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Lange Gefängnisstrafe "Schaden der Opfer unermesslich": R. Kelly erneut wegen Kinderpornografie schuldig gesprochen

R. Kelly während des Prozesses
R. Kelly während des Prozesses. Im vergangenen Jahr wurde er in neun Anklagepunkten im Zusammenhang mit Vorwürfen verurteilt, nach denen er Minderjährige missbraucht und ausgebeutet haben soll.
© Antonio Perez / Picture Alliance
US-Musiker R. Kelly wurde bereits zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt. Jetzt wurde er erneut wegen Kinderpornografie schuldig gesprochen.

Der US-Musiker R. Kelly ist in einem weiteren Prozess wegen Kinderpornografie schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Chicago befand den früheren R&B-Star am Mittwoch (Ortszeit) der Herstellung von Kinderpornografie sowie der Verführung Minderjähriger schuldig.

Von sieben weiteren Anklagepunkten, darunter Behinderung der Justiz in einem vorangegangenen Verfahren, wurde Kelly freigesprochen. Nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft in einem Verfahren in New York droht dem 55-Jährigen nun eine weitere lange Gefängnisstrafe.

R. Kelly droht langjährige Haftstrafe

Kelly und zwei früheren Mitarbeitern war in dem Prozess in Chicago vorgeworfen worden, einen Kinderpornografie-Prozess gegen den Musiker im Jahr 2008 manipuliert zu haben. Auch die Ex-Mitarbeiter wurden von diesen Vorwürfen freigesprochen.

Die Geschworenen trafen ihren Schuldspruch nach elfstündigen Beratungen. Kelly droht damit eine weitere langjährige Haftstrafe.

Im Juni war der mit dem Hit "I Believe I Can Fly" zum Star gewordene Kelly in New York wegen schwerer Sexualverbrechen zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Laut Anklage hatte Kelly ein ganzes Netzwerk von Helfern aufgebaut, um junge Mädchen und Frauen zur Befriedigung seiner sexuellen Gelüste zu rekrutieren. Seine Opfer soll er teils eingesperrt und brutal missbraucht haben.

Erste Vorwürfe bereits vor 25 Jahren

In dem ersten Prozess in Chicago im Jahr 2008 hatte ein Opfer nach Drohungen und Bestechung seine Aussage verweigert. Diesmal jedoch war die inzwischen 37-Jährige in den Zeugenstand getreten. Mit dem jetzigen Schuldspruch könne Kelly für den sexuellen Missbrauch einer 14-Jährigen zur Verantwortung und im ersten Prozess begangenes Unrecht wieder gutgemacht werden, sagte Staatsanwalt John Lausch.

Der Schaden, den Kelly seinen Opfern zugefügt habe, sei "unermesslich", erklärte Lausch. Den Opfern gebühre Dank für ihre "Stärke, Beharrlichkeit und ihren Mut", vor Gericht auszusagen.

Gegen den Sänger waren bereits vor rund 25 Jahren erste Vorwürfe laut geworden. Für Aufsehen sorgte außerdem Kellys später annullierte Ehe mit der damals erst 15 Jahre alten Sängerin Aaliyah. 

Die 2019 veröffentlichte Dokumentationsserie "Surviving R. Kelly" führte schließlich zu neuen Ermittlungen und zu Kellys Festnahme. Gegen den Musiker laufen noch zwei weitere Ermittlungsverfahren.

AFP

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