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Klimakrise 23.000 Minuten Luftverschmutzung: Niemand nutzt den Privatjet so häufig wie Taylor Swift

Taylor Swift
Fliegt nicht Linie: Taylor Swift.
© Evan Agostini/Invision / DPA
Kylie Jenners Flüge mit dem Privatjet sind schlimm – Taylor Swifts Eskapaden sind schlimmer. Eine Recherche legt offen, dass niemand so oft im Privatjet sitzt, wie Taylor Swift. Auch andere Promis betrachten die Klimakrise lieber aus der Luft.

Auf dem roten Teppich sind alle Top-Stars Klimaretter. Wichtiges Thema. Nach einem Event sieht die Realität aber offenbar anders aus. Wie eine Recherche der britischen Marketing-Agentur "Yard" und ein fieser Student auf Twitter zeigen, verbringen einige Promis erschreckend viel Zeit im Privatjet – ungeachtet der enormen Emissionen und Kosten, die solche Flieger verursachen. Ungeschlagen auf dem ersten Platz: Taylor Swift.

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Elon Musks Nemesis verfolgt nun auch Promis

Die Studie entstand auf Basis von Daten des Twitter-Accounts "CelebJets", der Jack Sweeney, dem gleichen jungen Mann, der auch Elon Musk in den Wahnsinn treibt (hier erfahren Sie mehr), zuzuschreiben ist. Dabei macht Sweeney nichts illegales: Mithilfe öffentlicher Daten merkt er sich, welcher Privatjet zu welcher Person gehört, und veröffentlicht einen Tweet, sobald diese Flugzeuge sich bewegen. 

Diese Bewegungsprofile hat "Yard" analysiert und eine Statistik erstellt. Auslöser für die Arbeit war der Skandal-Flug von Influencerin Kylie Jenner, die kürzlich mit einem Kurzstreckenflug von lächerlichen 60 Kilometern für einen Aufschrei sorgte (hier erfahren Sie mehr). Doch trotz ihres Jetset-Lifestyles und provokanten Postings auf Instagram, welchen Privatjet man nun nehmen solle, schafft es Jenner aktuell nur auf Platz 19 der größten Luftverpester.

Jährlicher Durchschnitt in 10 Minuten

Die Top 10, angeführt von Taylor Swift, stellen Jenner in den Schatten. "Yard" hat das Ranking nach dem sogenannten Treibhauspotential, gemessen in Kohlenstoffdioxid-Tonnen, erstellt. Im Schnitt, so die Recherche, produzierte jeder Privatjet-Promi dieses Jahr bisher 3376 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Zum Vergleich: Ein EU-Bürger verbraucht jährlich zwischen sieben und elf Tonnen, Amerikaner liegen mit durchschnittlich 16 Tonnen etwas darüber. Nun aber die Flop Ten für den Zeitraum Januar 2022 bis heute:

  1. Taylor Swift – 170 Flüge – 8293 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 36 Minuten
  2. Floyd Mayweather – 177 Flüge – 7076 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 10 Minuten
  3. Jay-Z – 136 Flüge – 6981 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 29 Minuten
  4. A-Rod – 106 Flüge – 5342 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 34 Minuten
  5. Blake Shelton – 111 Flüge – 4495 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 27 Minuten
  6. Steven Spielberg – 61 Flüge – 4465 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 18 Minuten
  7. Kim Kardashian – 57 Flüge – 4268 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 23 Minuten
  8. Mark Wahlberg – 101 Flüge – 3772 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 29 Minuten
  9. Oprah Winfrey – 68 Flüge – 3493 Tonnen CO2 – Kürzester Flug: 14 Minuten
  10. Travis Scott – 3033 Tonnen CO2

Zur Methodik der Recherche von "Yard" und auch "CelebJets" sei gesagt, dass es sich hierbei um alle Flüge der Jets handelt – ob sie nun zur Wartung fliegen, jemanden abholen oder tatsächlich mit dem jeweiligen Eigner unterwegs sind.

"Wozu noch sparen?"

Um eine Grundsatzdebatte kommen die prominenten Passagiere wohl aber nicht mehr lange herum. Die Flüge bekommen weltweit viel Aufmerksamkeit, das Magazin "Vice" nennt die Privatjet-Aficionados "Klimakriminelle". 

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Foto: 20th Century Studios DE

In den sozialen Netzwerken fragen sich Menschen, wozu vor dem Hintergrund solcher Umweltsünden über kleinere Sparmaßnahmen und klimaneutrale Lebensweisen gesprochen wird, wenn einige wenige die jährliche Kohlenstoffdioxid-Belastung einer Durchschnittsperson innerhalb von zehn Minuten verursachen.

Tatsächlich entpuppt sich die Luftfahrt als großer Treiber des Klimawandels. Laut "Yard" ist sie für 2,4 Prozent der jährlichen CO2-Belastung verantwortlich – Flüge in Privatjets haben daran einen unverhältnismäßig großen Anteil.

Quellen: Yard, Vice, Twitter


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