R. Kelly Rapper-Krieg vor Gericht

R&B-Sänger R. Kelly und Rapper Jay-Z waren gemeinsam auf Tour. Doch erst schmiss Jay-Z den Sänger raus, und nun verklagt R. Kelly seinen Kollegen - und zwar auf 90 Millionen Dollar.

Der Rauswurf von R&B-Sänger R. Kelly von einer gemeinsamen Tour mit Rapper Jay-Z ist jetzt zu einem Millionen-Streit eskaliert. Wie der Internetdienst "E!Online" berichtet hat R. Kelly den Rapper wegen Vertragsbruch auf Zahlung von 90 Millionen Dollar verklagt. Aus "Boshaftigkeit und Eifersucht" habe sich Jay-Z gegen R. Kelly verschworen und ihn aus der Tour "Best of Both Worlds" herausgedrängt, hieß es in Gerichtsunterlagen. Jay-Z feuerte am Montag mit den Worten zurück, dass R. Kellys "mangelnde Professionalität" und sein "unberechenbares Verhalten" zum Platzen der Tour geführt habe.

Wie im Gangster-Movie

Ausschlaggebend für das Zerwürfnis war eine Reihe unglücklicher Ereignisse. R. Kelly hatte seine Vorstellung im New Yorker Madison Square Garden am vergangenen Freitagabend abrupt abgebrochen, weil er sich durch zwei Zuschauer mit Pistolen bedroht fühlte. Eine Durchsuchung des Zuschauerraums förderte keine Waffe zu Tage. Als Sicherheitskräfte grünes Licht zur Fortsetzung des Konzerts gaben und R. Kelly auf die Bühne zurückkehren wollte, wurde er eigenen Angaben zufolge von zwei Mitgliedern des Jay-Z-Teams mit Pfefferspray attackiert. Er stürmte mit seinen zwei ebenfalls getroffenen Bodyguards davon und ließ sich in einem nahe gelegenen Krankenhaus behandeln. Wenig später wurde er von dem Konzertveranstalter "Atlanta Worldwide Touring" gefeuert.

Eine Sprecherin von Jay-Z verteidigte den Rapper und erklärte, er wisse nichts von dem Vorfall und habe "R. Kelly in keiner Weise oder Form angegriffen". Allerdings beschuldigte Jay-Z seinen Tourpartner, "unverläßlich" zu sein und fragte: "Wie kann man mit jemandem auftreten, der einen jede Minute wieder allein auf der Bühne lassen würde?" R. Kelly bedauerte den Verlauf der Ereignisse in einer Erklärung am Wochenende. "So etwas haben die Fans nicht verdient. Ich würde gerne weitermachen und finde es sehr bedauerlich, dass Jay-Z und der Tourmanager daran kein Interesse haben".

"Kein einzelner Affe kann diese Show abbrechen"

Derweil ist Jay-Z bereits auf der Suche nach Ersatz. Bei einer ersten Solo-Vorstellung der ursprünglichen Duo-Show lud der Rapper namhafte Kollegen wie P. Diddy, Mary J. Blige, Mariah Carey, Busta Rhymes, Method Man und Red Man ein, ihn bei den noch ausstehenden 17 Konzerten der Tournee auf der Bühne zu begleiten. "Ihr sollt wissen, dass ein einzelner Affe diese Show nicht abbrechen kann", erklärte Jay-Z dem Publikum in New York. Das letzte Wort über die Zukunft von "Both Worlds" wird nicht vor Dienstag erwartet.

DPA DPA

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