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Spendengelder versenkt?: Warum Klaas Heufer-Umlauf mit seinem Projekt zur Seenotrettung scheiterte

Im Juli 2018 sammelte Klaas Heufer-Umlauf fast 300.000 Euro Spenden für eine private Rettungsaktion im Mittelmeer. Doch das Projekt scheiterte und macht deutlich, mit welchen Problemen die Seenotrettung zu kämpfen hat.

Klaas Heufer-Umlauf

Klaas Heufer-Umlauf startete 2018 einen Spendenaufruf für die Seenotrettung

Ob ein Bungee-Sprung von der höchsten Plattform der Welt oder ein Anzug aus lebendigen Bienen am ganzen Körper – Klaas Heufer-Umlauf ist bekannt dafür, krasse Aktionen durchzuziehen. Doch auch außerhalb seiner Unterhaltungsformate wie "Joko und Klaas" oder "Duell um die Welt" macht der Moderator von sich reden.

So auch immer Sommer 2018, als er seine Prominenz nutzte und zu Spenden für die Seenotrettung aufrief. Anlass war damals die Beschlagnahmung des zivilen Rettungsschiffs "Lifeline". Ein Thema, dass ihn nicht loslasse, wie er damals im Video "Zwischenruf in der Sommerpause" betonte. Er werde "persönlich dafür Sorge tragen, dass das Geld da ankommt, wo es hin muss". Die Fans spendeten, insgesamt kamen 297.036 Euro zusammen.

Klaas: Improvisieren beinhaltet auch Scheitern

Ein Jahr später ist die Bilanz ernüchternd. Die geplante Mission ist nie gestartet, ein Teil des Geldes scheint verloren zu sein, wie die österreichische Rechercheplattform "addendum" berichtet. Zwar habe die Organisation "Civilfleet", die Klaas zur Umsetzung des Vorhabens gegründet hatte, ein Schiff gechartert und dieses auch ausgerüstet. Doch es seien immer mehr Kosten entstanden, bis man das Projekt habe aufgeben müssen. Das haben mittlerweile "Civilfleet" selbst und auch Klaas zu großen Teilen bestätigt.

Im Gespräch mit dem Rechercheblog "Übermedien" zeigte sich Klaas enttäuscht über das gescheiterte Projekt: "Das Geld wird aufgefressen von der Zeit, die man warten muss. In der Zeit ist das Schiff, das dringend gebraucht wird, nicht auf dem Wasser." Improvisieren beinhalte jedoch immer die Gefahr zu scheitern, so der Moderator.

Wo blieb das Geld?

Wie komplex und aufwändig das Projekt Seenotrettung selbst für jemanden zu sein scheint, der in der Öffentlichkeit steht und verhältnismäßig viel Unterstützung genießt, zeigen die Ereignisse rund um die private Spendenaktion. Schon im Oktober 2018 wurde der gemeinnützige Verein "Civilfleet" gegründet, der das Projekt verwalten sollte. Vorsitzender ist Erik Marquardt, viele Jahre Mitglied der Grünen Jugend und seit 2019 Abgeordneter im EU-Parlament für die Grünen. Das Geld verwaltete Ruben Neugebauer als Schatzmeister, einer der Mitgründer der NGO "Sea-Watch".

Ende 2018 habe man nach längerer Suche ein Schiff gechartert, heißt es auf der Seite des Vereins als Reaktion auf die Recherchen von "addendum". Man entschied sich für die "Golfo Azzuro", einen sogenannten Trawler (ein Schiff für Hochseefischerei), der schon bei anderen Rettungsaktionen im Einsatz war. Kauf und Unterhalt eines Schiffes in dieser Größenordnung sei jedoch von den Spendengeldern nahezu unmöglich gewesen – daher entschied man sich fürs Chartern. Insgesamt investierte "Civilfleet" bis Ende 2018 laut Recherchen von "addendum" mehr als 200.000 Euro in das Unterfangen. Davon seien allein 70.000 Euro in den Ausbau der "Golfo Azzuro" geflossen, unter anderem in Stauräume und eine Krankenstation an Bord.

Probleme mit der Beflaggung

Hinzu kamen Kosten für die Umbeflaggung des Schiffes: Denn jedes Schiff muss in einem Staat registriert sein, unter dessen Flagge es fährt. Das muss jedoch nicht der Staat sein, in dem der Eigentümer des Schiffes lebt. So lassen viele Bootsbesitzer ihre Schiffe unter sogenannten "Billigflaggen" registrieren. Länder wie Panama oder Zypern erheben nur geringe Steuern und stellen kaum Ansprüche an Sicherheitsstandards. So lief es auch mit der "Golfo Azzuro", deren Eigentümer in den Niederlanden eingetragen ist; das Schiff fährt allerdings unter der Flagge Panamas.

Jedoch habe man Angst gehabt, dass dies zu Problemen führen könnte, sagen die Organisatoren – denn Schiffe anderer Organisationen hatten (vermutlich auf Druck von Italien) die Flagge entzogen bekommen und wurden so an ihrer Arbeit gehindert. Daher wollte "Civilfleet" eine Umbeflaggung vornehmen, die jedoch teuer und komplex war. "Uns war bewusst, dass der Flaggenwechsel komplex und aufwendig ist, sodass wir es für einen richtigen Schritt hielten, statt der Charterraten einen Maximalbetrag festzulegen, bis das Schiff einsatzbereit ist und wir mit den Einsätzen beginnen können", kommentiert Civilfleet als Reaktion auf die Veröffentlichung von "addendum" diesen Umstand. Hinzu kommt noch der Aspekt, dass es sich bei dem Eigentümer des Schiffes möglicherweise um eine Briefkastenfirma handelt – ein Aspekt, von dem "Civilfleet" auch erst durch die Recherchen von "addendum" erfahren haben will; dies wird zur Zeit juristisch geprüft.

Was passiert jetzt?

"Insgesamt kann man uns glauben, dass es uns am meisten schmerzt, dass die ‚Golfo Azzurro‘ bislang keine Menschen retten konnte", kommentieren die Organisatoren die aktuelle Situation auf ihrer Internetseite. "Wir haben jedoch angesichts enormer Widerstände unser Bestes gegeben, um im Sinne der Spenderinnen und Spender die Seenotrettung im Mittelmeer wieder möglich zu machen." Ein Teil der investierten Kosten wolle man sich zurückholen – unter anderem aus der Ausrüstung, die aktuell im Schiff verbaut ist. Diese soll ausgebaut und an andere Hilfsorganisationen weitergegeben oder verkauft werden. Gemeinsam mit dem Eigentümer soll dann eine Schlussrechnung erstellt werden und eine detaillierte Liste aller Posten für die Spender auf der Homepage veröffentlicht werden.

Aus Sicht der Organisatoren wurde im vergangenen Jahr aber kein Geld verschwendet – man habe immer gehandelt in der Abwägung, das Projekt doch noch umsetzen zu können. Aber warum dann die lange Funkstille? Man habe vermeiden wollen, dass die Behörden das Projekt gefährden, heißt es dazu im Blogbeitrag von "Civilfleet".

Klaas sammelt weiter Spenden

Auch aus Sicht von Klaas Heufer-Umlauf ist das Projekt nicht gescheitert. "Ich bin mit Erik Marquardt, der sich in der Seenotrettung engagiert, in Kontakt gekommen, und wollte eigentlich zunächst einmal selber Geld spenden, was ich auch getan habe", sagte der Moderator im Gespräch mit "Übermedien". "Ich habe einem Projekt, das im Entstehen war, ein bisschen Aufmerksamkeit verschafft. Daraus wurde dann in der Wahrnehmung ‚mein Projekt‘." Das habe er jedoch nie schlimm gefunden. "Das Geld ist dahingegangen, wo man es nach besten Wissen und Gewissen investieren muss, um das zu erreichen, was wir versprochen haben. Ich würde es wieder tun."

Ähnlich scheinen es auch seine Fans zu sehen. Denn erst vor wenigen Monaten startete der Moderator zusammen mit Jan Böhmermann erneut einen Spendenaufruf – nach der Verhaftung der Kapitänin Carola Rackete vor der Küste Italien. Bei dieser Aktion kamen über eine Million Euro zusammen.

lau
VERNUFT -- grundsätzlich als KRIMINELL definiert ??
Kinder und Hartz4-Empfänger werden „zur Vernunft“ diszipliniert. Persönliches Fortkommen, ohne Stillstand, ist das, was man vorgibt. Zweifel seien unvernünftiges Verhalten; Widerspruch, krankhaftes. Rationales oder pragmatisches Verhalten wird nur der „Führung“ (also dem Regierungs- und Verwaltungsapparat) zugebilligt. Nirgends ist ein demokratische Verhalten hinsichtlich der „Führung“ definiert. Demokratie bedeutet: man gibt der gewählten Führung den Auftrag, dem Volk (exakt dem Wohl des Einzelnen) zu dienen. Statt dessen werden Gruppeninteressen vertreten, die ein starkes Veto einlegen oder die Richtung (eigene Vernunft) straffrei umsetzen dürfen. Was ist Vernunft ? Wir kennen nur „unsinnige“ Gruppeninteressen, wie a) den Bau eines Schutzwalles gegen Imperialisten b) den Bau eines weltbedeutenden Drehkreuz-Flughafens (als Abschreckung der Konkurrenz) c) die Einführung von Hartz4 (Motto: nur Billig-Arbeit macht reich) d) eine Mobilität, wo Jedem erlaubt wird so schnell zu fahren, wie er sich es finanziell leisten kann e) ein gewinnorientiertes Verhalten, das „Schwache“ (entgegen der Gesetzeslage) „übertölpelt und ausraubt“; 1) Menschen werden kaufsüchtig / spielsüchtig / sexsüchtig gemacht, mit staatlicher Förderung >> Vogelfreiheit 2) der Enkeltrick ist eine Ableitung des kapitalistischen Systems >> SUB-Randgruppe gegen SUB-SUB-Randgruppe Vernunft heißt ursprünglich: „den eigenen Trieben Einhalt zu gebieten -- Anderen Freiheiten zu geben !!“ (Antikes Rechtsmotto) „Vernunft heißt, Anderen Frieden zu gewähren und Selbst im Gegenzug zu beziehen“ (Biblisches Gemeinwohl ) Warum geht das nicht in einer DEUTSCHEN Demokratie ? Fehlt den Deutschen die Einsicht ? Fehlt den Deutschen ein demokratisches Verständnis ? .. oder sogar Beides ? Oder kann sich in Deutschland nur jemand (verhaltensgestörtes Egozentrisches) politisch an die Spitze setzen, der BEIDES eben gerade nicht praktiziert und umsetzt, gegen die Schwächeren „vernünftig Handelnden“ ???? ... ähnlich, wie das bei kriminellen Banden die Regel ist ? Ist kriminelle Egozentrik nicht die beste Vernunft ? ... Resumee: das sollten die Kinder und Hartz4-Empfänger angeleitet werden, solches ebenfalls umsetzen ? ... sich nicht manipulirren / ausnutzen zu lassen, um nicht in einer Endlosschleife einer Opferrolle zu verharren ?