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Harrys und Meghans Rückzug Schon einmal warf ein Royal hin – warum der Vergleich mit Edward VIII. und Wallis Simpson hinkt

Wallis Simpson und Edward VIII.
Wallis Simpson und Edward VIII.
© Picture Alliance
Meghan und Harry trennen sich von der Royal Family. Moment. Sowas gab es doch schon mal? Warum der Vergleich mit Wallis Simpson und Edward VIII. zwar nachvollziehbar ist, aber trotzdem hinkt.

Es gibt nur wenige Ereignisse, die eine Monarchie in ihren Grundfesten erschüttern kann. Wenn ein König auf seine Rolle verzichtet, um die Frau zu heiraten, die er liebt, ist das ohne Zweifel ein solches Ereignis. Am 11. Dezember 1936 dankte König Edward VIII. ab, bevor er überhaupt gekrönt werden konnte. Denn er wollte Wallis Simpson, eine zweifach geschiedene US-Amerikanerin, zur Frau nehmen – eine unmögliche Vorstellung damals. 

Nur aufgrund von Edwards Rückzug wurde dessen jüngerer Bruder, George VI., König. Und nur deshalb sitzt heute Queen Elizabeth II. auf dem Thron, Georges Tochter. Nicht verwunderlich also, dass Prinz Harrys und Herzogin Meghans Entscheidung, sich von den royalen Verpflichtungen zurückzuziehen, Erinnerungen an Wallis Simpson und Edward VIII. weckt. Aber ist der Vergleich richtig? Das sind die Fakten: 

Meghan Markle und Wallis Simpson

Die beiden Frauen, die zwei männlichen Royals den Kopf verdrehten - ein spannendes Bild, keine Frage. Beide US-Amerikanerinnen, beide bereits geschieden, Simpson war Society-Lady, Markle Schauspielerin. Einen Vergleich zwischen Simpson und Markle zu ziehen, ist logisch. Und die beiden scheinen sich in vielen Aspekten durchaus ähnlich zu sein. So wurde über Simpson gesagt, sie würde kein Blatt vor den Mund nehmen, könne sich deshalb vermutlich nicht an das royale Leben anpassen. Ähnliches hört man besonders von Meghan-Kritikern. 

Beiden wurde in der Vergangenheit nachgesagt, sie würden ihre Männer beeinflussen. Im Fall von Edward VIII. befürchtete man damals, Wallis Simpson würde sich auch politisch nicht raushalten. 

Edward VIII. und Prinz Harry

Doch blickt man auf die Männer, hinkt der Vergleich zunehmend. Denn heute weiß man, dass König Edwards Erklärung, auf die Krone zu verzichten, von vielen sogar begrüßt wurde. Edwards faschistische Tendenzen waren einigen Entscheidern im Establishment ein Dorn im Auge. Tatsächlich besuchten Edward und Simpson, die nach der Hochzeit zum Herzog und Herzogin von Windsor wurden, Adolf Hitler im Oktober 1937. Die Royal Family hielt nichts von dieser Freundschaft. 

Dokumente, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs von amerikanischen Diplomaten entdeckt wurden, offenbarten einen perfiden Plan. Die "Operation Willi" der Deutschen sah vor, den Herzog von Windsor wieder auf den Thron zu setzen, sollte Deutschland im Krieg die Macht über Großbritannien gewinnen. 

Der britische Prinz Harry und Herzogin Meghan ziehen sich aus ihren royalen Verpflichtungen zurück.

Eine ganz andere Grundlage

Mit diesem Hintergrundwissen ist es kaum noch möglich, einen Vergleich zwischen Simpson, Edward, Harry und Meghan zu ziehen. Prinz Harry ist ohnehin nur auf Platz sechs der britischen Thronfolge. König zu werden stand für ihn nie auf dem Plan. 

Darüberhinaus durften Meghan und Harry im großen Stil heiraten, trotzdem sie bereits geschieden war. Die Entscheidung, sich nun zurückzuziehen, haben die beiden alleine und für sich entschieden. 

Quellen: "Telegraph" / "New York Times"

ls

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