst ist man dem immer so ausgeliefert und muss das machen, was andere sagen.

Sie sprechen von Fehlern. Welche zum Beispiel?

Das kann ich gar nicht so konkret sagen. Doofsinnige Entscheidungen, durch die man Geld verblasen hat. Das gehört glaube ich dazu. Ich glaube, dass sich das alles findet und bis man daraus gelernt hat, dauert es etwas. Wenn wir jetzt weitermachen und in die Zukunft blicken, wird das alles strukturierter ablaufen. Das hatte aber auch alles seinen Charme. Ich glaube, das trägt sich in die Serie hinein, dieses witzige Chaos, das teilweise hinter den Kulissen stattfand. Aber so ist das eben. Wenn man nie anfängt, dann kann es auch nie gut werden.

In der Serie geht es auch ums Thema Demenz. Wie passt das mit Comedy zusammen?

Ich glaube ganz gut. Ich lache lieber mit den Leuten über skurrile, alberne Situationen, wenn ich auch das Gefühl habe, das sind echte Menschen. Manchmal hat Melancholie ja auch was Schönes. Nur lustig ist mir zu anstrengend. Ich persönlich gucke eine Sitcom, die immer nur einen Gag nach dem nächsten macht, nicht gerne. Und ich hoffe, dass wir diesen Ton auch ein bisschen getroffen haben.

Es ist definitiv kein typisches Comedy-Format.

Genau. Wenn man die Charaktere etwas mehr fühlen kann, hat man mehr Bock, auch mal zu sehen, wenn es eskaliert.

Ihre Lebensgefährtin Doris Golpashin ist in der neuen Serie auch zu sehen.

Klaas steht mit seiner Freundin vor der Kamera

Klaas stand gemeinsam mit seiner Freundin Doris Golpashin (li.) vor der Kamera. In der Serie spielt sie seine Chefin und Ex-Freundin.

Sie ist ja auch eine sehr gute Schauspielerin. Sie hat das Casting gemacht und hat uns überzeugt. Und seitdem macht sie das. Ist doch super.

Sie hat tatsächlich das Casting mitgemacht?

Ja klar! Da ist ja eine ganze Reihe von Menschen, die mitentscheiden müssen, wer da mitspielt. Sie spielt ja nicht nur bei "Check Check", sondern dreht eine ganze Menge. Insofern waren wir froh, dass es überhaupt geklappt hat. Mit ihr zu drehen war für mich hilfreich, weil sie mir manchmal sagt, wie man es besser machen kann.

Ist doch toll, wenn man sich als Paar auch vor der Kamera ergänzen kann.

Ja, ich höre mir manches von ihr lieber an als von jemandem, den ich nicht kenne. Man ist offener, wenn die Partnerin sagt: "Mach das doch mal so", dann nehme ich das auch an. Bei jemand anderem wäre ich vielleicht etwas trotziger und sage, ich mache das so wie ich will.

In der Serie ziehen Sie aus Berlin in die Kleinstadt und stellen Ihre Träume zurück. Könnten Sie sich privat auch vorstellen, mal aus Berlin in eine Kleinstadt zu ziehen?

Aktuell sehe ich das noch nicht kommen. Aber wenn man mir vor zehn Jahren gesagt hätte, wie mein Leben heute ist, hätte ich das wahrscheinlich auch nicht gedacht. Man kann sich ja auch innerhalb von Berlin eine ruhige Insel schaffen. Das habe ich schon gemacht. Bei dem ganzen durchgeknallten, verrückten Stress-Berlin mache ich ja nicht mit. Sondern ich sitze Zuhause und mache mein Ding. Bei mir. Im Wald.

"Check Check" wird zuerst auf einem Streaming-Portal ausgestrahlt und erst danach im TV. Ist das nicht ungewöhnlich?

Es ist ein neuer Weg, aber gar nicht mehr so ungewöhnlich. Ich finde das ganz interessant. Mal zu gucken, wie wirkt sich das auf eine Quote aus. Beim Fernsehen wird am nächsten Tag abgerechnet: Um halb neun kommt die Quote und dann ist entweder hop oder top. Aber ob das immer so repräsentativ ist? Dann regnet es mal, dann läuft mal etwas anderes, dann ist Fußball, so was eben. Wenn man aber sagt, ab jetzt gibt es die Serie, guck dir die bis Weihnachten an, wann du willst und dann erst guckt man auf die Zahlen, das sagt glaube ich mehr darüber aus. Und dann gibt es vielleicht noch ganz andere Leute, die das nicht über Joyn finden, sondern es auf ProSieben entdecken. Leute, die nicht aktiv vorher sagen: "Ich gucke jetzt 'Check, Check'". Das ist noch mal eine ganz andere Zuseherschaft. Und die miteinander zu vereinen, finde ich hochinteressant.

Glauben Sie, dass sich das klassische Fernsehen noch halten kann?

Das glaube ich schon. Ich glaube, dass sich das klassische Fernsehen noch weiterentwickeln kann. Und das tut es ja jetzt auch schon. Es ist ja schon lange nicht mehr der Kasten, den man einfach anmacht, sondern man hat ja 2000 verschiedene Funktionen, wo auch direkt noch eine Mediathek dranhängt. Man kann aufnehmen, umschalten, Pause machen, angucken, wann man will. Alles kommt aus dem Internet, ohne dass man es merkt. Ich glaube, das ist so ein bisschen der Weg. Dass sich das Fernsehen weiterentwickelt und dass man trotzdem noch Ansprüche hat, gleichzeitig etwas zu erleben. Das merke ich bei meinen anderen Shows. Diese Gleichzeitigkeit und diesen Event-Charakter, dieses Gefühl von "heute gehen wir ins Theater", das wird man beim Fernsehen mehr erleben. Der Toptrend am Sonntagabend ist der "Tatort", also wie zukunftsmäßig sind wir eigentlich wirklich?

Warum eigentlich "Check Check"? Hat das eine Bedeutung?

Nö. Klang cool, ich bin da sehr praktisch. Ich finde, man kann die Buchstaben schön anordnen, dann sieht das cool aus. Und ich bin der festen Überzeugung davon, dass Namen scheißegal sind: Meine Firma heißt Florida, meine letzte Sendung hieß "Circus HalliGalli" und ich heiße Heufer-Umlauf.

Die zehnteilige Serie "Check Check" startet am 21. Oktober auf der senderübergreifenden Streaming-Plattform Joyn und soll 2020 auch bei ProSieben zu sehen sein.