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Sex-Skandal im britischen Königshaus: Prinz Andrew soll unter Eid aussagen

Der Palast dementiert, Prinz Andrew schweigt. Doch noch scheint die Affäre um angeblichen Sex mit einer Minderjährigen nicht überstanden. Die Anwälte der Klägerin wollen Andrew zur Aussage zwingen.

Prinz Andrew wird vorgeworfen, vor rund 14 Jahren Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben

Prinz Andrew wird vorgeworfen, vor rund 14 Jahren Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben

In der Sex-Affäre um Prinz Andrew haben die Anwälte der Klägerin den Druck auf den 54-Jährigen erhöht. Die mit dem Fall betraute Kanzlei in den USA forderte den Sohn der britischen Königin Elizabeth auf, unter Eid zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Ein entsprechendes Schreiben wurde bei Gericht in Florida eingereicht. Weitere Einzelheiten wollte die Kanzlei Bradley Edwards nicht nennen. Die Vorwürfe waren bei einem Zivilprozess in den USA aufgekommen.

In dem Verfahren in Florida hatte eine anonyme Klägerin mit dem Pseudonym "Jane Doe #3" erklärt, sie sei von dem Wall-Street-Milliardär Jeffrey Epstein als Minderjährige bei Orgien in London, New York und der Karibik gezwungen worden, auch mit Prinz Andrew Sex zu haben. Genaue Daten nannte sie nicht, sagte aber aus, Epstein habe sie von 1999 bis 2002 als "Sexsklavin" missbraucht und sie dabei auch an einflussreiche Geschäftspartner "verliehen".

Das britische Königshaus, das mit Stellungnahmen in der Regel sehr zurückhaltend ist, wies die Vorwürfe gegen Andrew bereits mehrmals zurück. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe Ende Dezember 2014 hat sich der Prinz nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Es wird jedoch erwartet, dass er wie geplant beim Weltwirtschaftsforum auftritt, das aktuell in Davos stattfindet. Dort könnte er in einer Rede auch auf die gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe eingehen, vermutet der "Guardian".

Prinz Andrew ist der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. Unter anderem wegen seiner fragwürdigen Verbindung zu Epstein hatte er 2011 seinen Posten als Sonderbeauftragter der britischen Regierung für den Außenhandel aufgeben müssen.

Der mit dem Prinzen befreundete Milliardär Epstein war 2008 zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, weil er die Dienste minderjähriger Prostituierter in Anspruch genommen hatte. Nach eigener Aussage hatte "Jane Doe #3" von ihm die Anweisung, "dem Prinzen zu geben, wonach er verlangte, und ihm die Einzelheiten dieses sexuellen Missbrauchs zu berichten".

jum/AFP / AFP