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Wegen 800.000 Euro Steuerhinterziehung: Markus "Protz-Prinz" von Anhalt muss vier Jahre in den Knast

Ein Gericht hat Markus Prinz von Anhalt verurteilt, weil er privat genutzte Luxusautos von der Steuer abgesetzt hat. Der Nachtclubbesitzer mit dem gekauften Titel soll vier Jahre in den Knast.

Den Adelstitel erkaufte der "Protz-Prinz" bei Frédéric von Anhalt für einige Millionen Euro.

Den Adelstitel erkaufte der "Protz-Prinz" bei Frédéric von Anhalt für einige Millionen Euro.

Gefängnismauern statt Luxusleben: Für Marcus Prinz von Anhalt dürften harte Zeiten anbrechen - der selbst ernannte "Protz-Prinz" muss laut einem Gerichtsentscheid für vier Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Augsburg verurteilte den bereits vorbestraften Nachtclubbesitzer wegen Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als 800.000 Euro am Freitag zu einer Haftstrafe von vier Jahren.

Nach Auffassung des Gerichts hat der 48-Jährige die Kosten für die private Nutzung von sechs Luxusautos #link;http://www.stern.de/wirtschaft/geld/steuerhinterziehung-90250253t.html;als betriebliche Ausgaben geltend gemacht und damit widerrechtlich von der Steuer abgesetzt#. Darüber hinaus soll er über Firmen in der Schweiz Geld am deutschen Fiskus vorbeigeschmuggelt haben.

Gekaufter Adelstitel

Der Prinz sitzt seit April 2014 in Augsburg in U-Haft. Im Gefängnis soll er gleich zum Star bei den anderen Häftlingen aufgestiegen sein. Laut der "Augsburger Allgemeinen" soll es sogar Autogrammwünsche bei den Knastbrüdern geben. Markus von Anhalt zählt zu den größten Bordellbetreibern in Deutschland. Sein Vermögen, das er gegenüber Journalisten gerne mit rund 100 Millionen Euro angibt, hat er durch ein bundesweites Netz aus Nachtclubs und Puffs erwirtschaftet haben. Geboren wurde der Prinz unter dem Namen Marcus Eberhardt, #link;http://www.stern.de/lifestyle/;seinen Adelstitel hatte er von Frederic Prinz von Anhalt# für einige Millionen Euro gekauft.

Vier Jahre Knast

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess gegen den Prinzen vier Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob der Prinz gegen die Gerichtsentscheidung Rechtsmittel einlegen wird, blieb bislang offen. Zusammen mit seinen Verteidigern verließ er unmittelbar nach dem Richterspruch das Justizgebäude.

kg/dpa / DPA
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