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Royals: Prinz George wird eingeschult - und das ist die überraschende Wahl

Ab September besucht Prinz George die Vorschule in London-Battersea. Anders als erwartet ist die Wahl auf eine moderne Schule gefallen, in der Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden und Wert auf Charakterbildung gelegt wird. Das hat einen Grund.

Prinz George in Pulli und kurzen Hosen auf dem Arm seines Vaters Prinz William

Ein Art Uniform trägt er schon, seit er laufen kann: Hemd mit Kragen, V-Ausschnitt-Pulli, ganzjährig kurze Hosen und Kniestrümpfen tragen in Großbritannien alle kleinen Jungen der Oberschicht, lange Hosen gibt es erst in der Pubertät. Daher muss sich Prinz George (hier auf dem Arm seines Vaters Prinz William) kaum umstellen, wenn er ab September die Uniform seiner Vorschule St. Thomas in London-Battersea anziehen muss.

Nicht nur eine Schultüte und eine Uniform braucht der kleine Prinz, wenn er im September seine Schullaufbahn in der St. Thomas School im Londoner Stadtteil Battersea beginnt, sondern auch Ballettschläppchen.

Der Vierjährige wird nicht dieselbe Vorschule besuchen, wie einst sein Vater und Onkel Harry, obwohl sie gleich um die Ecke vom heimatlichen Kensington Palast liegt und als sehr renommiert gilt.

Offensichtlich legen die herzoglichen Eltern William und Kate Wert darauf, dass ihr kleiner Sohn nicht nur unter anderen Jungs den Ernst des Lebens kennenlernt, sondern gleich auch zusammen mit dem anderen Geschlecht aufwächst - damit wird er der erste britische Thronfolger in direkter Linie, der koedukativ aufwächst.

Prinz George soll zu Gleichberechtigung erzogen werden

Ob das vor allem dazu dienen soll, George von Anfang an zu einem starken Gefühl von Gleichberechtigung zu erziehen, oder ob die Cambridges vorsorglich eine pädagogische Institution gewählt haben, auf die sie in zwei Jahren dann auch gleich die kleine Schwester, Prinzessin Charlotte, schicken können, damit sie (oder die Nanny Maria Borallo) morgens nur einen Schulweg für beide Kinder abfahren müssen, weiß man bisher nicht. Tatsache ist aber, dass die St. Thomas School eine besondere Philosophie verfolgt: neben den üblichen Fächern auf dem Stundenplan gibt es auch allerlei kulturelle "Orchideenkurse" wie Theaterspielen, bildende Kunst und Ballettstunden. Und um den Schülern besondere menschliche Qualitäten nahe, zu bringen lautet das oberste Motto: "Be kind"- seid nett zueinander, im Sinne von empathisch, hilfsbereit und fair.

Diese hochwertige ganzheitliche Erziehung kostet für jeden der 540 St. Thomas-Schüler immerhin umgerechnet 6.500 Euro pro Schuljahr, dazu kommen nochmal gut 450 Euro für die Erstausstattung: die Schuluniform, in Großbritannien auch in staatlichen Schulen üblich, wenn auch nicht ganz so teuer in der Anschaffung, besteht unter anderem aus einem marineblauen Blazer mit Schulwappen, einem Wollpulli, zwei roten Poloshirts, einer kurzen blauen Hose (im Sommer wie im Winter zu tragen!), zwei Paar Kniestrümpfen, einem Paar blankgeputzter Lederschuhe, dazu kommt die Sportausstattung, ein Kittel für den Kunstunterricht und ein Ballett-Outfit.

Ab Herbst beginnt ein neues Leben

Sehr verändern muss der kleine Mann sich allerdings nicht, eine vergleichbare Kleidung trägt er jetzt schon bei offiziellen Anlässen mit seinen Eltern. Umgewöhnen müsste er sich erst, sollte er später wie sein Vater das traditionsreiche College in Eton besuchen. Dort tragen die ausschließlich männlichen Schüler alle einen schwarzen Frack mit weißer Weste und Fliege zum Unterricht.

Im Herbst beginnt allerdings nicht nur für den Dritten in der britischen Thronfolge ein ganz anderes Leben. Auch seine Elten müssen sich neu orientieren: für William endet seine "bürgerliche" berufliche Laufbahn als Rettungshubschrauberpilot, die kleine Familie nimmt fortan in ihrem Apartment im Kensington Palast ihren Hauptwohnsitz und fährt nur noch an den Wochenenden hinaus aufs Land, zu ihrem als eigentliches Heim empfundenen Wohnsitz Anmer Hall in der Grafschaft Norfolk. Königin Elisabeth II. hat mit ihren bald 92 Jahren nun begonnen, immer mehr Repräsentationspflichten an jüngere Familienmitglieder abzugeben. Da müssen nicht nur Prinz Charles und Gattin Camilla ihr Arbeitspensum aufstocken, sondern vor allem auch das Herzogspaar Cambridge, das sich bisher in dieser Hinsicht eher zurückgehalten und häufig lieber sein ungestörtes Familienleben auf dem Land genossen hat.

Auch wenn die Queen weiterhin sehr präsent ist im öffentlichen Leben und noch viele Aufgaben wie eh und je erfüllt, ist abzusehen, dass irgendwann in den nächsten Jahren das zweite elisabethanische Zeitalter enden wird. Dann müssen Charles, William und sogar der kleine George solide vorbereitet sein. Da kann die Schul- und Herzensbildung gar nicht gut genug sein.

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  • Catrin Bartenbach
    Catrin Bartenbach