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Tatjana Gsell: Bewährungsstrafe erwartet

Mit Spannung wird heute das Urteil im Prozess gegen Society-Lady Tatjana Gsell erwartet. So gut wie sicher ist, dass Gsell nicht wieder hinter Gitter muss.

In dem von einem Medienrummel begleiteten Prozess gegen "Glamour Lady" Tatjana Gsell und ihren Jugendfreund wird heute das Urteil gesprochen. Die 33-jährige Arztwitwe und der gleichaltrige Jurist mussten sich sieben Verhandlungstage lang vor dem Amtsgericht Nürnberg wegen geplanten Versicherungsbetrugs und Vortäuschens einer Straftat verantworten. Während Tatjana Gsell bereits zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, bestritt der inzwischen vom Dienst suspendierte Staatsanwalt bis zuletzt jede Tatbeteiligung.

Den beiden wird zur Last gelegt, im Januar 2003 einen Raubüberfall auf Tatjanas Ehemann Franz Gsell (76) inszeniert zu haben, um einen geplanten, jedoch gescheiterten Versicherungsbetrug zu vertuschen. Bei dem Überfall wurde Franz Gsell so schwer verletzt, dass er zwei Monate später im Krankenhaus starb.

Verteidiger fordert mildes Strafmaß

Der Vertreter der Anklage hatte für Tatjana Gsell eine 18-monatige Bewährungsstrafe sowie eine Geldbuße von 40.000 Euro beantagt. Für den 33-jährigen Staatsanwalt forderte er eine Bewährungsstrafe von 16 Monaten. Gsells Anwälte hatten sich für eine Strafe von neun Monaten auf Bewährung sowie eine "allenfalls symbolische" Geldbuße ausgesprochen. Der Verteidiger des angeklagten Staatsanwalts plädierte auf Freispruch.