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Sorge um seine Familie Wegen fehlendem Polizeischutz: Prinz Harry droht britischer Regierung mit Klage

Prinz Harry und seine Frau Meghan
Prinz Harry und seine Frau Meghan im September 2021 bei einem Auftritt in New York
© Kristin Callahan/Everett Collection / Picture Alliance
Mit seinem Austritt aus dem britischen Königshaus hat Prinz Harry auch das Recht auf Polizeischutz verloren. Den will er sich nun juristisch erkämpfen – erst dann könne er mit seiner Frau Meghan und den Kindern wieder nach Großbritannien reisen.

Queen Elizabeth II. kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach den Sorgen um ihren zweitältesten Sohn Prinz Andrew droht nun auch noch ihr Enkel Prinz Harry mit juristischem Ärger. Anwälte des 37-Jährigen haben dem britischen Innenministerium ein Schreiben zukommen lassen und kündigen notfalls rechtliche Schritte an. Der Fall könnte bis vor den High Court, den Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreichs gelangen. Worum geht's?

Prinz Harry fordert für sich und seine Familie Polizeischutz, wenn er sich in Großbritannien aufhält. Ein Privileg, das dem Herzog von Sussex und seiner Frau Meghan nach ihrem freiwilligen Austritt aus dem britische Königshaus im Jahr 2020 entzogen wurde. In seiner neuen Wahlheimat USA hat Harry private Sicherheitsleute engagiert, die ihn und seine Familie bewachen. Die Kosten dafür zahlt der Royal aus eigener Tasche. Harry sei auch bereit, bei Aufenthalten in Großbritannien die Bodyguards selbst zu zahlen und somit nicht den Steuerzahlern zur Last zu fallen, argumentieren seine Anwälte. Das Problem: Den Personenschützern werden von der britischen Regierung angeblich wichtige Informationen über eine etwaige Bedrohungslage verweigert.

Harry und Meghan sorgen sich um Sicherheit ihrer Familie

"Prinz Harry hat bei seiner Geburt ein Sicherheitsrisiko geerbt, und zwar lebenslang. Er ist nach wie vor der sechste in der Thronfolge, war zweimal in Afghanistan im Einsatz und seine Familie war in den letzten Jahren gut dokumentierten Drohungen von Neonazis und Extremisten ausgesetzt. Während sich seine Rolle innerhalb der Institution geändert hat, ist sein Profil als Mitglied der königlichen Familie gleich geblieben. Auch die Bedrohung für ihn und seine Familie hat sich nicht geändert", heißt es in einem Statement, das Omid Scobie, der inoffizielle Sprecher von Harry und Meghan, auf seiner Twitterseite teilte. 

Demnach gebe es nach einem London-Besuch Harrys im vergangenen Jahr konkrete Sicherheitsbedanken. Im Juli war der 37-Jährige aus den USA nach Großbritannien gereist, um im Garten des Kensington Palastes gemeinsam mit seinem Bruder William eine Statue zu Ehren von Lady Diana zu enthüllen. Nach dem Termin sei Harrys Auto von Paparazzi verfolgt worden. Harrys Mutter kam 1997 auf der Flucht vor Paparazzi in Paris bei einem Autounfall ums Leben. Eine traumatischer Erfahrung, die der Prinz bis heute verarbeiten muss.

Prinz Harry fordert von britischer Regierung Polizeischutz

Ein weiterer Verhandlungsversuch, Polizeischutz zu erhalten, blieb erfolglos, weshalb Prinz Harry bereist im September 2021 den juristischen Weg einschlug und eine Bitte um Rechtsprüfung stellte. Bei einer solchen Prüfung fordert der Antragsteller, die Rechtlichkeit einer Entscheidung einer Behörde oder Regierungsstelle – in diesem Fall ist es das britische Innenministerium – zu untersuchen. Laut Harrys Interpretation sei es die falsche Entscheidung gewesen, ihm und seiner Familie den Polizeischutz zu entziehen. Die britische Zeitung "Mail on Sunday" machte die Rechtsstreitigkeiten nun öffentlich.

Ein Sprecher der britischen Regierung wollte sich nicht zu dem Verfahren äußern. "Das Sicherheitssystem der britischen Regierung ist streng und verhältnismäßig. Es ist seit langem unsere Politik, keine detaillierten Informationen über diese Vorkehrungen zu geben. Dies könnte ihre Integrität gefährden und die Sicherheit des Einzelnen beeinträchtigen", sagte er der "Mail on Sunday".

Harrys Sicherheitsbedenken könnten erklären, warum er seit seinem Besuch im vergangenen Sommer nicht erneut nach Großbritannien gereist ist. Seine im Juni geborene Tochter Lilibet hat bisher kein Mitglied der königlichen Familie persönlich gesehen. Dabei ist das laut Omid Scobie ein inniger Wunsch des Prinzen. "Das Vereinigte Königreich wird immer die Heimat von Prinz Harry sein, und er möchte, dass seine Frau und seine Kinder dort sicher sind. Mit dem fehlenden Polizeischutz geht ein zu großes persönliches Risiko einher. Ohne Schutz können Prinz Harry und seine Familie nicht in seine Heimat zurückkehren."

Quellen:  "Daily Mail", Omid Scobie Twitter


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