VG-Wort Pixel

Royals Zuschauer kennen sie aus der Netflix-Serie "The Crown": Lady Hussey löst Rassismus-Skandal aus

Queen Elizabeth II. und Lady Susan Hussey
Lady Susan Hussey war seit 1960 die Kammerfrau von Queen Elizabeth II., Anfang der 1980er Jahre brachte sie Lady Diana die Feinheiten des höfischen Protokolls nahe und wurde später Patin von Prinz William.
© Chris Radburn/PA / DPA
Wegen rassistischer Äußerungen musste Lady Susan Hussey den Palast verlassen. Fans von "The Crown" kennen die ehemalige Hofdame der Queen - sie spielt in der aktuellen Staffel der Netflix-Serie eine Rolle.

Das britische Königshaus wird derzeit von einem Rassismus-Skandal erschüttert. Lady Susan Hussey hatte sich am Mittwoch auf einem Empfang von Königin Camilla im Buckingam Palast bei der Gründerin einer gemeinnützigen Stiftung mehrfach erkundigt, woher sie "wirklich" komme. Die Betroffene, Ngozi Fulani, hatte den Vorfall daraufhin auf Twitter publik gemacht. 

Zwar entschuldigte sich Hussey und trat umgehend zurück. Auch der Palast distanzierte sich von den "inakzeptablen und sehr bedauerlichen Kommentaren". Doch der Skandal lässt sich so einfach nicht aus der Welt schaffen. Denn er führt in die engsten Kreise der königlichen Familie.

Lady Susan Hussey war seit 1960 Lady-in-Waiting, die Kammerfrau von Queen Elizabeth II. Beide verband eine enge persönliche Beziehung. Als Lady Diana Anfang der 1980er Jahre den damaligen Thronfolger Prinz Charles ehelichte, war es Hussey, die der unerfahrenen Frau die Feinheiten des höfischen Protokolls näherbrachte. Später wurde sie die Taufpatin von Dianas Erstgeborenem, Prinz William.

Lady Susan Hussey spielt in "The Crown" eine Rolle

Zuschauern der Netflix-Serie "The Crown" ist Lady Hussey keine Unbekannte. In Folge 8 der aktuellen Staffel spielt die Hofdame zusammen mit ihrem Ehemann Sir Marmaduke Hussey eine wichtige Rolle. Die Episode spielt im Jahr 1995 und dreht sich um das BBC-Interview, das Diana dem Journalisten Martin Bashir gab.

Susan berichtet ihrem Mann, der damals dem Kontrollgremium BBC Board of Governors vorsaß, nach einem Nachmittag am Hofe, die Queen habe auf sie bedrückt gewirkt. Gleichzeitig regt sie an, der Sender solle ein schönes TV-Special bringen, um sie aufzumuntern. 

Sir Marmaduke spricht daraufhin mit dem für das Programm zuständigen Generaldirektor. Der hat jedoch eigene Pläne - sowohl die BBC als auch die Monarchie möchte er modernisieren. So gibt er gibt grünes Licht für das Interview, das dem Ansehen des Königshause schweren Schaden zufügen sollte - und damit die Absicht Husseys konterkariert. Am Ende der Folge bietet Sir Marmaduke Hussey seinen Rücktritt an.

Der Vorfall bestätigt Meghans Aussagen

Tatsächlich blieb er noch ein Jahr länger, seine Amtszeit lief 1996 aus. 2006 starb er im Alter von 83 Jahren. Seine Frau Susan blieb dem Hofe erhalten. 2013 wurde sie von der Queen zur Dame Grand Cross des Royal Victorian Order (GCVO) erhoben. Auch nach deren Tod ist die Familie weiterhin mit der Monarchie verbunden: Ihre Tochter Katherine Brooke ist seit Kurzem Kammerfrau von Königin Camilla.

Das ist es letztlich, was die Affäre für den Palast so gefährlich macht: Die Äußerungen kommen von einer Person aus dem innersten Kreise. Und sie bestätigen Aussagen von Meghan Markle, die dem Königshaus ebenfalls Rassismus vorgeworfen hatte. Ngozi Fulani sprach gegenüber dem "Independent" gar von "institutionellem Rassismus".

Der Vorfall kommt zur Unzeit: Gerade weilt der neue Thronfolger Prinz William mit seiner Herzogin Kate in den USA, der neuen Heimat seines Bruders Prinz Harry. Just heute erschien der Trailer zu einer Dokuserie, die Netflix über die beiden abtrünnigen Royals senden wird. Und am 10. Januar 2023 soll Harrys Autobiografie erscheinen - in der er möglicherweise auch über das Thema Rassismus am Hof auspackt.

Die glänzenden Bilder, die William und Kate gerade in den USA produzieren - sie bekommen dunkle Flecken. Und Schuld daran ist ausgerechnet Williams Patentante.

Mehr zum Thema

Newsticker