VG-Wort Pixel

Netflix Comedian Dave Chapelle beklagt "Cancel Culture" und wehrt sich gegen Vorwürfe, es sei transphob

Komiker Dave Chapelle
Vergangene Woche bereits gab es wegen Dave Chapelles Äußerungen eine kleinere Protestveranstaltung von Angestellten vor der Netflix-Zentrale (Archivbild)
© Hubert Boesl / Picture Alliance
US-Komiker Dave Chappelle sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, in seiner Netflix-Sendung transphobe Meinungen zu vertreten. Nun reagierte er seinerseits mit Vorwürfen.

Der US-Komiker Dave Chappelle, dessen neueste Show auf Netflix einen Sturm in der Transgender-Community ausgelöst hat, hat auf seine Kritiker:innen reagiert und wirft ihnen vor, ihn "canceln", also (vom Bildschirm) verbannen zu wollen.

Chappelle postete auf Instagram, dass er entgegen anderslautenden Meldungen bereit sei, Mitglieder der Transgender-Community von Netflix zu treffen und sich über den Vorwurf, seine Comedy-Show sei  transphob, auszutauschen. Auch bat er die Zuschauer seiner Sendung, darüber zu abzustimmen, ob er – moralisch – bereits verbannt wurde.

Protest von Netflix-Angestellten

Vergangene Woche gab es wegen Chapelles Äußerungen eine kleinere Protestveranstaltung von Angestellten vor der Netflix-Zentrale in Los Angeles. Kritiker haben sich an Chappelles Show "The Closer" gestört, in der er sagte, dass "Geschlecht eine Tatsache" sei und dass LGBT-Menschen "zu sensibel" seien, wie die britische BBC berichtete. Netflix-Vertreter Ted Sarandos entschuldigte sich im Nachgang für seine Kommunikation im Namen von Netflix und seinen Umgang mit dem Thema: "Ich habe es vermasselt."

Chappelles Video, das er am Montag auf seinem Instagram-Account hochlud, wurde laut CNN am Sonntag bei seinem Auftritt in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky gedreht. Es war seine erste öffentliche Reaktion auf Kritiker seit seinem Show-Debüt am 5. Oktober. Er trat bei der Sendung zusammen mit dem beliebten Podcaster Joe Rogan auf. "In der Presse wurde gesagt, dass ich eingeladen wurde, mit Transgender-Mitarbeitern bei Netflix zu sprechen, und ich habe dies abgelehnt", sagte Chappelle, 48, dem Publikum. "Das ist nicht wahr. Wenn sie mich eingeladen hätten, hätte ich es akzeptiert. Obwohl ich verwirrt bin, worüber wir sprechen ... Sie sagten, sie möchten eine sichere Arbeitsumgebung bei Netflix. Nun, es scheint, als wäre bald ich der einzige, der nicht mehr ins Büro gehen kann."

"Es geht um Unternehmensinteressen"

"Für die Transgender-Community bin ich mehr als bereit, ihr ein Publikum zu geben", fuhr er fort. "Aber sie wird mich nicht wollen." Er bestritt auch, dass er mit der LGBT-Community in Konflikt stehe und sagte: "Das hat nichts mit ihnen zu tun. Es geht um Unternehmensinteressen und was ich sagen kann und was ich nicht sagen kann." Letzte Woche meldete Netflix weltweit Rekordabonnentenzahlen von 213,5 Millionen.

Netflix: Comedian Dave Chapelle beklagt "Cancel Culture" und wehrt sich gegen Vorwürfe, es sei transphob

Chappelle beklagte sich ebenfalls darüber, dass seine Sendung dazu geführt habe, dass er mit seinem neuesten Dokumentarfilm "Untitled" auf Filmfestivals nicht berücksichtigt wurde. "Heute wird keine Filmfirma, kein Filmstudio, kein Filmfestival ... diesen Film mehr anfassen wollen", sagte er und forderte dazu auf, seinen neuen Film anzusehen und selbst zu beurteilen, ob die Kritik berechtigt sei oder eben nicht.

Quellen:  BBC, CNN, Instagram/Dave Chapelle

km

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker