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Penélope Cruz: Süchtig nach Fernsehshows und Cheeseburgern

Traumfrau mit üblen Gewohnheiten. Im Interview verrät die Ex-Vegetarierin einiges über ihre Schwächen für Fast Food, ihren überbordenden Fernsehkonsum und redet von ihrer engen Freundschaft zu ihrer Kollegin Hayek.

Zusammen mit ihrer nach eigenen Angaben besten Freundin Salma Hayek hat Spaniens derzeit erfolgreichster Hollywood-Export Penélope Cruz die Hauptrollen in der Westernkomödie "Bandidas" übernommen. Am Donnerstag startet der vom französische Action-Spezialist Luc Besson produzierte Film in den deutschen Kinos. Im Interview erzählt Cruz von ihrer engen Freundschaft zu ihrer Kollegin Hayek. Außerdem verrät die Ex-Vegetarierin einiges über ihre Schwächen für Fast Food und ihren überbordenden Fernsehkonsum.

Mit Salma Hayek spielen sie in "Bandidas" ein schlagkräftiges Revolverheldinnen-Duo. Angeblich sind Sie auch privat ein Dreamteam.

Salma und ich sind mittlerweile seit acht Jahren allerbeste Freundinnen. Wir sprechen die gleiche Sprache und beraten uns in allem. Salma ist meine spanische Seelenschwester. Sie hat mir viele Tipps gegeben, worauf man achten muss, um in Hollywood zu überleben. Wir haben uns gegenseitig bei Liebeskummer getröstet. Wir quatschen, singen, gehen tanzen und wir genießen unsere Fernsehabende.

Was sehen Sie sich denn da an?

Am meisten haben wir immer unsere "Sex And The City"-Abende geliebt. Aber inzwischen gibt es die Sendung ja leider nicht mehr. Salma hatte mich mit ihrem "Sex And The City"-Fieber angesteckt. Wir haben uns die Sendung auch oft gemeinsam angeschaut und jedes Mal köstlich amüsiert und anschließend darüber getratscht.

Bekochen Sie sich dabei auch gegenseitig?

Unsere Kochkünste sind eher peinlich. Unsere Spezialität ist: Wir nehmen ein Stück Käse und braten es in der Pfanne. Das Ungesündeste, was man sich vorstellen kann. Schon während der Dreharbeiten zu "Bandidas" haben wir ständig gebratenen Käse gegessen.

Ihre hausfraulichen Fähigkeiten lassen also zu wünschen übrig?

Stimmt! Daran muss ich noch arbeiten. Ich bin nur eine gute Hausfrau, wenn ich mich anstrenge. Als ich noch Vegetarierin war, habe ich noch drei Jahre lang selber gekocht. Wenn ich mir Zeit nehme, koche ich sogar ganz gut.

Inzwischen sind Sie keine Vegetarierin mehr?

Nein. Ich habe mich sehr wohl dabei gefühlt, kein Fleisch zu essen, aber genieße es im Moment genauso, dass ich nicht mehr auf Cheeseburger verzichten muss.

Gibt es für Sie mit Selma Hayek keinen Konkurrenzkampf im Filmgeschäft?

Bei uns ist es genau das Gegenteil: Wir helfen uns, anstatt uns zu behindern. Wir erkennen auch sofort, wenn uns jemand anlügt und uns beide damit locken will, indem er erzählt: "Ich habe da ein großartiges Projekt für Dich, das wir Dir persönlich auf den Leib geschrieben haben!" Der Produzent ahnt natürlich nicht, dass wir über alles reden. Wir sind ein eingeschworenes Team, amüsieren uns darüber und lassen uns nichts vormachen. Was inzwischen schon einige Male versucht wurde.

Haben Sie in Hollywood manchmal Heimweh?

Ja, obwohl mein Hauptwohnsitz in Los Angeles ist, wird Spanien für immer mein Zuhause bleiben. Ich werde auch meinen zweiten Wohnsitz dort nicht aufgeben. Weil mein Herz da ist, wo meine Familie lebt, die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Sie geben mir die Sicherheit, dass ich immer auf sie zählen kann. Meine Eltern haben mich in meinem ganzen Leben in jeder Lebenslage voll unterstützt.

Es heißt, Sie seien streng katholisch erzogen worden?

Nein, ich bin katholisch, aber in einer sehr freien Art und Weise - ohne Zwänge. Meine Familie und ich haben immer auf unsere eigene Weise an Gott geglaubt. Ich möchte mich auch nicht auf eine Religion festlegen. Für mich ist das Wichtigste, tolerant zu sein. Ich glaube an alles, was mir oder meinen Lieben gut tut.

Glauben Sie an Wiedergeburt?

Ja, und damit stimme ich mit dem Buddhismus überein. Ich glaube, manchmal erkennt man jemanden aus einem früheren Leben. Das ist mir schon häufig passiert. Ich sah jemanden und hatte das Gefühl: Wir haben uns schon einmal getroffen.

Wie entspannen Sie sich am liebsten nach einem Film?

Ich bin absolut kein Partymensch, und wenn ich in L.A. bin, ziehe ich mich am liebsten zurück, spiele mit meinem Hund, lese, studiere Drehbücher oder fernsehe - was, seitdem ich einen digitalen Festplattenrekorder habe, zu einer schlechten Angewohnheit geworden ist. Ich habe jahrelang nie Fernsehen geschaut. Seitdem ich alle meine Lieblingsshows aufnehmen kann, bin ich süchtig danach.

Können Sie sich vorstellen, Ihre Karriere für eine Familie aufzugeben?

Natürlich träume ich davon, eines Tages Kinder zu bekommen. Aber ich würde versuchen, Familie und Arbeit miteinander zu verbinden, dafür jedoch nur noch die Hälfte zu arbeiten. Vielleicht würde ich mir auch eine Auszeit nehmen, um ganz für mein Kind da zu sein. Auf jeden Fall würde mein Baby sicherlich viel mit mir reisen - was ich auch gut finde, weil es die beste Schule ist, so viel wie möglich von der Welt zu sehen.

Haben Sie schon konkrete Kinderpläne?

Im Moment nicht. Erst in ein paar Jahren! Weil ich meine Mutterrolle hundertprozentig und uneigennützig ausüben will. Ich liebe Babys! Sie sind großartig: so rein, unverdorben und ehrlich. Und ich freue mich darauf, eines Tages Mutter zu werden. Ich wünsche mir auf jeden Fall eine stattliche Familie.

AP