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Omid Scobie Prinz Harry soll sein Buch "Spare" nach dem Tod der Queen nicht geändert haben

Prinz Harry
Die Memoiren von Prinz Harry erscheinen am 10. Januar 2023
© Kirsty Wigglesworth/AP / DPA
Omid Scobie gilt als enger Vertrauter von Prinz Harry. Er sagt, das Buch des Royals sei lange vor dem Tod der Queen fertig gewesen und wurde nachträglich nicht angepasst. Zudem sei der umstrittene Titel "Spare" Harrys Idee gewesen.

Am 10. Januar 2023 werden Prinz Harrys Memoiren mit dem Titel "Spare" erscheinen und nicht nur das britische Königshaus dürfte gespannt darauf sein, worüber der 38-Jährige schreibt. Fast 500 Seiten umfasst das Werk, der Verlag Penguin Random House nennt es "ein einzigartiges Buch voller Einblicke, Eingeständnisse, Selbstreflektion und der hart erkämpften Überzeugung, dass die Liebe die Trauer für immer besiegen kann". Als Ghostwriter diente der Pulitzer-Preisträger J.R. Moehringer, der bereits die Autobiografie für Tennisspieler Andre Agassi verfasste. 

Ursprünglich hatte der Buchverlag angekündigt, dass Harrys Buch Ende 2022 erscheinen soll, doch nun kommt es erst im neuen Jahr. Zuletzt gab es Berichte, dass der Royal Änderungen vorgenommen haben könnte, um den Tod seiner Oma Queen Elizabeth II. noch zu berücksichtigen. Doch dem ist wohl nicht so.

Prinz Harry hat den Buchtitel "Spare" selbst gewählt

Das behauptet zumindest Omid Scobie, angeblich enger Vertrauter von Prinz Harry und seiner Frau Meghan. "Es gab keine Anpassungen in letzter Minute oder Bearbeitungen nach dem Tod der Queen. Das Manuskript für 'Spare' wurde bereits fast fünf Monate vor dem Tod der Monarchin fertiggestellt. Ein Detail, das in einer Notiz am Anfang des Buches erwähnt wird", schreibt Scobie in seiner Kolumne für den britischen Onlinedienst "Yahoo News".

Zudem stellt er klar, dass der Titel "Spare" von Prinz Harry selbst ausgewählt worden sei. Es ist eine Anspielung auf die in Großbritannien geläufige Redewendung "the heir and the spare" – also "der Erbe und der Ersatz". Der Begriff bezieht sich auf den Thronfolger – in diesem Fall Harrys Bruder Prinz William – und dessen jüngeren Nachfolger, der beim Tod des Älteren zum Zuge kommen könnte. Scobie schreibt, dass Prinz Harry sein Leben lang von der britischen Presse und auch von der Royal Family als "Spare" betitelt wurde. Der Begriff hätte ihn "wie ein Schatten" verfolgt, der Ersatz zu sein, sei "einer der prägendsten Aspekte seiner königlichen Existenz" gewesen. 

Deutscher Titel für Prinz Harrys Buch lautet "Reserve"

Scobie spricht von einer "abfälligen Bezeichnung", der "Spare" habe allein die Aufgabe, den wichtigeren Thronfolger zu unterstützen und würde zum "Sündenbock" gemacht, wenn mal etwas nicht glatt laufe. "Es ist eine bizarre und etwas grausame Existenz – das Ergebnis eines Systems, das auf erblichen Privilegien beruht." Als Negativ-Beispiele führt er Prinzessin Margaret an, die Schwester der Queen, deren Leben von Drogenmissbrauch und Alkoholismus geprägt gewesen sei sowie Prinz Andrew. "Je weniger über sein Leben gesagt wird, desto besser."

Mit seinem Buch wolle sich Prinz Harry den negativ besetzten Begriff "Spare" nun zu Eigen machen und seine Sichtweise in den Vordergrund rücken. Für die deutschen Leser könnte die Kontroverse um den Titel nicht ganz nachvollziehbar sein: Hierzulande wird das Buch unter dem Titel "Reserve" erscheinen.

Quelle:  "Yahoo News", Penguin Random House

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